Am 6. März 2018 veröffentlichte die Webseite „Anonymousnews.ru“ einen Artikel, in dem der Autor behauptet, dass Bedürftige Migranten Lebensmittel, die sie bei der Oberlausitzer Tafel bekommen haben, in den Müll schmeißen. Weil sie nicht halal seien, also nach ihrem Glauben nicht „erlaubt“.

Als Quelle für diese Information nennt die Webseite Frank Grübe, den Chef der Oberlausitzer Tafel:

„’Menschen aus arabischen Ländern essen nicht alles, was angeboten wird’, so die Erfahrung des Tafelchefs. Reihenweise landeten die guten Lebensmittel demnach im Müll, weil sie nicht halal waren.“ 

Der Zitat von Frank Grübe stammt aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 5. März. Dort erklärt Grübe, Chef der Oberlausitzer Tafel, dass im Gegenteil zu der Essener Tafel jeder Bedürfitge Hilfe bekomme, ob Deutsch oder Ausländer. Mehr über seine Erfahrung mit Migranten kann man im Artikel lesen. So werden die Probleme mit den nicht halal-konformen Lebensmittel bestätigt:

„’Menschen aus arabischen Ländern essen nicht alles, was angeboten wird’, so die Erfahrung vom Tafelchef. Ganz zu Beginn mit den Asylsuchenden landeten einige Spenden sogar manchmal im Müll. Nämlich dann, wenn die Speisen nicht halal – also religionsbedingt nicht erlaubt – waren. Dazu zählen Produkte, bei denen Schweinefleisch verarbeitet wird. Für alle Beteiligten eine unbefriedigende Angelegenheit.“

Keine Probleme mehr

Wie man erfährt gab es „ganz zu Beginn“ Probleme mit den Asylsuchenden. Hat sich die Lage geändert? Die Sächsische Zeitung schreibt:

„Schnell stellten sich die Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen auf die Situation ein. Eingepackt wurden in die Tüten dann vorrangig Obst und Backwaren. Ein Lernprozess für alle Seiten sei das gewesen. ‘Wir haben das seit Langem gut im Griff’, sagt Frank Grübe. Probleme gebe es diesbezüglich keine mehr.“

Auf Anfrage von CORRECTIV bestätigte Frank Grübe die früheren Probleme. Allerdings erklärte er, dass Produkte mit Schweinefleisch, wie zum Beispiel Pizza mit Salami, weiterhin bei der Oberlausitzer Tafel verteilt werden. „Wenn es sie gibt“ betont er. Die Mitarbeiter der Tafel achten darauf, dass Muslimen solche Produkte nicht bekommen, weil sie die auch nicht essen würden. Es ist also keine „Unterwürfigkeit vor Fremden und Islamisten“ wie „Anonymousnews.ru“ es nennt, sondern gesunder Menschenverstand.

Unsere Bewertung: Laut der Quelle von Anonymousnews.ru gibt es keine Probleme mehr.

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