Wohnen ist an vielen Orten extrem teuer geworden: In deutschen Großstädten sind die Angebotsmieten mit geringen und selbst mit mittleren Einkommen oft nicht mehr bezahlbar, zeigt unsere Karte. Und kaufen ist angesichts der Immobilienpreise vielerorts ebenfalls unmöglich.
Wo ist die Belastung am größten? Und wo gibt es noch bezahlbaren Wohnraum? Auf dieser interaktiven Karte können Sie ein Gehalt angeben und sehen, wo eine 45-Quadratmeter-Wohnung damit noch leistbar wäre – und wo nicht.
Die Daten stammen aus unserer europaweiten Analyse: Für die konnte CORRECTIV.Europe erstmals Angebotsmieten und Kaufpreise für alle rund 100.000 Städte und Gemeinden der EU, Schweiz, Norwegen und Island auswerten, zur Verfügung gestellt vom EU-Forschungsprojekt ESPON House4All. Hier können Sie erkunden, wie unbezahlbar das Wohnen in Europa ist – wo wo sich nämlich die systemrelevante Berufsgruppe der Pflegekräfte keine Wohnung leisten kann.
Methodik
Die Preisdaten wurden uns von dem EU-Forschungsprojekt ESPON House4All zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftler haben die durchschnittlichen Angebotsmieten und Kaufpreise in den knapp 100.000 Städten und Gemeinden zwischen März 2024 und März 2025 ermittelt. Dafür haben sie mehr als 100 Millionen Angebote auf Immobilienportalen ausgewertet . In den meisten Ländern, auch Deutschland, wurden die Meta-Portale Properstar und Nestoria analysiert. Es können teils Nebenkosten enthalten sein, wenn sie in den inserierten Mietpreis inbegriffen und nicht gesondert ausgewiesen waren.
Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Situation, mit der viele Wohnungssuchende konfrontiert sind: Wenn sie umziehen wollen oder müssen, online nach einer neuen Wohnung suchen – und dabei nicht auf persönliche Empfehlungen, Kontakte oder Wartelisten zurückgreifen können.
Auf der Karte wird sichtbar, wo die Miete oder die monatliche Kreditrate 30 Prozent eines Nettolohns überschreiten würden und deshalb als unleistbar eingestuft sind. Diese Grenze gilt als Faustregel für die Leistbarkeit und wurde – in Ermangelung eines genaueren Maßstabs – auch von Harvard-Wissenschaftlern als verlässliche Größe bestätigt.
Text und Recherche: Lilith Grull, Frida Thurm
Daten und Visualisierung: Luc Martinon
Redaktion und Faktencheck: Marius Münstermann