Die dänische Spielzeugfirma LEGO will dem chinesischen Künstler keine Steine liefern, damit der damit keine politische Kunst macht. Gut. Dann springen wir ein. Lasst uns Ai Weiwei tausende LEGO-Steine senden.

LEGO verweigert dem chinesischen Künstler Ai Weiwei die Lieferung von Bausteinen. Die Spielzeuge sollten nicht für politische Darstellungen verwendet werden, meint das Unternehmen aus Dänemark.

Was für ein Unsinn.

Wir meinen, jeder Mensch – auch Kinder – müssen lernen können, wie Politik funktioniert. Und wenn für diese politische Bildung LEGO-Steine von Künstlern benutzt werden, dann ist das erstmal gut. Je leichter und plakativer Erfahrungen vermittelt werden, umso besser. LEGO-Steine sind ein prima Instrument für politische Bildung.

LEGO teilte mit, das Unternehmen "respektiere das Recht auf freien kreativen Ausdruck" und "zensiere oder verbiete nicht die Verwendung" des Spielzeugs. Allerdings würde die Firma „sich darauf konzentrieren, Kindern großartige, kreative Spielerfahrungen zu vermitteln“ und „deswegen davon Abstand nehmen auf einem globalen Level aktiv politisch zu engagieren oder dabei zu helfen, LEGO Steine in einem politischen Kontext oder bei politischen Projekten zu verwenden.“ Ein Sprecher sagte dem Guardian: „Dieses Prinzip ist nicht neu.“

Wir vermuten, dass sich LEGO viel eher nicht mit den chinesischen Diktatoren anlegen möchte, um im Reich der Mitte ordentlich abzukassieren. Da stört nur die Anfrage eines Künstlers wie Ai Weiwei, der dafür bekannt ist die Zustände in seinem Land zu kritisieren und die Grenzen der Meinungsfreiheit auszuloten.

Auf Instagram hat Ai Weiwei Legosteine in einer Toilette veröffentlicht. Dazu schreibt er: „Everything is awesome“. Der Künstler lebt derzeit in Europa. Nachdem er in seiner Heimat inhaftiert war, ist er chronisch krank.

Wir sammeln nun LEGO-Steine in unserem Berliner Büro unter der Adresse:

CORRECTIV // Singerstr. 109 // 10178 Berlin

Wir werden alle LEGO-Steine an Ai Weiwei übergeben.

Wir unterstützen die Meinungsfreiheit: Und wenn es dazu LEGO-Steine braucht, dann ist das eben so.

Wer also noch LEGO-Steine übrig hat, von seinen Kindern etwa, soll sie uns geben, wir machen ein paar große Pakete fertig und senden Sie an Ai Weiwei.

Kunst lässt sich nicht aufhalten, weil eine Firma keine Spielsteine liefern will.

10 Euro für unabhängigen Journalismus