Halbwissen und Überspitzung: Das sind die Zutaten, aus denen Fake News gemacht sind. An einem konkreten Beispiel zeigen wir, was uns motiviert und wie wir nachforschen.

In den vergangenen Wochen haben wir als Newsroom-Team von First Draft und CORRECTIV die heiße Phase des Wahlkampfes begleitet. Besonderes Augenmerk haben wir dabei auf Fake News, Gerüchte und Desinformation in den sozialen Medien gelegt.

Warum ist das wichtig?

Früher – in der analogen Zeit – war alles einfach. Das Fernsehen sendete, die Zeitung druckte. Mehr als Leserbrief war nicht. Heute ist jeder sein eigener Nachrichtensprecher. In Netzwerken wie Facebook und Twitter können Parteien, Interessensgruppen und Privatpersonen, Texte und Bilder und Videos verbreiten, ohne dass deren Wahrheitsgehalt überprüft wird.

Doch dort, wo Unwahrheiten und gezielte Desinformationen ein großes Publikum erreichen, entsteht oft Empörung und Hass. Dem begegneten wir in den vergangenen Wochen mit klassischem Journalismus: Wir recherchierten, telefonierten, fragten nach, arbeiteten uns durch Gesetzestexte und Statistiken.

Etwa zu einem Fall aus Leipzig, vermeintliche Muslime warten an einer Haltestelle der Verkehrsbetriebe.Auf Facebook kursierte ein Video und verbreitete ein Gefühl von drohender Islamisierung. Wir sind der Sache dann einmal nachgegangen. Es handelte sich um afrikanische Christen auf dem Weg zu einer Taufe.

Besonders aufwändig sei die Recherche im konkreten Fall nicht gewesen, erklärt Lennart Kutzner, der an der Faktenprüfung mitgearbeitet hat. „Wir haben keine Spezialwerkzeuge angewendet, die sich ein Normalbürger nicht hätte leisten können. Google Street View und ein paar Telefonate haben völlig gereicht.“


Im Video: Eine Fake News und ihre Geschichte, ein Blick in unseren Redaktionsalltag.

 

 

 

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