Correctiv
CORRECTIV unterstützen

Wir decken Missstände auf. Wir sind unabhängig und nicht gewinnorientiert.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Fake News?

Als Fake News gelten „falsche Nachrichten” oder „falsche Artikel”. Es handelt sich dabei nicht um Texte, die Fehler enthalten. Es geht auch nicht um Satire. Fake News – jene falschen Nachrichten, mit denen wir uns beschäftigen – werden vielmehr verfasst und verbreitet, um bewusst zu täuschen. Fake News imitieren die Form der Nachrichten, die man in etablierten Medien lesen kann, und verkleiden sich mit ihrem Stil und ihren Zeichen, um die Leichtgläubigkeit von manchen Lesern auszunutzen. Sie wollen den einzelnen und die Öffentlichkeit bewusst irreführen.

Die Ziele der Hersteller von Fake News können politisch sein, indem sie die Interessen von Bewegungen, Organisationen oder Parteien unterstützen, oder auch wirtschaftlich. Fake News werden also gezielt erfunden. Oft werden diese Texte auf Webseiten veröffentlicht, die denen von bekannten Medien ähneln, um die Internetnutzer zu täuschen.

Wie wählt Ihr Eure Beiträge aus?

Viele der Beiträge, die wir prüfen, wählen wir anhand ihrer Relevanz aus. Wird ein Beitrag vielfach in sozialen Medien geteilt, verfügt aber über fragwürdige Inhalte, beginnen wir mit unserer Prüfung. Außerdem checken wir Artikel, die uns via Facebook oder über unser Formular gemeldet werden. Wenn wir feststellen, dass es sich um Satire handelt, prüfen wir in der Regel nicht.

Wie werden die Fakten überprüft?

Zunächst einmal schauen wir uns die Adresse des Absenders an. Wie lange gibt es die Seite bzw. den Account schon? Ist die URL echt? Welche Geschichte und wie viele Follower hat der Account? Auch die bisher veröffentlichten Beiträge schauen wir uns an. Was wird sonst auf der Website publiziert? Gibt es ein Impressum? Das alles gibt Hinweise darauf, wie glaub- oder vertrauenswürdig der Absender ist.

Wir überprüfen, ob der Beitrag überhaupt aktuell ist.

Wir überprüfen, ob Überschrift und Inhalt des Beitrags zusammenpassen. Dabei kontrollieren wir, ob in der Überschrift übertrieben wird oder eine These derart zugespitzt wird, dass sie mit den Fakten im Beitrag nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen ist.

Wir überprüfen Zahlen und Daten: Auf welche Quellen beruft sich der Beitrag? Werden sie korrekt zitiert? Stimmt der Kontext? Gegebenenfalls checken wir die Daten gegen, indem wir andere Quellen hinzuziehen oder Fachleute und Behörden kontaktieren.

Wir überprüfen Fotos und Videos.

Wir stellen uns zunächst folgende Fragen: Passt das Foto zum Inhalt? Wurde das Foto tatsächlich am angegeben Ort aufgenommen? Werbetafeln, Verkehrsschilder und Autokennzeichen geben möglicherweise Hinweise. Wir benutzen die gängigen Techniken und Tools, um Bilder und Videos zu überprüfen. Ähnlich gehen wir bei zweifelhaften Videos vor.

Wir dokumentieren unsere Quellen und unsere Arbeitsweise.

Wer arbeitet im Fact-Checking Team?

Jutta Kramm ist Journalistin in Berlin. Von 1991 bis 2016 hat sie bei der Berliner Zeitung gearbeitet, wo sie seit 2009 stellvertretende Chefredakteurin war. Ihre journalistische Laufbahn begann sie Mitte der 80er Jahre bei der Tageszeitung taz.

Jacques Pezet ist ein französisch-honduraner Journalist. Erfahrung im Kampf gegen Falschmeldungen hat er seit 2015 bei Désintox, dem Fact-Checking Team der französischen Zeitung Libération und des Fernsehsenders Arte, gesammelt. In der Vergangenheit berichtete er als Freier Journalist aus  Berlin über Deutschland  französische Medien.

Karolin Schwarz ist Initiatorin der Hoaxmap. Das Projekt, das Falschmeldungen über Geflüchtete und Migranten zusammen trägt, wurde 2016 für den Grimme Online Award nominiert. In der Vergangenheit arbeitete sie unter anderem für Jäger & Sammler (funk) und die Leipziger Volkszeitung.

Pauline Schinkels ist Absolventin der Kölner Journalistenschule für Wirtschaft und Politik, parallel dazu studierte sie Sozialwissenschaften in Köln, Praktika u.a. bei der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung und Spiegel Online. Derzeit absolviert die 26-jährige ihr Masterstudium der Wirtschafts- und Finanzsoziologie in Frankfurt.

Wie finanziert sich Echtjetzt?

Unsere Faktenchecker werden von der Open Society Foundation finanziert. Wir erhalten kein Geld von Facebook.

Bezahle ich als CORRECTIV-Mitglied die Arbeit für Facebook?

Nein. Wir testen in den nächsten Wochen, wie die Überprüfung von Falschmeldungen auf Facebook konkret vor sich gehen kann. Wenn wir am Ende eine Vorstellung vom Aufwand dieser Arbeit haben, klären wir, wie wir diese bewältigen können und wie eine Finanzierung dafür aussehen sollte.

Wie kann ich einen Artikel zur Überprüfung einreichen?

Dir ist ein zweifelhafter Bericht aufgefallen? Dir kommt eine Geschichte unglaubwürdig vor? Du hast begründete Zweifel an einem Posting oder Tweet? Du fragst Dich, ob die Aussage oder Behauptung eines Politikers den Tatsachen entspricht?
Dann schreib uns.Wir nehmen gerne Anregungen entgegen.

Link: Schick uns den Link zu einem Artikel oder Post, der überprüft werden soll
oder lade ein Bild hoch
Kommentar (optional): Beschreibe kurz deine Einsendung. Wann hast du zum ersten Mal von dieser Geschichte gehört? Warum denkst du, dass es sich um eine Falschmeldung handelt?

Wir melden uns, sollten wir weitere Informationen benötigen oder einen Faktencheck veröffentlichen.

E-Mail
Vor- und Zuname (optional)
Postleitzahl (optional)

 

Betreibt Echtjetzt Zensur?

Nein. Zensur geht in der Regel von staatlichen Stellen aus. Wenn wir im Rahmen unserer Arbeit einen Artikel oder eine Information als ungenau oder falsch kennzeichnen, können diese nach wie vor gepostet werden. Wir prüfen Fakten, nicht deren Absender. Und, noch wichtiger: Wir prüfen Fakten und Tatsachenbehauptungen, aber keine Meinungen. Wir entscheiden auch nicht, was gepostet wird.

Löscht Echtjetzt Inhalte auf Facebook?

Nein. Wir kennzeichnen die Artikel entlang unserer Bewertungskriterien. Wir sind der Meinung, dass sich jeder Nutzer ein eigenes Bild machen können soll aufgrund von gesicherten Informationen und nicht auf Basis von Gerüchten, Halbwahrheiten oder Lügen. Uns geht es um aufgeklärte Meinungsbildung.

Welche politische Richtung verfolgt Echtjetzt?

Wir sind überparteilich in unserer Haltung und fair in unserer Beurteilung. Wir haben uns beim Fakten-Checken zur Neutralität verpflichtet. Wir arbeiten nach den Kriterien des internationalen Code of Principles des us-amerikanischen Poynter Instituts, einer unabhängigen, gemeinnützigen Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet. Wer aktuell dazu zählt, kann man hier einsehen.

Berichtet Ihr in Zukunft nicht mehr kritisch über Facebook?

Die CORRECTIV-Redaktion ist unabhängig und wird es bleiben. Ohne diese Unabhängigkeit funktioniert Journalismus nicht. Daran werden auch wir bei CORRECTIV uns halten.

Was ist, wenn ich einen Fehler bei Euch entdeckt habe?

Wir korrigieren klar und offen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Fehlermeldungen nehmen wir entgegen per Mail an den faktencheck@correctiv.org.

Wie bewertet Echtjetzt?

Wir bewerten mit einer Skala von sieben Punkten. Sie reicht von „richtig“ über „derzeit nicht überprüfbar“ bis zu „völlig falsch“. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier.

10 Euro für unabhängigen Journalismus