In eigener Sache

Glückwunsch: Unsere ersten fünf Rudolf-Augstein-Daten-Fellows

von Daniel Drepper

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Mit Unterstützung der Rudolf-Augstein-Stiftung haben wir für 2015 zehn investigative Datenjournalismus-Fellowships ausgeschrieben. Die ersten fünf Fellowships haben wir vergeben. Und wir freuen uns sehr auf die Projekte.

Die Idee hinter den Fellowships: Gemeinsam mit an Recherche und Daten interessierten Kollegen ein spannendes Projekt umsetzen, unser Wissen über investigatives Arbeiten und Datenjournalismus weitergeben, besonders gerne lokal oder regional.

Wir haben viele gute Bewerbungen bekommen und haben uns die Auswahl der ersten fünf Fellows nicht leicht gemacht. Alle nun von uns ausgewählten Projekte befassen sich mit der strukturellen Auswertung und Aufbereitung von unterschiedlichsten Daten- oder Dokumentensätzen. Die Fellowships dauern zwei Monate (Teile davon als Präsenzzeit in unserem Berliner Büro) und sind bezahlt. Mindestens fünf unserer zehn Fellowships vergeben wir an Frauen.

Für alle, die Interesse am „Rudolf-Augstein-Fellowship für Datenjournalismus bei CORRECTIV“ haben: Die Bewerbungsfrist für die zweite Jahreshälfte ist der 15. März. Bewerbungen gehen an fellow@correctiv.org. Mehr Infos gibt es hier.

Und dies sind unsere ersten fünf Fellows:

Vanessa Wormer (Thema Pflege)
Vanessa arbeitet in der Online-Redaktion der regionalen Tageszeitung Heilbronner Stimme, bei der sie auch volontierte. Sie hat einen M.A. in Geschichte und war während ihres Studiums Stipendiatin an der Journalistenschule ifp in München. Seit etwa einem Jahr beschäftigt sich die 27-Jährige mit Datenjournalismus und engagiert sich innerhalb der Initiative Code for Germany für mehr offene Daten.

Karen Grass (Thema Drogen)
Karen, 24, arbeitet seit ihrem Volo bei der taz in Berlin als freie Journalistin für verschiedene Medien. Aktuell studiert sie Europäische Kultur und Wirtschaft an der Ruhruniversität Bochum, ihren Bachelor hat sie zuvor in Journalistik an der TU Dortmund absolviert. Sie interessiert sich besonders für Wirtschaftsthemen und Geschichten, bei denen ökonomische Motive im Hintergrund stehen. In ihrem Fellowship bei CORRECTIV möchte sie herausfinden, welche wirtschaftlichen und politischen Motive in der Vergangenheit die Drogenpolitik in Deutschland gelenkt haben und wie sich entsprechend das Konsumverhalten bei bestimmten Drogen entwickelt hat.

Simon Walter (Thema Flüchtlinge)
Simon, 28, arbeitet seit zwölf Jahren als Journalist, zunächst als freier Journalist für das Badische Tagblatt. Ab 2005 studierte Simon fünf Jahre zunächst Politologie, Soziologie und Medienwissenschaften in Siegen (Bachelor), anschließend Politische Kommunikation an der Freien Universität Berlin (Master). Seit November 2011 ist Simon bei der Pforzheimer Zeitung, erst als Volontär, seit November 2013 als Crossmedia-Redakteur. Simon pendelt zwischen der lokaljournalistischen Print- und Online-Welt, arbeitet ressortübergreifend, testet neue Online-Anwendungen und behält datenjournalistische Projekte im Blick. Seit Mitte 2014 gibt er die so gewonnenen Erfahrungen auch weiter. Simon ist Referent für Online-Journalismus bei den Volontärseminaren der Arbeitsgemeinschaft Journalistische Berufsbildung in Baden-Württemberg.

Evelyn Kanya und Alexandra Siebenhofer (Thema Polizei)
Evelyn arbeitet seit 2009 für den ORF, bis 2012 als freie Journalistin für das Informations- und Kulturradio Ö1. Von 2009 bis 2012 war Evelyn außerdem Chefredakteurin des Alumni-Magazins „univie“ der Universität Wien, für dessen Konzeption sie verantwortlich war. In Kooperation mit dem Österreichischen Bildungsministerium leitete sie mehrere Jahre lang Radioworkshops an Schulen. Evelyn wuchs in der Steiermark auf, ihr erstes Radiopraktikum machte sie mit 14. Sie studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation an der FH Joanneum in Graz und arbeitete während des Studiums als freie Lokaljournalistin und für Theater- und Filmfestivals. Ein Praktikum in der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer führte sie nach São Paulo, ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Piratenradios in brasilianischen Favelas.

Alexandra ist seit fast drei Jahren Journalistin beim ORF Radio. Ein Jahr lang war sie in der Wirtschaftsredaktion des aktuellen Dienstes, derzeit arbeitet sie beim Ö1 Konsumentenmagazin. Alexandra hat Chinesisch und Soziologie in Wien, Leiden und Nanjing studiert und vor Kurzem ein zweites Studium in Informatik abgeschlossen. Dazwischen hat sie begonnen, ehrenamtlich Radio zu machen und ihre Vorliebe für Geschichten entdeckt, die sich eher am Rande unserer Wahrnehmung abspielen: Spionagesoftware aus Deutschland, das europäische Drohnenprogramm, Banken, die in Atomwaffenprogramme investieren oder gesetzliche Hürden für Betroffene des Frauenhandels. Sie war zwei mal für den Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert. Als freie Radiomacherin hat sie die Serie „Radio Stimme Straßenbefragung“ mitgestaltet, die 2012 mit dem Radiopreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet wurde.

Peter Dinkloh und Elmar Wigand (Thema Arbeit)
Peter, geboren 1972, hat sich schon als Reporter bei Reuters bevorzugt den wirtschaftlichen Abenteuern großer Konzerne gewidmet und aufgezeigt, wie diese mit gewissenhafter Regelmäßigkeit zu hohe Risiken eingehen – oftmals in der Erwartung, dass sie nicht selber für die Rechnung aufkommen müssen. Peter hat in London Journalistik studiert und bei der dpa und Bloomberg News gearbeitet. Sein Wissen konnte er bei Reuters als verantwortlicher Korrespondent erst für Energieversorger und dann für das Frankfurter Büro anwenden.

Elmar, geboren 1968, ist Autor, Publizist und Online-Konzeptioner. Er erforscht mit Dr. Werner Rügemer seit 2012 in einem Projekt, das von der Otto-Brenner-Stiftung (OBS) gefördert wurde, die systematische Bekämpfung von Beschäftigten, Betriebsräten und Gewerkschaften durch professionelle Dienstleister. Die Ergebnisse wurden 2014 im Arbeitsheft Nr. 77 der OBS veröffentlicht. Das Buch „Die Fertigmacher. ArbeitsUnrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung“ (papyrossa, 2014) stellt eine thematisch wie analytisch erweiterte Fassung der Arbeit dar. Er hat für den Verein Lobbycontrol die konzernkritische Online-Enzyklopädie lobbypedia.de konzipiert und aufgebaut, die 2012 den Grimme-Online-Award gewann. Elmar Wigand ist Redakteur des Blogs arbeitsunrecht.de und Mitbegründer der Initiative aktion./.arbeitsunrecht e. V.