Journalismus braucht Zeit. Das zeigen all unsere Geschichten, die dieses Jahr besonders erfolgreich waren. Zeit für Recherchen. Zeit, um dran zu bleiben. Zeit, damit sich Dinge verändern können. Journalismus braucht Zeit – und Geld. Ohne Eure Unterstützung können wir diesen Aufwand nicht leisten.

Bei CORRECTIV arbeiten über 40 Menschen. In diesem Team recherchieren wir für die Gesellschaft. Wir erzählen Geschichten, die Missstände aufdecken und bieten Informationen an, damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann. Hier blicken wir auf die Höhepunkte im Jahr 2017 zurück und geben einen Ausblick, was wir für das kommende Jahr planen.

Unser Wunsch: Nehmt Euch jetzt Zeit für den Jahresrückblick mit den besten Projekten 2017. Und trefft dann eine Entscheidung. Was sind Euch die Geschichten und Projekte von CORRECTIV wert? Jeder kann unsere gemeinnützige Arbeit unterstützen. Das ist ganz einfach. Für nur 10 Euro im Monat kann jeder Fördermitglied von CORRECTIV werden.

 

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Krebsmedikamente können über Leben und Tod entscheiden. In einem der größten Medizinskandale der Nachkriegszeit haben Tausende Patienten aus einer Apotheke in Bottrop gepanschte Medikamente erhalten. Und wer hat sie informiert, dass sie betroffen sind? Die Behörden nicht. Die Ärzte nicht. Sondern wir. Wir haben eine Datenbank veröffentlicht, in der Krebspatienten nachschlagen können, ob ihr Arzt Medikamente aus der Alten Apotheke des Apothekers Peter S. bezogen hat. In einer neu gegründeten mobilen Redaktion sprachen wir mit Betroffenen. Über den Prozess gegen den Apotheker berichten wir aktuell aus dem Gerichtssaal.

 

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NRW hat nicht genug Lehrer. Unterricht fällt aus. Doch wie groß ist das Problem? Größer, als es die Behörden in dem größten Bundesland Deutschlands in ihren Statistiken ausweisen. Das haben wir mit einer neuen Methode recherchiert, die wir in Zukunft noch viel häufiger einsetzen wollen: Wir haben mit den Betroffenen zusammen recherchiert. Einen Monat haben über 520 Eltern, Lehrer und Schüler auf der Webseite „Unterrichtsausfall – der Check“ täglich erfasst, welche Stunden ausfallen. Das Ergebnis: Vier von zehn Stunden, die nicht planmäßig unterrichtet werden, fallen ersatzlos aus. Das sind doppelt so viele, wie eine Stichprobe des Schulministeriums ergab. Für uns ist das wichtig: Menschen, die auf Chancengleichheit angewiesen sind, brauchen den staatlichen Unterricht. Sie können sich den teuren, privaten Nachhilfeunterricht nicht leisten, der so oft ausgefallene Stunden ersetzt – wenn die Eltern Geld haben.

 

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Das Jahr 2017 ist eine Zäsur: eine rechtspopulistische Partei ist zum ersten Mal seit der Nachkriegszeit in den Bundestag eingezogen. Wir recherchieren schon lange zu den Lügen und den Widersprüchen der AfD. Und dem Schaden, den ihre spalterische Politik in unserer Demokratie und unserer Gesellschaft anrichtet. Zwei Beispiele: im März veröffentlichten wir das „Schwarzbuch AfD“, das inzwischen in zweiter Auflage erschienen ist. Unser Journalist Marcus Bensmann sagte bereits im Frühjahr die Spaltung der AfD voraus, die sich am Morgen nach der Wahl vollzog.

 

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Der Klimawandel ist eine Gefahr, die uns alle betrifft. Deswegen ist in diesem Jahr bei uns mindestens alle zwei Wochen etwas zum Klimawandel erschienen. Zum Beispiel eine Datenanalyse: wir zeigen, wie Hunderte Millionen Menschen schon jetzt vom Meeresanstieg betroffen sind. Ihre Inseln werden versenkt, Ebenen überschwemmt. Der Klimawandel betrifft uns alle. Nur Politik und Wirtschaft in Deutschland tun so, als ginge sie die Erderwärmung nichts an. Wir haben ausgerechnet, dass die Bundesregierung sowohl ihre eigenen als auch die international vereinbarten Klimaziele verpasst. Da wollen wir weiter dran bleiben.

 

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Die Türkei ist auf dem Weg in die Autokratie. Das betrifft auch Europa. Die Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdogan versucht mit Hilfe der türkischen Minderheiten Europa zu spalten. Wir wehren uns und setzen auf Aufklärung: zusammen mit dem türkischen Journalisten Can Dündar haben wir #ÖZGÜRÜZ gegründet. Sechs Journalistinnen und Journalisten berichten in der Türkei über aktuelle Ereignisse. Damit zählen wir zu den letzten verbliebenen unabhängigen Medien in der Türkei. 

 

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Demagogen und Populisten sind auf dem Vormarsch. Auch, weil sie gezielt Lügen und Desinformationen einsetzen. Deswegen haben wir in diesem Jahr ein Faktchecking-Team gegründet: EchtJetzt. Wir prüfen Informationen, die in sozialen Medien kursieren, auf ihre Echtheit. Wir überprüfen die Aussagen von Politikern. Wir setzen auf Fakten und Aufklärung statt Lügen.

 

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Drei verregnete Tage im September haben uns verzaubert: Zu unserem Journalismus-Festival in Dortmund, dem „Campfire“, kamen 2.000 Besucher. Wir sprachen mit Bürgern, Studenten, Experten und auch Journalisten. Wir wollten ein Event schaffen, wo jeder auf Augenhöhe über Journalismus debattieren kann. Welches den Journalismus nicht hinter Redaktionstüren versteckt, sondern ihn öffnet. Das machen wir nächsten Jahr noch einmal.

 

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Was wir auf dem Campfire begonnen haben, übertragen wir mit der „Reporterfabrik“ ins Digitale. Dieses Jahr hat der Aufbau unserer Journalistenschule für alle Fahrt aufgenommen. Mittlerweile arbeiten fünf Menschen für CORRECTIV an einer modernen Bildungsplattform, auf der Journalisten und Bürger zusammenwirken. Wir wollen journalistische Methoden für jeden und jede frei verfügbar machen. Und damit unsere Demokratie stärken. Geleitet wird die Reporterfabrik von Cordt Schnibben, einem der profiliertesten Reporter Deutschlands.

 

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Seit der Gründung von CORRECTIV im Sommer 2014 haben wir auch Fehler gemacht. Eine falsche Entscheidung hat aber auch immer etwas Gutes: Wir lernen daraus. So haben wir in der Gründungsphase sehr viele Reporter beschäftigt, aber zu wenige Entwickler, die ein tiefes technisches Verständnis mitbrachten. Mittlerweile haben wir unser „Tech-Team“ deutlich vergrößert. Wir freuen uns über sieben Leute, die unsere Webseite entwickeln, neue Plattformen produzieren und sich als Datenjournalisten an Recherchen beteiligen. 

 

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Die Analyse von Daten ist für uns sehr wichtig. Sie steht im Zentrum vieler Geschichten, die wir gemeinsam mit Lokalzeitungen veröffentlichen. Eine aufwändige Datenanalye kann systematische Probleme enttarnen. So haben wir die Anzahl der Minijobber für jede Gemeinde in Deutschland veröffentlicht. In einer Datenbank kann jeder nachschauen, ob der eigene Arzt Geld von der Pharmaindustrie annimmt. Wir haben über 500 Millionen Euro offen gelegt, die Richter und Staatsanwälte frei verteilen.

 

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Wir wollen Journalismus stärken. Deswegen geben wir Recherchen an andere Medien ab und recherchieren gemeinsam mit anderen Redaktionen. Im Jahr 2017 sind Geschichten von CORRECTIV in über 100 Medien erschienen. In der „Liste der Kooperationspartner 2017" seht Ihr, dass große etablierte Medien dabei waren, aber auch neu gegründete Redaktionen oder kleine Lokalbüros. Wir konnten dazu beitragen, dass die Vielfalt in der Lokalberichterstattung gestärkt wird. Zu den „Meistgelesenen Artikel 2017" auf correctiv.org zählen übrigens einige Lokalgeschichten.

Liste der Kooperationspartner 2017

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Meistgelesene Artikel 2017

  1. Pretzell und Petry in Erklärungsnot
  2. Übergriffe und Wirkungen – Was wir bei CORRECTIV derzeit erleben
  3. Die Alte Apotheke – Das Ende des Schweigens
  4. AfD: Spaltung nach der Bundestagswahl?
  5. Schlampige Hygiene im Krankenhaus führt zu mehr Toten als im Straßenverkehr
  6. Der große Krankenhaus-Raub – Wie die Stadt Offenbach erst ein teures Krankenhaus baute – und es dann an einen privaten Klinikkonzern verschenkte.
  7. Racial Profiling: In neun Monaten hat mich die Berliner Polizei 23 Mal kontrolliert
  8. Gottes Werk und Behles Beitrag – Wie sich ein Manager ein Diakoniewerk unter den Nagel riss
  9. Die Nullnummer: AfD-Stimmen für Migrantenpartei
  10. Das Mädchen in Abidjan – Wie die 'Ndrangheta Kokain durch Westafrika nach Europa schmuggelt
  11. Der Apotheker – Die Geschichte eines Mannes aus Bottrop, der tausende Menschen ins Unglück stürzte.
  12. Seid umschlungen, Millionen! – 71.000 Ärzte erhalten Geld von der Pharmaindustrie. Erstmals werden diese Interessenkonflikte nun öffentlich.
  13. „Wir machen Meinung“ – Eine Kanzlei prägt das Versicherungsrecht mehr als alle anderen
  14. Die Unheilerin – Handauflegen gegen Krebs. Kosten: 300.000 Euro.
  15. Jetzt wird's schmutzig – Die AfD lernt von Trumps Wahlkampfhelfer Harris und setzt auf Negative Campaigning
  16. Wie die Alkoholindustrie uns dazu bringt, immer weiter zu trinken
  17. Ihre Fragen, bitte? – Politiker stellen sich im TV den Fragen der Wähler. Aber wer wählt das Publikum aus?
  18. Wie zwei Menschen dafür sorgten, dass ein Apotheker keine Krebsmedikamente mehr panscht.
  19. Die Hilfssheriffs von Hamburg – G20 und die Folgen: Warum private Fahndungsaufrufe eine schlechte Idee sind
  20. Thomas Bach verkauft alles

 

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Das Jahr 2018 wird spannend: mit Oliver Schröm bekommen wir einen neuen Chefredakteur. Im Januar treffen wir uns, um die Recherchen für das nächste Jahr zu planen. Ein Projekt steht bereits fest: Wir entwickeln eine neue CrowdNewsroom-Plattform für eine große Recherche in Hamburg zum Thema Immobilien. Über die Plattform sollen sich viele Menschen an der Recherche beteiligen können.

 

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Wir haben weiter viel vor. Tiefgründige Recherchen kosten Geld. Unsere Webseite wurde dieses Jahr millionenfach besucht. Da wir als gemeinnütziges Medium keine Werbung schalten, verdienen wir mit Ihrer Aufmerksamkeit kein Geld. Entscheidet, was Euch unser Journalismus wert ist. Das geht ganz einfach: Unterstützt die Arbeit von CORRECTIV als Fördermitglied. Nur dann können wir diesen Aufwand leisten. Bis zum heutigen Tag unterstützen uns mehr als 2.550 Menschen mit einer Spende von durchschnittlich 10 Euro. Das freut uns sehr. Damit wir langfristig unsere Existenz sicherstellen können, benötigen wir aber noch deutlich mehr Förderer. Wir wollen 5.000 Fördermitglieder gewinnen. Erst dann hätte unsere Arbeit ein sicheres Fundament.

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