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Mittlerer Korridor – Konkurrenz um eine Lebensader zwischen Europa und Asien

Der Iran-Krieg gefährdet die Transportrouten zwischen Europa und Asien. Deshalb gewinnen Verkehrswege an Bedeutung, die bisher nur eine Nebenrolle gespielt haben. Einer ist der Mittlere Korridor, dessen schmalste Stelle der Südkaukasus ist. Schon jetzt besteht dort ein Interessenkonflikt zwischen der EU und Russland. Ein Papier der EU-Außenbeauftragten Kallas verweist auf dessen Brisanz.

von Silvia Stöber

Loads of freight train set sail on the Caspian Sea
Foto: picture alliance / AA / Resul Rehimov

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert im Umgang mit Russland Selbstbewusstsein. Wenn die Führung um Wladimir Putin weitgehende Forderungen stelle, müsse die EU entsprechend antworten.

Sie bezieht dabei die russischen Truppen ein, die nicht nur in der Ukraine, sondern in weiteren Staaten in der Nachbarschaft Russlands stationiert sind. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das sie im Februar an die EU-Staaten geschickt hat und das CORRECTIV einsehen konnte.

Unter anderem fordert sie, dass Russland seine Truppen aus dem Südkaukasus, konkret aus Georgien und Armenien abzieht. Dass es sich dabei nicht nur um einige Tausend Soldaten, sondern um einen größeren Interessenkonflikt zwischen der EU und Russland handelt, wurde in den vergangenen Wochen deutlich – und zwar an den weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, die auch durch einen brüchigen Waffenstillstand noch nicht behoben werden.

Bereits am ersten Kriegstag wurden diese Auswirkungen sichtbar. Ab diesem 28. Februar musste der Flugverkehr erheblich eingeschränkt werden. Solange die Region unsicher bleibt, umfliegen zivile Flugzeuge den Iran und weite Gebiete des Nahen Ostens.

Ein großer Teil wird von der Türkei kommend nördlich am Iran vorbei geführt. Doch auf diesem Weg in Richtung China bleibt nur ein schmaler Raum, denn noch ein Stück weiter nördlich beginnt bereits Russland. Diese Region dazwischen ist der Südkaukasus mit den Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Wie sehr sich die Flugzeuge dort drängen, ist zum Beispiel auf den Karten von Flightradar24 zu erkennen.

Flugverkehr während des Iran-Krieges. Screenshot: CORRECTIV / Fligthradar24 am 8. April 2026
Flugverkehr während des Iran-Krieges. Screenshot: CORRECTIV / Fligthradar24 am 8. April 2026

Jahrzehntelang war diese Region eine der wenig beachteten Verbindungen zwischen Europa und Asien. Als Konfliktgebiet war sie zu unsicher und zudem vergleichsweise unattraktiv für den Transport der wachsenden Warenströme zwischen den Kontinenten, dies mangels effektiver Infrastruktur, zu viel Bürokratie und Korruption.

Sichere Landwege, begehrte Rohstoffe

Je häufiger Schiffsrouten zwischen China und Europa in den vergangenen Jahren in Gefahr gerieten – etwa durch Piratenangriffe vor Afrika etwa oder Luftangriffe der Huthis in Südarabien – desto mehr rückten die Transportwege auf der Landmasse Europas und Asiens in den Fokus. Dabei standen vor allem Russland mit seinem ausgedehnten Straßen- und Schienennetz sowie die südlichen Landwege unter anderem durch den Iran im Mittelpunkt.

Doch der Krieg Russlands gegen die Ukraine und nun der Iran-Krieg machen die Nutzung der nördlichen und südlichen Wege unsicher. Hinzu kommen die Sanktionen gegen Russland, die den Transport von Gütern einschränken.

© Mohamed Anwar/CORRECTIV
© Mohamed Anwar/CORRECTIV

Mittlerer Korridor

Unter den Begriff Mittlerer Korridor fallen Verkehrsverbindungen zwischen Europa und China abseits Russlands und des Iran – auf Straßen, Schienen und per Schiff. Sie verlaufen in etwa durch die Mitte des eurasischen Kontinents, ausgehend von China über Zentralasien durch das Kaspische Meer und den Südkaukasus direkt in das Schwarze Meer oder über den Landweg in der Türkei nach Europa. Alle Anrainer-Staaten verfolgen Verkehrsprojekte teils in Konkurrenz, teils in Kooperation.

Die Europäische Union betreibt eine Initiative unter dem Namen Transkaspischer Verkehrskorridor, die auch dem Handel und Transport kritischer Rohstoffe dienen soll. Ziel ist der EU zufolge, eine „moderne, wettbewerbsfähige und effiziente Route“ zu schaffen, die Europa und Asien in höchstens 15 Tagen verbindet. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnte sich das Handelsvolumen im Mittleren Korridor bis 2040 verdreifachen oder sogar verfünffachen. Diese Schätzungen wurden noch vor Beginn des Iran-Krieges vorgenommen.

Zwischen China und Europa bleibt also der sogenannte Mittlere Korridor – für den Transport von Gütern einerseits und andererseits für den Transfer von Daten und Energie durch Kabel und Pipelines.

Die Staaten Zentralasiens und des Südkaukasus dienen dabei nicht nur dem Transfer zwischen China und Europa. Aserbaidschan, Turkmenistan und Kasachstan als Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres verfügen über bedeutende Reserven an Öl und Gas. Die Steppen dort eignen sich für die Produktion von Sonnen – und Windenergie. Kasachstan verfügt zudem über begehrte Rohstoffe wie Lithium, Kupfer und Gold.

Einst Konfliktgebiet

Wenn bei diesem Mittleren Korridor, bildlich gesehen, Zentralasien den weiten Bauch einer Flasche bildet, dann ist der Südkaukasus ein sehr schlanker Flaschenhals zwischen Iran und Russland.

Dass der Südkaukasus nun zur alternativen Transportroute werden kann, liegt auch darin begründet, dass zwei Staaten dort – Armenien und Aserbaidschan – eine jahrzehntelange Feindschaft beendet haben und mit einem Abkommen Frieden schließen wollen.

Beide Staaten haben das enorme wirtschaftliche Potenzial erkannt und werben um Investitionen für den Ausbau der seit langem brachliegenden Infrastruktur.

War der Südkaukasus in der Vergangenheit isoliert und große Teile der Bevölkerung verarmt, könnte er in Friedenszeiten ein prosperierendes Handelskreuz werden.

Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan

Zwischen den Südkaukasus-Republiken bestand jahrzehntelang ein Konflikt vor allem um territoriale Fragen. Beide Staaten hatten sich erst 1918 gegründet und wurden schon kurz darauf von der Roten Armee eingenommen und „sowjetisiert“. Der damalige Diktator Stalin teilte die Sowjetrepubliken so auf, dass bestehende Konflikte nicht behoben, sondern durch Grenzziehung zementiert wurden.

Der Hauptkonflikt betraf die Region Bergkarabach, das in der Mehrzahl von Armeniern bewohnt und Aserbaidschan zugeschlagen wurde. Als die sowjetische Zentralmacht Ende der 1980er Jahre Einfluss verlor, brach der Konflikt neu auf. Die Armenier bestanden auf ihrem Selbstbestimmungsrecht, die Aserbaidschaner auf territoriale Integrität ihres Staates.

Es kam zum Krieg, der Schätzungen zufolge 30.000 Menschen das Leben kostete. Armenien eroberte Bergkarabach und als „Schutzzone“ mehrere Gebiete um die Region. Tausende Aserbaidschaner mussten fliehen. Internationale Vermittlungsversuche im Rahmen der OSZE fruchteten nicht. 2020 kam es zum zweiten Krieg um Bergkarabach, nach einer weiteren Offensive nahm Aserbaidschan 2023 das Gebiet vollständig ein. Fast alle Armenier flohen innerhalb weniger Tage aus Bergkarabach.

Aserbaidschan erhebt eine weitere Forderung: Es besteht auf einem Korridor über armenisches Territorium zu seiner Exklave Nachtschiwan. Mehrfach drangen aserbaidschanische Streitkräfte auf armenisches Gebiet vor und besetzten strategisch wichtige Höhen. Jedoch erhielt Aserbaidschan keine Unterstützung für dieses militärische Vorgehen. Die EU richtete auf Wunsch Armeniens an der Grenze eine Beobachtermission (EUMA) ein.

Schließlich einigten sich Armenien und Aserbaidschan in direkten Verhandlungen auf ein Friedensabkommen, das sie 2025 in Anwesenheit von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington vorläufig besiegelten. Die umstrittene Verbindung über armenisches Gebiet soll als „Trump Route“ gebaut und von einem US-Unternehmen gemanagt werden. An einer Eisenbahnstrecke als Anschlussstück an die „Trump Route“ durch Nachitschewan will sich die EU beteiligen.

Konkurrenz um geostrategisch bedeutsame Region

Als schmale und doch wichtige Verbindung zwischen Ost und West, aber auch zwischen Nord und Süd, hat der Südkaukasus eine erhebliche geostrategische Bedeutung für die benachbarten Mächte.

Russland beansprucht diese Region als Einflusszone, in der es wirtschaftlich, politisch und militärisch Kontrolle ausüben will. Zudem arbeitet Russland mit dem Iran am Ausbau eines Nord-Süd-Korridors, der bis nach Indien reichen und auch der Umgehung Europas dienen soll.

Die Türkei pflegt seit Jahren einen politischen und wirtschaftlichen Verbund mit sprachlich, kulturell und politisch verbundenen Staaten von Aserbaidschan bis Pakistan.

Für China ist der Südkaukasus ein Teilstrang seiner „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative). Er gewinnt an Bedeutung, wenn die Straßen und Schienenwege im Iran unsicher bleben.

Auch die USA haben die Region wiederentdeckt mit Donald Trump als Dealmaker und „Friedensstifter“ zwischen Armenien und Aserbaidschan.

Sicherheitspolitisch von Bedeutung

Die Europäische Union ist damit nur einer von vielen Spielern in der Region, der sich politisch und wirtschaftlich engagiert. Als sich etwa die EU 2022 händeringend aus der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas befreien wollte, stattete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Aserbaidschan einen Besuch ab. Mit Präsident Ilham Alijew handelte sie eine Vereinbarung über eine Energiepartnerschaft aus, die allerdings unverbindlich gehalten wurde.

Aktuell engagiert sich die EU verstärkt in der Region. Im März besuchten hochrangige EU-Vertreter Armenien und Aserbaidschan. Anfang Mai hält die EU erstmals einen Gipfel mit Armenien in Jerewan ab.

Erweiterungspolitik als Frage der Sicherheit

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat den Blick auf die Region verändert. Die Staaten zwischen der EU und Russland werden stärker unter dem Aspekt der Sicherheit wahrgenommen. So sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos kürzlich bei einer Veranstaltung in Berlin: „EU-Erweiterungspolitik ist Sicherheitspolitik.“

Unter diese Erweiterungspolitik fallen auch die Südkaukasus-Republiken Georgien und Armenien, wobei Georgien bereits 2023 zum Beitrittskandidaten erklärt wurde und Armenien über eine Partnerschaftsagenda eingebunden ist, die Armenien mit dem Ziel der Integration in die EU verfolgt.

Kallas für Abzug russischer Truppen

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezieht diese Region in die europäische Sicherheitspolitik ein. In dem anfangs erwähnten Positionspapier vom 11. Februar 2026, spricht sie sich dafür aus, Russland selbstbewusst mit sicherheitspolitischen Forderungen zu konfrontieren. Diese sollen den Ansprüchen Wladimir Putins nach einer russischen Hegemonie über Europa etwas entgegensetzen, heißt es in dem „Non-Paper“.

Unter dem Stichpunkt „Sicheres und stabiles Europa“ schreibt Kallas:  „ … die militärische Präsenz und Stationierung Russlands in Belarus, der Ukraine, der Republik Moldau, Georgien und Armenien muss verboten werden.“ Sie zählt dies zu den „zentralen Interessen Europas bei der Gewährleistung eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens sowie der Sicherheit des Kontinents“.

Die Forderungen sollen in die Verhandlungen mit Russland zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine. Kallas betont in dem Positionspapier: „Ohne die EU am Verhandlungstisch und ohne Berücksichtigung der Kerninteressen der EU wird es keinen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden und keine Sicherheit auf dem Kontinent geben.“

Kallas verteidigte ihre Vorschläge, nachdem europäische Diplomaten diese als zu extrem bezeichnet hatten. Auf Russlands maximalistische Forderungen dürfe keine minimalistische Reaktion seitens der EU folgen.

Russische Truppen und Grenzschützer

Kallas’ Forderung kollidiert an dieser Stelle direkt mit Russlands Ansprüchen. Dessen Führung sieht den Südkaukasus als eine der eigenen Grenze vorgelagerte Pufferzone.

In Georgien betrifft das die beiden abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien, die Russland nach einem Krieg 2008 als unabhängig anerkannt hat. Es betreibt dort seither Militärbasen und -stützpunkte mit Tausenden Soldaten. Erst wenige Monate vor dem Kriegsbeginn im August 2008 hatte Russland zwei Militärbasen in Georgien geräumt, eine in der Hafenstadt Batumi und eine unweit wichtiger Ölpipelines.

In Armenien wiederum betreibt Russland auf Grundlage von Beistandsverpflichtungen eine Militärbasis und einen Militärflughafen. Russland ist darüber hinaus mit Grenzsoldaten des Inlandsgeheimdienstes FSB präsent.

Putin ließ Armenien allerdings 2021 und 2022 im Stich, als Truppen des benachbarten Aserbaidschan in Armenien einmarschierten. Russland stand auch nicht den 100.000 Armeniern zur Seite, die im September 2023 aus der Region Bergkarabach vor anrückenden aserbaidschanischen Truppen flohen. Daraufhin wendete sich die Stimmung in Armenien gegen Russland.

Politische Einflussnahme

Armeniens Regierung versucht in einem Balanceakt, die massive wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland zu verringern. Ohne die Beziehungen zu Russland zu kappen, sucht sie neue Partner auch für Militärkooperationen.

Die EU stellte den armenischen Streitkräften seit 2024 30 Millionen Euro bereit. Zudem patrouillieren seit September 2022 auf Wunsch der armenischen Regierung EU-Beobachter an der Grenze zu Aserbaidschan. Die russischen Grenztruppen hingegen ließ sie von dort abziehen.

Militärisch hält sich Russland zurück, solange dessen Streitkräfte in der Ukraine gebunden sind. Dafür versucht der Kreml, weiter politisch Einfluss zu nehmen, dies immer mit der Drohung, die Gaslieferungen zu verteuern oder abzustellen.

Bei einem Besuch von Premierminister Nikol Paschinjan am 1. April in Moskau sagte Putin beispielsweise offen, er hoffe auf die Teilnahme pro-russischer Parteien an der für Juni anstehenden Parlamentswahl in Armenien. 2025 berichtete die russische Zeitung „Wedomosti“, Putins Vizestabschef Sergej Kirijenko wolle vor der Wahl die russischen Interessen mittels „Soft Power“ voranbringen. Gemeint ist damit geheimdienstliche und offene politische Einflussnahme wie auch in Ungarn oder Moldau. Mit Propaganda- und Desinformationskampagnen wird in Armenien versucht, die Menschen wieder pro-russisch zu stimmen.

Mit dem autoritär regierten Aserbaidschan, das wirtschaftlich und militärisch weit stärker aufgestellt ist als Armenien, versucht Putin eher auf Augenhöhe zu verhandeln. Dessen Präsident Ilham Alijew weiß es zu nutzen, dass Russland seine Nachbarn zur Umgehung der EU-Sanktionen braucht. Dazu zählt der Nord-Süd-Korridor, der Russland mit Iran und Indien verbindet.

© Mohamed Anwar/CORRECTIV
© Mohamed Anwar/CORRECTIV

Einschläge im Kaspischen Meer und in Aserbaidschan

Diese Nord-Süd-Verbindung zwischen Russland und Iran gefährdet allerdings die Stabilität der Region. Denn sie geriet in den Fokus des Krieges Israels und der USA gegen den Iran: Am 19. März verkündeten die israelischen Streitkräfte, dass man Schiffe der iranischen Marine und Hafenanlagen im Kaspischen Meer zerstört habe.

In diesem Zusammenhang berichteten israelische Medien, dass der betroffene Hafen Bandar Anzali ein zentraler Anlandepunkt für den Schmuggel zwischen dem Iran und dem russischen Hafen Astrachan am Kaspischen Meer sei. Einige Tage später zitierte die „Financial Times“ westliche Geheimdienste, denen zufolge Russland seit Anfang März neben Medikamenten und Lebensmitteln auch Drohnen in den Iran exportiere. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dazu befragt, nur Gespräche mit der iranischen Führung.

Es war während vier Wochen Krieg das erste und einzige Mal, dass Israel Ziele nördlich des Iran angriff. Aus dem Iran wiederum erreichten in dieser Zeit auch nur einmal Drohnen den Norden. Sie gingen am 5. März in der aserbaidschanischen Exklave Nachtschiwan nieder. Die aserbaidschanische Führung verurteilte „diese Drohnenangriffe aufs Schärfste“, forderte Aufklärung und drohte „geeignete Gegenmaßnahmen“ an.

Heraushalten aus dem Krieg

Esr folgte jedoch keine Vergeltung. Stattdessen sandte Aserbaidschan wie weitere Länder der Region humanitäre Hilfe in den Iran. Schon vor Kriegsbeginn am 28. Februar hatte die Führung in Baku betont, dass man das eigene Territorium und den Luftraum nicht für Angriffe auf den Iran bereitstellen werde.

Notwendig war dies, weil einerseits Aserbaidschans Verhältnis zum Iran von Rivalitäten geprägt ist. Zudem unterhält Aserbaidschan enge Beziehungen zu Israel, dem es seit Jahren Öl liefert und von dem es Rüstungsgüter kauft.

Aserbaidschans Präsident Alijew unternimmt derzeit alles, um sein Land aus dem Krieg herauszuhalten. Regierungsnahe Medien und Social-Media-Accounts stellen die strategisch gewachsene Bedeutung Aserbaidschans angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten heraus. Die Rede ist von einer zentralen Rolle in der internationalen Luftfahrt zwischen Asien und Europa, dies zusätzlich zu den Verkehrsverbindungen auf Straßen, Schienen und zu Wasser.

Nach Jahrzehnten der Konflikte sind es nun die Länder in diesem schmalen Flaschenhals des Mittleren Korridors, die mit Stabilität zur Aufrechterhaltung des internationalen Verkehrs beitragen wollen. Damit steigt die Bedeutung der Region gerade auch für Europa, auch wenn zahlreiche Unwägbarkeiten bleiben.

Faktencheck: Alexej Hock
Redaktion: Pamela Kaethner und Justus von Daniels