Der Hundertzeiler *Wertpapier-Betrug in Milliardenhöhe kommt nach Deutschland* Gefälschte Wertpapiere in Milliardenhöhe schädigen die deutsche Wirtschaft. Nach Informationen des gemeinnützigen Recherchebüros CORRECT!V benutzen internationale Finanzbetrüger dazu unter anderem gefälschte Bundesschatzbriefe - allein in einem Fall mit einem Volumen von weit mehr als 500 Millionen Euro. Die Betrüger spielen Firmen die gefälschten Wertpapiere zu. Diese hinterlegen die wertlosen Papiere dann als angebliche Sicherheiten für Investitionskredite. Erst wenn die Sicherheiten eingelöst werden sollen, fliegt der Betrug auf. Das Modell benutzen Finanzbetrüger auf dem ganzen Globus. Wie groß der Betrug weltweit ist, weiß niemand. Doch allein die von CORRECT!V recherchierten Fälle rund um den verurteilten Finanzbetrüger Marco Russo aus Italien haben ein Volumen im Milliardenbereich. Für die internationale Zeitarbeitsfirma Trenkwalder fingierten die Betrüger Sicherheiten in Höhe von 200 Millionen Euro, in China hatte die weltgrößte Solarfirma Suntech gefälschte Bundesschatzbriefe im Wert von 560 Millionen Euro hinterlegt. Russo hat vor wenigen Monaten eine neue Firma in Hannover aufgemacht, die YUMA Finance AG. Die YUMA wirbt nun um das Geld deutscher Kunden. Das System fliegt so gut wie nie auf, denn alle profitieren: Die Banken, die Kredite vermitteln. Die Opfer, die das große Geschäft wittern. Und die Fälscher selbst, die vorab Vermittlungsgebühren kassieren. Kunden der Finanzschieber kommen aus Australien, Österreich, Spanien, Amerika oder China. Die Recherchen zum Fall Russo erlauben einen tiefen Einblick in das globale System der dreckigen Finanzschiebereien. Über Grenzen hinweg, mit wechselnden Mittelsmännern, Scheinfirmen und Strukturen fließt das Geld. Strohmänner sitzen in Italien, Spanien, der Schweiz, England und Deutschland. Sie arbeiten scheinbar ohne Limits mit Firmen in aller Herren Länder. Sie gründen und schließen Unternehmen schneller als Behörden hinter die Fassaden schauen können. Kunden der Finanzschieber kommen aus Australien, Österreich, Spanien, Amerika oder China. Die Wertpapiere fälschten die Finanzbetrüger um Russo nach Recherchen von CORRECT!V mit einem Zugang zur zentralen Verrechnungsstelle für alle europäischen Fonds-Geschäfte Euroclear. Marco Russo ist im Mai diesen Jahres in Mailand unter anderem wegen Hehlerei zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Andere Finanzbetrüger stehen in Madrid vor Gericht. Doch die Geschäfte gehen weiter. Statt in Italien ins Gefängnis zu gehen, betreibt Russo in Deutschland die YUMA Finance AG und trifft sich mit Freunden in Hamburg, München und Hannover. Nach einer Anfrage von CORRECT!V prüft die BaFin seit August die YUMA Finance AG. Doch deutsche Behörden können Kunden kaum schützen, teilweise operieren die Betrüger um Russo in einem Graubereich.