Peter Tauber, Generalsekretär der CDU, hat mit einem Tweet provoziert. „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“ So beantwortete Tauber am Montag die Frage eines Wählers. Seine Äußerungen zogen viel Kritik nach sich.

Doch wie sieht es konkret aus: Wie viele Minijobber haben eine Ausbildung absolviert?

In Deutschland gab es am 30. September 2016 mehr als sieben Millionen Menschen, die in einem Minijob arbeiteten. Die Arbeitsagentur hat Daten über deren Ausbildung veröffentlicht:

Ausbildung von Minijobbern

Wie kam es zu Taubers Tweet?

Zuerst teilte Tauber einen Artikel der „Welt“ mit dem Kommentar „Wahlkampf: ‘Vollbeschäftigung’ ist viel besser als ‘Gerechtigkeit’“. Er wollte also betonen, dass der Schwerpunkt der CDU/CSU für die Bundestagswahl besser sei als der Schwerpunkt der SPD.

Daraufhin fragte ein Twitter-Nutzer, ob Vollbeschäftigung für ihn folglich drei Minijobs bedeuten würden. Das beantwortete Tauber mit seinem unglücklichen Statement.

Am Dienstag Vormittag versuchte Tauber, den Ärger zu dämpfen. Auf Twitter schrieb: Nur mit einer „guten Ausbildung“ könne man genug verdienen, um nicht drei Minijobs zu brauchen.  Es tue ihm Leid, dass er das „so blöd formuliert und damit manche verletzt habe“.

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Peter Tauber veröffentlicht ein Statement auf Twitter.

Fazit

Mehr als die Hälfte aller Minijobber hat eine anerkannte Ausbildung – wozu auch Fachschulabschlüsse zählen – oder einen Hochschulabschluss. Es ist also nicht so wie Peter Tauber, Generalsekretär der CDU, nahelegt, dass Minijobs ein Phänomen unter Menschen ohne Ausbildung ist.

Korrektur: In einer früheren Version stand, dass Fachhochschulabschlüsse als anerkannter Berufsabschluss gelten, gemeint waren Abschlüsse von Fachschulen. Fachhochschulabschlüsse zählen zu den akademischen Abschlüssen. 

Unsere Bewertung: Die Aussagen sind in einigen Teilen falsch.

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