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Proteste gegen hohe Spritpreise an Aral-Tankstellen sind erfunden

Bilder von Protesten gegen hohe Benzinpreise an Aral-Tankstellen kursieren in Sozialen Netzwerken. Diese Proteste gab es nicht.

Wirtschaft, Aral Tankstelle
Hohe Spritpreise sorgen im Frühjahr 2026 für Unmut bei Verbrenner-Fahrern, aber Proteste an Aral-Tankstellen gab es bislang nicht (Foto: Steven Mohr / SNS / Picture Alliance)
Behauptung
Mehrere Bilder sollen Proteste gegen hohe Spritpreise an Aral-Tankstellen belegen.
Einordnung
Die Bilder wurden mithilfe von Künstlichen Intelligenzen erzeugt. Es gab keine Proteste an Aral-Tankstellen.

Faktensammlung


Mehrere Bilder, die in Sozialen Netzwerken kursieren, sollen angeblich Demonstrationen und Proteste gegen hohe Benzinpreise an Aral-Tankstellen zeigen. Schaut man genauer hin, erkennt man jedoch Hinweise, dass die Bilder mithilfe von KI erzeugt wurden. So stehen zum Beispiel auf einigen Bannern und Plakaten unsinnige Aussagen wie „Wir aussratien“ oder „Freit […] nicht“. Auf den Preistafeln an der Tankstelle fehlen häufig Benzinsorten und der sogenannte Tankstellenpfennig, also die dritte Nachkommastelle, die gewöhnlich in Form einer kleinen 9 am Ende des Preises angegeben wird.


Es gibt keinerlei Medienberichte über Sitzblockaden oder ähnliche Ereignisse an Tankstellen wegen der Spritpreise. Auf einigen der Bilder findet sich unten rechts ein halbdurchsichtiger Stern – das Logo des KI-Tools Gemini von Google. Das heißt, die Bilder wurden dort mittels KI erstellt. Einem der Bilder wird auch eine konkrete Stadt zugeordnet: Es soll eine Aral-Tankstelle in der sächsischen Stadt Aue zeigen. Aber weder die Pressestelle der zuständigen Polizeidirektion in Chemnitz noch die Pressestelle des Aral-Konzerns konnten uns bestätigen, dass es solche Vorfälle gab.


 

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Diese Faktensammlung haben Mitglieder der Faktenforum-Community recherchiert. Redaktion: Steffen Kutzner; Redigatur: Sarah Thust