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Die Initialstifterin

Die Initialstifterin

Anneliese Brost und ihre Brost-Stiftung sind Inititalförderer von correctiv.org.

Anneliese Brost gehört zu den bedeutendsten Verlegerpersönlichkeiten der Deutschen Geschichte. Ihr späterer Mann Erich Brost gründete nach dem zweiten Weltkrieg die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Anneliese Brost – damals noch Brinkmann – war erste Mitarbeiterin der WAZ. 1975 heirateten die beiden. 20 Jahre später, nach dem Tod ihres Mannes, übernahm Anneliese die Leitung des Verlages.

Anneliese Brost

Anneliese Brost

Ilja Höpping / WAZ FotoPool

 

 

Anneliese Brost war schon zu Lebzeiten gesellschaftlich engagiert und wurde unter anderem mit dem Staatspreis des Landes NRW und dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. In ihrem Testament verfügte Anneliese Brost 2010 die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung. Die Brost-Stiftung unterstützt nun als Inititalförderer correctiv.org.

Die Brost-Stiftung hat einen gemeinnützigen Auftrag jenseits jeder Parteipolitik und ist allseits als seriöse Organisation bekannt und akzeptiert. Sie hat sich dazu entschieden, unsere Gründung zu unterstützen und unser Initialförderer zu werden.

Die Brost-Stiftung wurde am 1. Juni 2011 aus dem Erbe von Anneliese Brost mit Sitz in Essen gegründet. Ihr Stiftungskapital liegt bei rund 300 Millionen Euro. Mit den Erlösen aus diesem Kapital fördert sie vornehmlich Projekte, die den Brückenbau zwischen den Generationen vorantreibt, das publizistische Erbe der Brost Familie aufrechterhält und Unterprivilegierten mehr Rechte, Chancen und Anerkennung verschafft.

Die Brost-Stiftung verfolgt damit das Vorbild von Anneliese und Erich Brost weiter, die sich zu Lebzeiten für bessere Lebensbedingungen einsetzten, die Völkerverständigung förderten und ihre Arbeitskraft der Entwicklung unserer Demokratie widmeten.

Anneliese Brost hat das Werden der WAZ-Gruppe von Anfang an miterlebt und schließlich auch mitverantwortet. Zunächst als Mitarbeiterin, später als Ehefrau des Sozialdemokraten und Journalisten Erich Brost; zuletzt als Verlegerin. Gemeinsam zählte das Ehepaar zu den bedeutendsten Gründern in der bundesdeutschen Zeitungsgeschichte. Sie gehörten zu denen, die ganz vorne dabei halfen, die Nazi-Vergangenheit zu überwinden und Deutschland in einen demokratischen Staat zu wandeln.

Anneliese Brost wurde am 4. September 1920 als einziges Kind von Heinrich und Johanna Brinkmann in Bochum geboren. Ihr Vater war Pferdehändler, die Mutter der politische Kopf der Familie: Sozialdemokratin und entschiedene Frauenrechtlerin. Anneliese Brost wächst in einer Zeit auf, die von instabilen politischen Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Gewalt, Inflation und Hunger geprägt ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt Anneliese Brost als Sekretärin bei der Westfälischen Rundschau, die erstmals am 20. März 1946 erscheint. Mit 25 Jahren gehört sie zur 19-köpfigen Gründungsmannschaft der WR. Über die Rundschau lernt sie ihren späteren Ehemann Erich Brost kennen.

Dieser saß für die SPD bis 1939 als Abgeordnete im Danziger Volkstag, dem Parlament der damals Freien Stadt. Nach dem Überfall der Nazis musste Erich Brost nach England flüchten und arbeitete dort im Widerstand: Er schrieb als Journalist aus England, Skandinavien und Polen.

Als einer der ersten Nazi-Verfolgten kehrte Erich Brost am 8. Juni 1945 aus London ins Ruhrgebiet zurück. Er war entscheidend am Aufbau der freien Presse in Deutschland beteiligt. Von den Alliierten bekam er den Auftrag den „German News Service“ aufzubauen, aus dem später die Deutsche Presseagentur (dpa) hervorging. Außerdem war er beim Wiederaufbau von Radio Hamburg, dem späteren NDR beteiligt. 1947 wurde er erster Chefredakteur der Neuen Ruhr Zeitung. Zudem wurde Brost Repräsentant des SPD-Vorstandes beim Alliierten Kontrollrat in Berlin.

Im November 1947 schließlich bekam Brost das Angebot, Lizenznehmer für eine unabhängige Tageszeitung in der Britischen Zone zu werden. Am 3. April 1948 erschien die erste Ausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) mit der „Lizenz 192“. Als gleichberechtigten Partner holte Erich Brost den ehemaligen Lokalchef der Neuen Ruhr Zeitung, Jakob Funke, in das neue Unternehmen und gab ihm 50 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Die erste Angestellte von Erich Brost ist Anneliese Brost. Als die WAZ 1953 in das neue Verlagsgebäude nach Essen umzieht, ist sie längst die „rechte Hand“ des Chefs. Und 1975 trägt sie nach der Hochzeit mit Erich Brost nun auch seinen Namen. Im gleichen Jahr wird aus der WAZ die WAZ-Mediengruppe, zu der auch die Westfälische Rundschau gehört.

Die Gründung war erfolgreich. Unter den Verlegern Anneliese und Erich Brost florierte das Geschäft. Die WAZ-Gruppe gründete und kaufte Dutzende Tages- und Wochenzeitungen, weit über 100 Publikums- und Fachzeitschriften, Anzeigenblätter und hunderte Kundenzeitschriften. Anneliese Brost bezeichnet die WAZ zu Lebzeiten als gemeinsames Kind mit Erich Brost, dessen Aufgaben sie 1995 übernehmen muss, als ihr Mann wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag verstirbt. Für die folgenden 15 Jahre führt Anneliese Brost das Unternehmen als Verlegerin weiter.

Nachdem auch Sie mit 90 Jahren am 8. September 2010 stirbt, verkaufen ihre Erben kurze Zeit später ihre Anteile an der WAZ-Gruppe an die Familie von Jakob Funke. Die neuen Eigentümer benennen das Unternehmen in Funke-Mediengruppe um.

Das Erbe von Anneliese Brost lebt in den Zeitungen dieser Gruppe und in ihren Stiftungen fort.

Der Vorstandsvorsitzende der Brost-Stiftung ist der renommierte Hämatologe, Prof. Dr. Wolfgang Heit.

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Bodo Hombach. Der ehemalige Kanzleramtsminister und Geschäftsführer der WAZ-Gruppe kümmert sich in erster Linie um das publizistische Erbe von Anneliese und Erich Brost.

Dritter Vorstand ist Dr. Thomas Sacher. Der Jurist ist Partner der Kanzlei Ashurst LLP in deren Münchener Büro. Dort betreut er nationale und internationale Mandanten im Bereich Corporate M&A.

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