Maduro gefangen genommen: Video mit abgerissenem Plakat ist von 2024
Nach dem Angriff der USA auf Venezuela verbreiten sich online gefälschte und aus dem Kontext gerissene Aufnahmen. Darunter ein Video, das angeblich zeigt, wie Menschen in Venezuela unter Jubel ein Maduro-Plakat abreißen.
Oft nach Krisen oder Angriffen kursiert in Sozialen Netzwerken falsches Bildmaterial – so auch nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und seiner Frau in der Nacht zum 3. Januar.
In den Tagen danach wurden einige Bilder und Videos geteilt, die Maduro selbst oder Reaktionen von Venezolanern und Venezolanerinnen zeigen sollen – einige davon KI-generiert oder aus dem Kontext gerissen.
Video, das abgerissenes Maduro-Plakat zeigt, ist nicht aktuell
In einem Video, das aktuell verbreitet wird, ist ein Plakat mit Maduros Portrait zu sehen. Mehrere Personen lösen es von einer Plakatwand und als das Papier zu Boden fällt, jubeln umstehende Menschen. In Deutschland teilte es der Blog „Deutschland Kurier“ mit dem Videotitel: „Venezolaner feiern die Verhaftung des kommunistischen Diktators Maduro“. Bislang wurde es bereits mehr als 200.000 mal auf Facebook angesehen, die Behauptung hat auch international Reichweite.
Das Video ist zwar echt, entstand aber schon 2024. Die früheste Version, die wir mit einer Bilderrückwärtssuche finden konnten, veröffentlichte eine X-Nutzerin am 29. Juli 2024. Das beweist, dass die Bilder nicht in Zusammenhang mit der Gefangennahme Maduros stehen können. Darauf, dass das Video alt ist, verweisen auch spanische Faktencheckorganisationen, sowie inzwischen die Community Notes auf der Plattform X.

Maduro hatte sich 2024 zum Sieger der venezolanischen Präsidentschaftswahl ernannt, mehrere Staaten erkennen seine Wahl nicht an. Im Land folgten auf die Wahl monatelange Proteste, in deren Kontext das Video wohl entstand. Das abgerissene Plakat zeigt neben dem Portrait Maduros das Logo der linksgerichteten Partei Patria Para Todos („Heimat für alle“), die Maduro bei der Wahl unterstützt hatte.
Sucht man in den Tagen nach Maduros Gefangennahme nach Berichten über große Feiern, liest man viel über Venezolanerinnen und Venezolaner im Exil. Im Land selbst ist die Stimmung Medienberichten zufolge verunsichert, die Straßen seien „weitgehend menschenleer“. In Caracas hätten sich am Wochenede Anhänger und Anhängerinnen Maduros versammelt, um für seine Freilassung zu demonstrieren, wie die venezolanische Tageszeitung El Nacional berichtet.
Redigatur: Steffen Kutzner, Gabriele Scherndl