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Dieses Foto wird immer wieder verwendet, um Stimmung gegen Windkraft in Deutschland zu machen. Es stammt jedoch aus den USA. (Screenshot von der Webseite der University of Virginia: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Ein Foto sorgt für Empörung im Netz: Es zeigt Windkraftanlagen mitten im Wald, für die offenbar viele Bäume gefällt wurden. Nur stammt das Bild gar nicht aus Deutschland. Und auch die Behauptung, der gerodete Wald hätte mehr CO2 aufgenommen als die Windkraftanlage einspare, ist falsch. 

Auf Facebook wird derzeit ein Foto verbreitet, auf dem eine Reihe Windkraftanlagen in einem Wald zu sehen ist. Für jede Anlage wurden offenbar viele Bäume gefällt, denn sie stehen auf kahlen Lichtungen. Am 7. August veröffentlichte ein Nutzer das Foto auf seinem Facebook-Profil. Im Text darüber wird behauptet: „Der abgehackte Wald hätte übrigens mehr CO2 aufgenommen, als durch die wenigen lächerlichen Windräder CO2 gespart wird…“. Der Beitrag wurde bisher mehr als 3.300 Mal geteilt. 

CORRECTIV hat geprüft, woher das Foto stammt, und ob die Behauptung über die Einsparung von CO2 stimmt. 

Der Facebook-Beitrag vom 7. August 2019. (Screenshot am 27. September und Schwärzungen: CORRECTIV)

Über die Bilder-Rückwärtssuche der Suchmaschine Yandex findet sich ein Artikel der University of Virginia in den USA von 2007, in dem das Foto verwendet wurde. In der Bildunterschrift steht, es zeige das Windenergie-Projekt „Mountaineer“ mit 44 Turbinen in West Virginia. Eine Quelle wird nicht angegeben, aber es ist ein Vergleich mit Satellitenaufnahmen des Windparks namens Mountaineer Wind Energy Center möglich. Er steht tatsächlich im Wald und besteht aus 44 Turbinen mit jeweils einer Leistung von 1,5 Megawatt. In den Satellitenaufnahmen von Google Earth ist zu sehen, dass die Anordnung der Lichtungen mit dem Foto übereinstimmt.

Satellitenaufnahme von Google Earth vom „Mountaineer Wind Energy Center“ in West Virginia, USA. (Screenshot am 13. September: CORRECTIV)
Links das Foto aus dem Facebook-Beitrag (von 2007), rechts eine (neuere) Aufnahme aus den Satellitenbildern von Google Earth vom „Mountaineer Wind Energy Center“ in den USA. (Collage: CORRECTIV)

Das Foto aus dem Facebook-Beitrag wird immer wieder von Windkraftgegnern in Deutschland verwendet, zum Beispiel von Webseiten namens „Windwahn“ oder „Science-Sceptical“. Oft wird, zum Beispiel mit Bezug auf die Proteste gegen die Abholzung des Hambacher Forsts, suggeriert, das Bild zeige Deutschland. 

Ein weiterer Beitrag mit dem Foto, von dem Blog „Rentnerbetrug“. (Screenshot am 13. September: CORRECTIV)

Das Foto stammt zwar nicht aus Deutschland, das heißt jedoch nicht, dass hierzulande kein Wald für Windkraftanlagen abgeholzt wird. Mit einem Beispiel haben wir uns im Oktober 2018 in einem Faktencheck beschäftigt.  

Doch wie viel CO2 spart eine Windkraftanlage ein, und wie viel kann der Wald aufnehmen, der für sie weichen muss? Hier sind nur theoretische Berechnungen möglich, da jeder Wald verschieden ist und es verschiedene Typen von Windkraftanlagen gibt. 

Wie viel CO2 spart eine Windkraftanlage?

Das Umweltbundesamt hat für 2017 die Emissionsbilanzen von Erneuerbaren Energien berechnet. In dem Bericht steht, für Windkraftanlagen an Land sei der Netto-Vermeidungsfaktor 606,14 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom. „Netto“ bedeutet, in dieser Bilanz sind CO2-Emissionen, die zum Beispiel durch die Herstellung der Windkraftanlage verursacht werden, schon berücksichtigt. 

Auf Nachfrage schreibt Fabian Sandau vom Umweltbundesamt per E-Mail, eine allgemein gültige Berechnung der jährlichen Stromerzeugung einer Windkraftanlage und somit der CO2-Einsparung sei nicht möglich. Allerdings könne man ein konkretes Beispiel berechnen. 

Experte: Eine typische Windkraftanlage kann rund 3.600 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden

Eine der meistgebauten Anlagen sei der Typ E-115 des Unternehmens Enercon mit einer Leistung von drei Megawatt. An einem „schlechten Standort“ speise sie jährlich etwa sechs Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz ein. Mit dem Vermeidungsfaktor von 606,14 Gramm CO2 pro Kilowattstunde ergebe sich „eine jährliche CO2-Netto-Vermeidung von rund 3.600 Tonnen CO2“, so Sandau. „Damit handelt es sich lediglich um eine konservative Abschätzung, da die Vermeidung weiterer Treibhausgase nicht berücksichtigt ist.“

Wie viel Wald muss für eine Turbine abgeholzt werden?

Wir haben zu diesem Thema auch eine Anfrage an László Maráz, Wald-Experte beim Forum Umwelt und Entwicklung, geschickt. Das Forum Umwelt und Entwicklung ist eine Dachorganisation für deutsche Nichtregierungsorganisationen und koordiniert nach eigenen Angaben deren „Aktivitäten […] in internationalen Politikprozessen zu nachhaltiger Entwicklung“. In einer E-Mail an CORRECTIV schreibt Maráz, für eine Windkraftanlage werde ein halber Hektar Wald gerodet.

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Andere Stellen gehen von noch weniger Fläche aus: Für eine Windkraftanlage müssen laut Hessischem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung im Schnitt 0,3 Hektar Wald gerodet werden. Und in einer Antwort der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf eine Kleine Anfrage der Grünen 2018 steht, es müssten im Schnitt 0,28 Hektar Wald pro Windkraftanlage abgeholzt werden. Für Zufahrtswege und Materiallager müsse zusätzlich eine Fläche von „durchschnittlich 0,35 ha bis 0,45 ha“ eingerechnet werden. 

Wie viel CO2 nimmt ein Hektar Wald auf?

Wälder sind sogenannte natürliche Kohlenstoffsenken; sie entziehen während ihres Wachstums der Atmosphäre CO2, geben Sauerstoff (O) frei und speichern Kohlenstoff (C) in ihrem Holz. Eine allgemein gültige Zahl, wie viel CO2 aufgenommen wird, lässt sich hier nicht nennen, da jeder Wald anders ist. 

Auf Anfrage von CORRECTIV verweist die Pressestelle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf die „Kohlenstoffinventur 2017“, die vom Thünen-Institut für Waldökosysteme im Auftrag des Ministeriums durchgeführt wurde. Die Autoren des Berichts schreiben, dass sich die Menge des gebundenen Kohlenstoffs unter anderem aus den Holzvolumen errechnen lasse. Daraus wiederum lässt sich ableiten, wie viel CO2 der Atmosphäre entzogen wird. 

Ein Hektar Wald kann im Durchschnitt 5,4 Tonnen CO2 pro Jahr aufnehmen

„Der Wald entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 62 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Damit kompensiert er ca. 7 Prozent der Emissionen in Deutschland“, heißt es in dem Bericht zum deutschen Wald weiter. Geteilt durch die Gesamtfläche des Waldes in Deutschland – nach Angaben des Thünen-Instituts 2017 insgesamt circa 11,4 Millionen Hektar – ergibt das rund 5,4 Tonnen CO2 pro Hektar Wald und Jahr.

Fabian Sandau vom Bundesumweltamt schreibt, dieser Durchschnittswert sollte „keineswegs pauschal genutzt werden“, da „die tatsächliche CO2-Aufnahme […] sehr stark von Art und Alter des Baumbestandes abhängig“ sei. Allerdings zeige sich anhand des Vergleichs mit den 62 Millionen Tonnen CO2, die der ganze Wald in Deutschland aufnehmen könne, bereits die „große Bedeutung“ der Windenergie – „denn die insgesamt durch Windenergieanlagen an Land vermiedenen CO2-Emissionen betrugen im Jahr 2017 ca. 54 Mio. Tonnen CO2.“ 

Vergleich Windkraftanlage versus Wald

Beide Experten, Fabian Sandau vom Bundesumweltamt und László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung, sind der Ansicht, dass ein durchschnittliches Windrad mehr CO2 einspart als der Wald, der dafür schätzungsweise gerodet wird. Maráz schreibt: „Das Spiel geht mehrere Hundert zu eins für die Windkraftanlage aus.“ Ein Hektar Wald könnte seiner Berechnung nach 700 Tonnen CO2 aufnehmen – allerdings frühestens nach einem Zeitraum von 150 bis 200 Jahren, erklärt er in einer zweiten Mail an CORRECTIV. Dennoch betont Maráz, es spreche natürlich mehr für die Erhaltung des Waldes als die reine Kohlenstoffbilanz. 

Auf der Basis der CO2-Bilanz geht der Vergleich jedoch zugunsten der Windkraftanlage aus. Geht man davon aus, dass ein halber Hektar für eine Anlage gerodet wird, hätte diese Waldfläche pro Jahr theoretisch 2,7 Tonnen CO2 aufnehmen können. Im Gegensatz dazu spart eine typische Windkraftanlage nach einer exemplarischen Berechnung des Umweltbundesamts mindestens 3.600 Tonnen CO2 im Jahr. 

Update (11. Oktober 2019): Mehrere Leserinnen und Leser wiesen uns darauf hin, dass sie die Überschrift dieses Artikels in Kombination mit der Bewertung „Falsch“ irreführend fanden. Deshalb haben wir sie aktualisiert. Die alte Überschrift lautete „Eine Windkraftanlage spart mehr CO2 als der Wald, der für sie gerodet wird“. Zu diesem Faktencheck erreichten uns außerdem inhaltliche Nachfragen und Kommentare. Wir haben deshalb erneut beim Umweltbundesamt nachgefragt und gehen auf folgende Frage ein:

Frage von Lesern: Verdrängt Strom aus Windkraft in Deutschland nicht vor allem Strom aus Atomkraftwerken? 

Antwort: Nein, laut Umweltbundesamt ersetzt Windkraft im Stromnetz vor allem Strom aus Steinkohle- und Erdgaskraftwerken, nicht aber aus Kernkraft oder Braunkohle. 

Im Jahr 2017 hat das Umweltbundesamt berechnet, wie hoch die Emissionen von erneuerbaren Energien sind – darauf bezieht sich auch unser Faktencheck. Auf Seite 47 steht: „Entscheidend bei der Stromerzeugung aus Windenergie ist das stark fluktuierende Einspeiseprofil in Abhängigkeit von den Wetterbedingungen. Bei den in der Simulation angesetzten Brennstoffpreisrelationen für Steinkohle und Gas ersetzt Windkraft hauptsächlich Steinkohlekraftwerke und in geringerem Umfang auch Erdgaskraftwerke. Aufgrund der Stellung in der deutschen und europäischen Merit-Order wird weder Strom aus Braunkohle noch aus Kernenergie verdrängt.“ 

Das bedeutet: Wenn mehr Strom aus Windkraft produziert wird, ersetzt er theoretisch im Netz Strom aus konventionellen Energieträgern. Die Merit-Order ist die Einsatzreihenfolge von Kraftwerken. Sie funktioniert nach dem Prinzip, dass die teureren Stromarten zuerst verdrängt werden (PDF, Seite 8). So kommt es, dass in der Rechnung des Umweltbundesamtes Windenergie vor allem Strom aus Steinkohle ersetzt.  

Auf unsere Nachfrage erklärt ein Experte vom Umweltbundesamt per E-Mail, dies habe vor allem technische Gründe: Kohle- und Gaskraftwerke ließen sich besser regeln als Atomkraftwerke, welche tendenziell konstant Energie erzeugten. Das heißt, die Stromproduktion aus Atomkraftwerken lässt sich nicht so einfach kurzfristig reduzieren wie die aus den anderen Kraftwerken.  

Wichtig ist: Die von uns zitierte Berechnung des Umweltbundesamtes zur CO2-Bilanz von Windkraftanlagen an Land bezieht sich nicht auf das Gesamtbild seit der Energiewende 2011. In der Zeit ist der Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion in Deutschland stark gesunken (Tabelle „Strommix“ 1990 bis 2018). Das treibt die CO2-Emissionen Deutschlands bei der Stromproduktion in die Höhe. Die Strommenge aus erneuerbaren Energien – insbesondere Windkraft an Land – ist gleichzeitig stark gestiegen. Das senkt wiederum die CO2-Emissionen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kernkraft nur durch Windenergie ersetzt wurde.

Insgesamt sinken die Emissionen Deutschlands, weil die Faktoren für CO2-Vermeidung stärker sind als die Faktoren, die mehr CO2 verursachen. 

Die Grafik zeigt, welchen Einfluss die verschiedenen Energieträger auf die CO2-Bilanz Deutschlands haben. (Quelle: Umweltbundesamt, Screenshot: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Falsch. Eine gängige Windkraftanlage spart nach Ansicht von Experten im Durchschnitt wesentlich mehr CO2 ein als der dafür gerodete Wald. Das Foto stammt zudem nicht aus Deutschland.

Header
Der Facebook-Beitrag mit dem betreffenden Bild. (Quelle: Marco Rivas/Facebook, Screenshot und Collage: CORRECTIV)

von Steffen Kutzner

Auf Facebook wurde ein Foto von Leichensäcken geteilt, die auf einem Fußweg aufgereiht liegen. Eine Frau trägt mit einer Hand einen davon weg. Nutzer leiten daraus ab, dass sich in den Säcken nicht wirklich Leichen befinden können und die Pandemie deshalb ein „Schwindel“ sei. Unsere Recherche zeigt jedoch: Die Säcke waren Teil einer Protestaktion in Miami.

„Pandemie oder ein großer Schwindel?“ Diese Frage stellt ein Facebook-Nutzer in einem Beitrag vom 30. Mai. Auf einem Foto ist zu sehen, wie eine Frau einen schwarzen Sack, der aussieht wie ein Leichensack, mit nur einer Hand trägt. Neben ihr liegen auf einem Bordstein mindestens 15 weitere Säcke aufgereiht. Es sind auch einige Plüschtiere, Fotos und ein Kranz zu sehen, die den Eindruck erwecken, es handele sich um eine Aufbahrung von Verstorbenen auf offener Straße. Das ist jedoch nicht der Fall – die angeblichen Leichensäcke sind Teil einer Inszenierung während einer Protestaktion in Miami, Florida.

Keine echten Leichen, sondern symbolische Opfer

Der Facebook-Nutzer, dessen Beitrag mehr als 2.300 Mal geteilt wurde, merkt offenbar ironisch an, dass „amerikanische Frauen extrem stark“ seien, weil sie „einen Leichensack mit einer Hand bewegen“ könnten. Auch den Umstand, dass der Plastiksack nicht reißt, deutet der Nutzer als Hinweis darauf, dass sich in den Säcken keine Leichen befinden könnten. 

Damit liegt der Autor des Beitrags richtig – in den Säcken befinden sich keine Leichen. Das hatten allerdings auch weder die Veranstalter der Protestaktionen behauptet, noch wurde die These in Medienberichten aufgestellt.

Die Aufnahme stammt vom 27. Mai 2020 und zeigt laut der Bildbeschreibung des Fotos bei der Bilddatenbank Shutterstock einen symbolischen Trauerzug in Miami. Der war als Protest gegen die Wiedereröffnung der Wirtschaft ohne staatliche Corona-Hilfen abgehalten worden. In den Plastiksäcken befanden sich also keine echten Leichen, und dies wurde von den Fotografen auch deutlich gemacht. Das Foto beweist also nicht, dass die Pandemie ein „Schwindel“ ist, wie es der Facebook-Nutzer unterstellt.

Aktivisten nutzten Leichensäcke schon häufiger für Protestaktionen

Medien berichteten über die Aktion in Florida und machten ebenfalls deutlich, dass es ein symbolischer Protest war. Vergleichbare Aktionen gab es in den vergangenen Wochen häufiger, Berichten zufolge nicht nur in Florida, sondern auch in Washington D.C., Texas und Arizona. Der Text des Facebook-Beitrags wurde vermutlich mit einem Programm automatisch übersetzt, worauf etwa der Satz „Ich war noch nie gut in Physik, aber wenn ich mich recht erinnere, versuchen viele Pakete an diesem einen Punkt, wo sie aufbewahrt wird, die Tasche zu reißen“ hindeutet. 

Fazit: Das Foto mit den vermeintlichen Leichensäcken zeigt eine Protestaktion in Miami am 27. Mai 2020.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Das Foto wird in falschen Kontext gestellt. Es zeigt einen symbolischen Trauerzug bei einer Protestaktion.

Bayerisches Wirtschaftsministerium in M¸nchen, 2013
Das bayerische Wirtschaftsministerium in München. (Symbolbild: Picture Alliance / Sueddeutsche Zeitung Photo)

von Matthias Bau

Auf einem Blog wird behauptet, das Land Bayern zahle keine Soforthilfen mehr an Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern. Diese Behauptung ist irreführend. Bayern zahlt Fördermittel des Bundes an die Betriebe aus. 

„Bayern zahlt keine Soforthilfe für Unternehmen bis 10 Mitarbeiter – Enttäuschung für viele Unternehmen“ lautet die Überschrift eines Blogartikels, der bei Facebook mehr als 4.000 Mal geteilt wurde. 

Diese Behauptung ist irreführend, da sie wesentlichen Kontext weglässt. 

In Bayern erhalten Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern auch weiterhin Fördermittel, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern, wie uns das bayerische Wirtschaftsministerium auf Anfrage am 30. März per E-Mail mitteilte. Bis zum 29. März konnten diese demnach Fördermittel beim Bundesland Bayern beantragen. Unternehmen mit nicht mehr als zehn Mitarbeitern wurden dabei mit bis zu 7.500 Euro unterstützt. 

Diese Förderung wird seit dem 30. März vom Bund übernommen und ist sogar verdoppelt worden: Betroffene Betriebe erhalten nun für drei Monate bis zu 15.000 Euro. Bearbeitet werden die Anträge weiterhin in Bayern und die Leistungen werden ebenfalls weiterhin vom Land ausgezahlt. Es ist somit irreführend zu behaupten, dass das Bundesland Bayern keine Soforthilfen mehr zahlt – die Fördermittel kommen lediglich aus Bundes- und nicht wie bisher aus Landesmitteln.

Das bayerische Wirtschaftsministerium schreibt uns, dass das für Unternehmen bis zu zehn Mitarbeitern „in jedem Fall eine Verbesserung“ sei, weil die Höchstbeträge gestiegen seien.

E-Mail des bayerischen Wirtschaftsministeriums.
E-Mail des bayerischen Wirtschaftsministeriums. (Screenshot: CORRECTIV)

Im Blogbeitrag heißt es außerdem, dass die Förderprogramme nicht miteinander kombinierbar seien. Diese Aussage ist korrekt. Bayern geht bei der Förderung nach dem sogenannten Günstigkeitsprinzip vor, welches vorsieht, dass Antragsteller diejenigen Hilfen in Anspruch nehmen dürfen, die für sie vorteilhafter sind. 

Unternehmen, die vor der bundesweiten Regelung schon einen Antrag für die bayerische Soforthilfe gestellt und bewilligt bekommen haben, können die Differenz der Förderbeträge auf Antrag zusätzlich bekommen. 

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Im Blogbeitrag heißt es außerdem, dass die beiden Soforthilfen nicht miteinander kombinierbar seien. Diese Aussage ist korrekt. Bayern geht bei der Förderung nach dem sogenannten Günstigkeitsprinzip vor, welches vorsieht, dass Antragsteller diejenigen Hilfen in Anspruch nehmen dürfen, die für sie vorteilhafter sind. 

Das bayerische Soforthilfe-Programm existiert dabei aber weiter, wurde also nicht „gestrichen“, wie es in dem Blog heißt. Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern erhalten die bayerische Soforthilfe von 30.000 Euro für bis zu 50 Beschäftigte und 50.000 Euro für bis zu 250 Beschäftigte (PDF, Punkt 5). Denn für große Unternehmen hat der Bund keine Soforthilfen beschlossen.

In den Richtlinien Bayerns steht außerdem, dass eine Kumulierung der Unterstützungsangebote möglich sei (PDF, Punkt 6.2). Der Autor des Blogs unterstellt, diese Formulierung sei „das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde“ – nennt dafür aber keine Belege. Auf erneute Nachfrage von CORRECTIV bestätigte das Ministerium, dass Unternehmen neben den Soforthilfen weitere, andere Hilfsprogramme in Anspruch nehmen können, solange die Höhe ihres Liquiditätsengpasses insgesamt nicht überschritten werde.

Weitere E-Mail des bayerischen Wirtschaftsministeriums. (Screenshot: CORRECTIV)

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Auf die irreführende Meldung haben uns Leserinnen hingewiesen. Zu dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sind zahlreiche Falschmeldungen im Umlauf. Um sie effektiv zu bekämpfen, sind wir auf Hilfe angewiesen. In unserem CrowdNewsroom zum Coronavirus kann jeder Nachrichten oder Artikel einreichen, die unser Team sichtet und gegebenenfalls Faktenchecks dazu veröffentlicht. 

Update, 15. April: Wir haben die Bewertung von „größtenteils falsch“ zu „teilweise falsch“ geändert, da dem Blog-Artikel vor allem Kontext fehlt. 

Update, 17. April: Wir haben zur Erklärung weitere Details des bayerischen Soforthilfe-Programms und der Möglichkeit, die Soforthilfen mit anderen Angeboten zu kombinieren, eingefügt. 

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Bayerische Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern bekommen weiter Soforthilfen. Die Höhe der Fördermittel wurde verdoppelt.

Windräder Förderung EEG
Ende 2021 läuft für rund 4.500 Windkraftanlagen in Deutschland die EEG-Förderung aus. (Symbolbild: Hans Linde/Pixabay)

von Bianca Hoffmann

Eine Facebook-Seite behauptet, in Deutschland würden Windkraftanlagen abgerissen, obwohl sie alle noch funktionsfähig wären – nur weil die Förderung durch das EEG ausgelaufen sei. Ganz so einfach ist es nicht.

Die Facebook-Seite „Frieden rockt“ veröffentlichte am 22. Januar ein Bild, auf dem zu lesen ist: „Abriss alter Windräder: Tonnenweise Sondermüll“. Die Behauptungen darin beziehen sich auf einen Artikel des NDR, in dem es um den Rückbau alter Windkraftanlagen geht. Der Beitrag wurde rund 4.000 Mal auf Facebook geteilt.

Das Bild wurde zuerst von „Informiert statt Uninformiert“ auf Facebook veröffentlicht und dort mehr als 21.000 Mal geteilt. Die Seite wurde inzwischen gelöscht, wir haben den Beitrag aber archiviert

Die zentralen Behauptungen sind: 

  • Wenn die Subventionen für ältere Windkraftanlagen auslaufen, seien sie nicht mehr rentabel.
  • Die Windkraftanlagen seien alle noch funktionsfähig.
  • Beim Abriss alter Windräder entstehe tonnenweise Sondermüll.
  • Ein Abriss sei kostengünstiger als der weitere Betrieb.
Dieses Bild wurde allein auf der Facebook-Seite „Informiert statt Uninformiert“ mehr als 21.000 Mal geteilt. (Quelle: Informiert statt Uninformiert/Facebook. Screenshot: CORRECTIV)
Dieses Bild wurde allein auf der Facebook-Seite „Informiert statt Uninformiert“ mehr als 21.000 Mal geteilt. (Quelle: Informiert statt Uninformiert/Facebook. Screenshot: CORRECTIV)

Um die Behauptungen zu überprüfen, hat CORRECTIV mit dem Umweltbundesamt und dem Interessenverband Bundesverband Windenergie gesprochen. Die Aussagen auf dem Facebook-Bild sind teils richtig, teils unbelegt oder teilweise falsch. 

Das Bild bezieht sich zwar auf einen NDR-Artikel, die darin genannte Zahl von 6.000 Anlagen ist jedoch laut Umweltbundesamt falsch. Zudem schreibt der NDR nicht, dass alle Anlagen noch funktionstüchtig seien. Vielmehr heißt es dort, die Gründe für den Abriss seien entweder, dass die Anlagen ihr Lebensende erreicht hätten, oder dass die EEG-Förderung auslaufe. 

Umweltbundesamt: 4.500 Windkraftanlagen fallen Anfang 2021 aus der EEG-Förderung

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland circa 29.000 Windkraftanlagen. Das schreibt eine Sprecherin des Umweltbundesamtes in einer E-Mail an CORRECTIV. Ganz sicher ließe sich das nicht sagen, da es eine gewisse Unsicherheit bei der Anzahl kleinerer Anlagen gebe. Fast alle älteren Anlagen werden mit Hilfe des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) gefördert. Seit der Gesetzesreform von 2017 trifft das nur noch auf einen Teil der neueren Windkraftanlagen zu. Pro Kilowattstunde Strom, die ins Netz eingespeist wird, haben Betreiber von Windkraftanlagen an Land im Jahr 2018 durchschnittlich 5,5 Cent erhalten (PDF, S. 98). Die EEG-Förderung wird für 20 Jahre gezahlt (EEG, Paragraph 25). 

Im Schnitt waren Windkraftanlagen 2018 laut Umweltbundesamt für 17 Prozent der Stromversorgung in Deutschland verantwortlich (PDF, S. 5). Und das, obwohl es sich um einen relativ jungen Industriezweig handelt, der erst in den 1990er Jahren entstand (PDF, S. 21). In dem Text des NDR wird behauptet, dass 6.000 Windkraftanlagen vor dem Abriss ständen. Als Quelle wird eine Studie des Umweltbundesamts angegeben.

Diese Zahl kann vom Umweltbundesamt jedoch nicht nachvollzogen werden. „Zu Anfang 2021 fallen ca. 4.500 Windenergieanlagen mit einer Leistung 3.762 MW aus der Förderung“, schreibt Petra Weißhaupt in einer E-Mail an CORRECTIV. 

Der Rückbau könnte sich laut Umweltbundesamt tatsächlich zum Problem entwickeln. „Das Umweltbundesamt hat mögliche Schwierigkeiten bei der Ausführung eines Rückbaus erkannt und ein Rückbaukonzept erarbeiten lassen. Dieses umfasst technische und rechtliche Empfehlungen und bietet somit eine Orientierung, wenn ein Rückbau bevorsteht“, schreibt Weißhaupt. 

E-Mail-Antwort von Petra Weißhaupt vom Umweltbundesamt. (Screenshot: CORRECTIV)
E-Mail-Antwort von Petra Weißhaupt vom Umweltbundesamt. (Screenshot: CORRECTIV)

Erste Behauptung: Wenn die Subventionen für ältere Windkraftanlagen auslaufen, seien sie nicht mehr rentabel.

„Ein Weiterbetrieb der Anlagen ist auch ohne EEG-Förderung möglich, wenn die erzielbaren Gewinne durch die direkte Vermarktung am Strommarkt die notwendigen Betriebskosten übersteigen“, schreibt uns Petra Weißhaupt. Wie viele Windkraftanlagen weiter betrieben werden, sei allerdings aktuell schwer abschätzbar. Das Umweltbundesamt befürworte den Weiterbetrieb, da sich so ökologisch verantwortungsvoll Strom erzeugen lasse und man unnötige Abfälle vermeide. 

E-Mail von Petra Weißhaupt, Umweltbundesamt. (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)
E-Mail von Petra Weißhaupt, Umweltbundesamt. (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)

Christoph Zipf vom Interessenverband Bundesverband Windenergie schätzt die Lage etwas anders ein. Es sei fraglich, ob die Betriebskosten durch die Preise, die an der Strombörse erzielt werden können, zu tragen seien. Dafür müsste mindestens ein Preis zwischen 3,5 und 6 Cent pro Kilowattstunde erzielt werden. Der Kurs liege momentan aber bei knapp unter 3,5 Cent pro Kilowattstunde. „Potenziell besteht also die Gefahr, dass zum 1. Januar 2021 4.200 Anlagen zurückgebaut werden. Es ist aber denkbar, dass ein großer Teil dieser Anlagen zumindest bis zur ersten größeren Reparatur weiterbetrieben werden.“

Fazit: Die Behauptung ist unbelegt. Subventionen nach dem EEG laufen zum 31. Dezember 2020 für etwa 4.200 Windkraftanlagen aus. Ob sie dann noch rentabel sind, richtet sich nach dem für die Betreiber zu erzielenden Strompreis. 

Zweite Behauptung: Die Anlagen seien alle noch funktionsfähig

„Das muss man im Einzelfall sehen“, schreibt Zipf. „Aus technischer Sicht sind die Anlagen durchaus für mehr als 20 Betriebsjahre ausgelegt. Es ist im Normalfall möglich, 30-35 Jahre zu betreiben.“ Es komme aber darauf an, ob die Windkraftanlagen regelmäßig gewartet werden. Nach 20 Jahren könnten durchaus schon Verschleißeffekte auftreten. 

Petra Weißhaupt erklärt darüber hinaus: „Selbstverständlich gibt es in Deutschland defekte Windenergieanlagen. Für gewöhnlich nehmen Betreiber in einem solchen Fall Reparaturen vor und stellen die Funktionstüchtigkeit wieder her.“

Fazit: Es lässt sich nicht belegen, ob die Anlagen „alle noch funktionsfähig“ sind. 

Dritte Behauptung: Beim Abriss alter Windräder entstehe „tonnenweise Sondermüll“

„Selbstverständlich entstehen Abfälle, nämlich das Material und die Betriebsmittel, aus welchen die Anlage besteht“, schreibt das Umweltbundesamt per Mail an CORRECTIV. 

Christoph Zipf vom Bundesverband Windenergie erklärt ebenfalls per E-Mail: „Es bestehen gerade für das Fundament, den Stahlturm und die Betonelemente etablierte Recyclingkreisläufe. Hier gibt es nichts zu befürchten. Der problematischste Teil sind die Rotorblätter, da sie extrem widerstandsfähig gebaut werden müssen, um 20 Jahre im Wind drehen zu können. Die genutzten Harze und Faserverbindungen sind entsprechend schwer voneinander zu trennen und zu recyceln.“ 

Diese sogenannten CFK-Abfälle (Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff) müssten nach heutigem Stand mit einem speziellen Verfahren verwertet werden. „Aufgrund der Größe und Beschaffenheit der Rotorblätter kann man durchaus schnell von ‘tonnenweise’ Müll sprechen.“ Je nach Modell liegt der Anteil des problematischen Kunststoffes in den Rotorblättern laut Umweltbundesamt bis zu 20 Prozent (PDF, S. 107). Die Datengrundlage für diese Schätzung sei aber schlecht. 

E-Mail von Christoph Zipf, Pressesprecher des Bundesverbandes Windenergie. (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)
E-Mail von Christoph Zipf, Pressesprecher des Bundesverbandes Windenergie. (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)

Das Umweltbundesamt weist zudem darauf hin, dass es bislang nur ein Aufbereitungswerk in der Nähe von Bremen gebe, bei dem die Kapazitäten „auch vorerst ausreichend hoch“ seien. „Das Umweltbundesamt hat die Schwierigkeit der Rotorblattaufbereitung erkannt und wird sich der Fragestellung in einem weiteren Forschungsvorhaben widmen.“ 

Fazit: Die Behauptung ist größtenteils richtig. Durch den Rückbau von Windkraftanlagen entsteht tatsächlich „tonnenweise“ Müll. Allerdings handelt es sich nur bei einem Teil davon um Sondermüll, der mit Hilfe eines speziellen Verfahrens entsorgt werden muss. 

Vierte Behauptung: Ein Abriss sei kostengünstiger als der weitere Betrieb

„Der Rückbau einer Anlage ist nicht kostengünstiger als der weitere Betrieb“, schreibt Petra Weißhaupt. Mit dem Rückbau seien gewissen Kosten verbunden, und diese Kosten würden, dem Zeitpunkt des Rückbaus entsprechend, früher oder später unweigerlich auftreten. Die Kosten für den Abriss einer Windkraftanlage richten sich je nach Modell (PDF, ab S. 140). Dafür legen die Betreiber Geld zurück – sogenannte Rückstellungen. Damit solle am Ende der Lebensdauer der Windkraftanlagen der Abriss bezahlt werden, schreibt Weißhaupt. 

Die Betriebskosten seien hingegen vergleichsweise gering. „Die Anlagen produzieren Strom und sind eine sichere Einnahmequelle für die Betreiber.“ Weißhaupt schreibt weiter, dass eine möglichst lange Betriebsdauer kosteneffizient sei. Allerdings sei es ähnlich wie bei Fahrzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen – gegen Ende der Lebensdauer würden auch Windkraftanlagen zu mehr Defekten neigen und Reparaturen erforderlich machen. „Dann sollte ein Rückbau erfolgen, denn langfristig außer Betrieb genommene Anlagen sollten nicht in der Umwelt verbleiben.“

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Dass eine möglichst lange Betriebsdauer effizient sei, gelte aber nur, so lange die Windkraftanlage noch Gewinne erwirtschaftet, schreibt Christoph Zipf. „Kein Betreiber wird die Anlagen weiterlaufen lassen, wenn er damit monatlich Verlust einfährt.“

Fazit: Die Behauptung ist teilweise falsch. Die Kosten für den Abriss sind je nach Modell unterschiedlich hoch, die Betreiber sorgen aber während der Betriebszeit dafür vor und bilden Rückstellungen. Der Weiterbetrieb ist zunächst laut Umweltbundesamt immer günstiger, aber nur, solange die Betreiber damit weiter Geld verdienen und die Anlagen nicht kaputtgehen.  

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Einige Behauptungen in dem Facebook-Bild sind teilweise falsch oder unbelegt und es fehlt Kontext.

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Ein Polizeibeamter zeigt in einem Twitter-Video auf eine Landstraße auf der Insel Anglesey in Nordwales, auf der im Dezember 2019 mehr als 200 Vögel tot aufgefunden wurden. (Quelle: NWP Rural Crime Team / Screenshot: CORRECTIV)

von Till Eckert

In einem zehntausendfach geteilten Artikel wird behauptet, in Nordwales seien hunderte Vögel wegen einer 5G-Anlage vom Himmel gefallen. In der Region gibt es aber gar kein 5G. Das Ermittlungsteam geht von einer anderen Ursache aus.

Immer häufiger sehen wir Behauptungen darüber, dass der neue Mobilfunkstandard 5G am Tod von Tieren Schuld sein soll. So sollen laut eines viralen Youtube-Videos im kalifornischen Sierra Madre wegen zweier 5G-Masten angeblich Bienen gestorben sein – in der Stadt gibt es aber gar kein 5G, wie wir recherchierten

Eine ähnliche Behauptung zirkuliert seit dem 15. Dezember 2019 im Netz: In einem Artikel des Blogs Legitim.ch wird behauptet, auf der nordwalisischen Insel Anglesey seien hunderte Vögel wegen einer 5G-Anlage tot vom Himmel gefallen, dort seien „Tests“ von Vodafone durchgeführt worden. Den Fall gibt es zwar, aber auch hier gilt: In der Region gibt es kein 5G. Das bestätigte uns Rob Taylor, Leiter des North Wales Rural Crime Teams, einer Polizeieinheit, die den Fall ermittelt, per E-Mail. 

E-Mail vom Leiter des North Wales Rural Crime Teams. (Screenshot: CORRECTIV)

Das zeigt auch ein Blick auf die Webseite „Ookla“, die den 5G-Ausbau nach eigenen Angaben anhand „verifizierter öffentlicher Quellen“ verfolgt. Demnach gibt es in Nordwales 5G nur in Llandudno, einem mit dem Auto etwa 50 Minuten von dem betreffenden Ort auf Anglesey entfernen Ort. 

Zudem sagte ein Sprecher von Vodafone der Tageszeitung Daily Post im Dezember 2019: „Wir können bestätigen, dass es in der Gegend um Bodedern [der angrenzende Ort, Anm.] kein Vodafone-5G gibt und auch keine Tests durchgeführt wurden.“ 

Ermittlungsteam: Flugmanöver des Vogelschwarms könnte Ursache sein

Dass die Vögel auf Anglesey wegen 5G starben, kann demnach ausgeschlossen werden, weil es dort keines gibt. Zudem gibt es bisher keine Belege dafür, dass die Strahlung Tieren gefährlich werden könnte. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums antwortete uns in dem Zusammenhang für den Faktencheck über die Bienen in Sierra Madre: „Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung von Tieren und Pflanzen durch hochfrequente elektromagnetische Felder unterhalb der Grenzwerte.“ 

Aber was ist die Ursache für den Fall in Anglesey? Die zuständige Polizeieinheit berichtet über den Ermittlungsfortschritt auf ihrem verifizierten Twitter-Account. Am 16. Januar veröffentlichte sie mehrere Tweets zu dem Fall

Sicher ist demnach: Am Dienstag, 10. Dezember 2019 starben laut Polizei mindestens 200 Stare auf einer Straße nahe Bodedern auf Anglesey. Einige hätten noch gelebt, als sie gefunden wurden, seien aber schwach und flugunfähig gewesen, bevor sie starben. 

Tweet des ermittelnden Polizeiteams. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Ermittlungsteam und Mitarbeiter der Animal Plant and Health Agency entfernten laut Polizei 35 Vögel und brachten sie zu einer Untersuchung. „Alle untersuchten Vögel hatten ein schweres inneres Trauma durch den Aufprall“, schreibt die Polizei. Dies spreche dafür, dass die Vögel durch den Aufprall auf die Straße gestorben sind: Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Schwarm in der Luft ein Ausweichmanöver vollzog, da möglicherweise ein Raubvogel hinter der Gruppe her war. Die Polizei geht davon aus, dass einige nicht rechtzeitig hochziehen konnten und auf den Boden aufschlugen.

Die Polizei schreibt außerdem: „Bitte bedenken Sie, dass die vollständige Toxikologie noch nicht vorliegt, so dass eine endgültige Theorie nicht bestätigt werden kann, aber wir sind uns über die Gründe und die Ursache der Todesfälle der Vögel ziemlich sicher.“

5G ist ein Thema der Desinformation 

CORRECTIV.Faktencheck beobachtet schon länger, dass mit dem Thema 5G Stimmung im Netz gemacht wird. Für einen Hintergrund-Bericht haben wir uns mit der Forschungslage beschäftigt. Zusammengefasst: Es ist zum jetzigen Zeitpunkt weder abschätz- noch belegbar, welche Strahlenbelastung durch die neue Mobilfunktechnologie auf Menschen und Tiere wirken könnte. Zudem ist nicht belegt, ob sie gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Um sichere Aussagen dazu treffen zu können, müsste die Strahlenbelastung nach dem Ausbau gemessen und erforscht werden.

Unsere Bewertung:
Falsch. In der Region in Nordwales gibt es gar kein 5G.

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Meereis vor der Küste der Antarktis. (Foto: NASA/Jeff Schmaltz, LANCE/EOSDIS Rapid Response)

von Alice Echtermann

Eine Webseite streut Zweifel am Klimawandel, weil angeblich laut Nasa-Daten ein Gletscher in Grönland wachse und das Eis in der Antarktis zunehme. Letzteres stimmt nicht – und aus dem Gletscher-Wachstum zieht der Artikel falsche Schlüsse. 

Ein Gletscher auf Grönland wächst wieder. Gibt es also doch keinen Klimawandel? Das behauptet die Seite Happy Times in einem Artikel, der laut dem Analysetool Crowdtangle bereits mehr als 13.200 Mal auf Facebook geteilt wurde. Es geht darin um den Jakobshavn-Gletscher auf Grönland und um die Eismenge am Südpol, die angeblich zu- statt abgenommen habe. 

Die Seite beruft sich für beide Behauptungen auf die US-Weltraumbehörde Nasa und schreibt von der „neuesten Fehlprognose der Klimawissenschaft“. Mit dieser Einschätzung liegt sie falsch. Zwar wächst der Gletscher auf Grönland tatsächlich – dies lässt aber keine Schlüsse über den Klimawandel zu. Die Ausdehnung des Meereises sowie die Eismasse der Antarktis schrumpfen.

Gletscher wächst seit 2016, weil ihn durch Meeresströmung kaltes Wasser erreichte 

Tatsächlich teilte die Nasa im März 2019 mit, der Jakobshavn-Gletscher auf Grönland werde dicker und bewege sich langsamer. Der Gletscher mündet ins Meer. Die Nasa erklärte den Grund für das Wachstum mit seit 2016 deutlich kühler gewordenem Wasser, das durch Meeresströmungen zu ihm gelangt sei. 

Die Ursache für das kalte Wasser sei ein bekanntes Klimaphänomen namens Nordatlantische Oszillation (North Atlantic Oscillation, NAO). Wenn es sich verändere, werde der Gletscher wieder stärker schmelzen. 

Die Veränderung des Jakobshavn-Gletschers. Rot bedeutet Ausdünnung, Blau eine Zunahme. Die Bilder wurden laut Nasa mit GLISTIN-A Radardaten erstellt. (Bildquelle: NASA/JPL-Caltech / NASA Earth Observatory)

Ähnliches führte die Nasa auch in einem Blogartikel von Oktober 2019 aus. Das Wachstum des Gletschers klinge nur auf den ersten Blick nach guten Nachrichten für die globale Erwärmung. „Die NAO ist ein ozeanisches Klimaphänomen, das die Wassertemperaturen im Nordatlantik alle fünf bis 20 Jahre zwischen Warm und Kalt wechseln lässt.“ Es sei nicht von Dauer – der Klimawandel jedoch passiere langfristig.

Auf Nachfrage bekräftigt einer der verantwortlichen Forscher der Nasa-Studie, Josh Willis, dies per E-Mail an CORRECTIV: „Obwohl dieser Gletscher gewachsen ist, hat Grönland insgesamt an Eis verloren; 2019 verlor es die zweitgrößte Menge in den letzten zwei Dekaden.“ Die Forschung zeige, wie empfindlich Gletscher auf Veränderungen des Ozeans reagieren. Langfristig werde sich dieser unvermeidlich durch den Klimawandel erwärmen. Und an der Ursache der globalen Erwärmung gebe es keinen Zweifel: „Wir sind es.“

Antwort des Forschers Josh Willis auf eine Anfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Erst kürzlich, Anfang Februar, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung mit, der Eispanzer Grönlands schmelze insgesamt immer schneller: „Zum einen taut der Eispanzer an der Oberseite, weil er der Sonne und den steigenden Temperaturen ausgesetzt ist. Doch schmilzt das Eis inzwischen auch von unten – und zwar auch im Nordosten Grönlands, wo sogenannte Gletscherzungen zu finden sind.“

Wir haben die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts um eine Einschätzung zum Wachstum des Jakobshavn-Gletschers im Westen Grönlands gebeten. Die Antwort des Glaziologen Veit Helm: „Der Artikel zeigt in keinster Weise die von Klimaskeptikern gern gesehene Fehlprognose der Klimawissenschaft, sondern verdeutlicht vielmehr den großen Einfluss von geringen Ozeantemperaturschwankungen auf das dynamische Verhalten der Gletscher, umso mehr im Hinblick auf sich gobal erwärmenden Ozeane!“

Das Meereis am Südpol nahm laut Nasa lange leicht zu, inzwischen schrumpft es jedoch

Die zweite Behauptung des Artikels von Happy Times lautet, die Eisfläche am Südpol nehme angeblich zu, sie habe sich um 17.000 Quadratkilometer vergrößert. Als Quelle wird die Nasa genannt, wir konnten diese Daten jedoch nicht finden. Auf unsere Nachfrage sagen die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts, ihnen sei keine Studie bekannt, die diese konkrete Aussage stützt. 

Es gebe lediglich eine Nasa-Studie von 2015 des Forschers Jay Zwally: Darin ist von einem Zuwachs der Eismasse im Osten der Antarktis die Rede. Dieser sei so groß, dass er den Verlust durch die schmelzenden Gletscher im Westen aufwiege. Die Studie sei jedoch umstritten, schreibt uns Veit Helm vom Alfred-Wegener-Institut. „Alle anderen Wissenschaftler, die mit derselben Datengrundlage gearbeitet haben, kommen auf eine nur geringe Massenzunahme oder sich im Gleichgewicht befindende Ostantarktis. Eine Vergleichsstudie (IMBIE), die Massenbilanzen verschiedener Wissenschaftler Teams und Methoden zusammenfasst, zeigt sehr deutlich, dass die Werte von Zwally in keinster Weise bestätigt werden konnten.“

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Josh Willis, der die Nasa-Studie über den Jakobshavn-Gletscher verfasste, schreibt uns auf Nachfrage zu der Antarktis: „Das Eis auf dem Land in der Antarktis schrumpft seit 20 Jahren.“ Bei dem schwimmenden Eis – dem Meereis – rund um den Kontinent gebe es keinen eindeutigen Trend, aber in den vergangenen Jahren sei es ebenfalls auf einem Rekord-Minimum gewesen.

Die Nasa schrieb im April 2019 in einem Blogartikel, die schwimmende Eisfläche rund um die Antarktis nehme ab, nachdem sie die Jahre zuvor eher zugenommen habe. Der Grund sei, dass sich „langfristige, großflächige Windphänomene“ umgekehrt hätten, die zuvor das Eis von der Antarktis weggeschoben hatten. Globale Klimamodelle hätten dieses Verhalten vorhergesagt.

Darstellung der Entwicklung des Meereises in der Arktis (blau) und Antarktis (rot). (Quelle: Nasa. Screenshot: CORRECTIV)

Auch aus den Daten auf der Webseite der Nasa (bis 2017) geht hervor, dass die Masse des Land-Eises in der Antarktis seit 2002 insgesamt abnimmt, ebenso wie die Eismasse in Grönland. Am Nordpol schrumpft das Meereis ebenfalls seit Jahren stark. In dem Beitrag von 2019 erklärte die Nasa, die Ausdehnung des Eises in der Arktis sei auf dem niedrigsten Stand seit 1850.  

Die Größe der Eisfläche an den Polen sei wichtig in Bezug auf den Klimawandel, schreibt die Nasa: Das Eis reflektiere mit seiner hellen Oberfläche 50 bis 70 Prozent der Energie der Sonne zurück ins Weltall. Wenn es im Sommer schmelze, entblöße es die dunkle Oberfläche des Meeres, die 90 Prozent des Sonnenlichtes absorbiere. „Wenn der Ozean sich erwärmt, steigen die Temperaturen weiter.“ Dies habe einen Effekt auf die gesamte Erde, auf Ozeanströmungen und somit das Klima. 

Auch eine weitere Frage, die der Artikel von Happy Times aufwirft („Erwärmt sich die Erde wirklich?“) ist klar zu beantworten: Die globale Oberflächentemperatur hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts laut Nasa um 0,9 Grad Celsius erhöht. Die größte Erwärmung fand in den letzten 35 Jahren statt. Die fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen ereigneten sich alle seit 2010.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Der Gletscher in Grönland wächst seit ein paar Jahren, das lässt jedoch keine Schlüsse über den Klimawandel zu. Insgesamt nehmen sowohl die Eismengen in Grönland als auch der Antarktis ab.

Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
Hat Astrophysiker und TV-Moderator Harald Lesch seine Meinung über den Klimawandel seit 2001 geändert? Nein. (Foto: Horst Galuschka / dpa)

von Alice Echtermann

Der Astrophysiker Harald Lesch informiert öffentlich über den menschengemachten Klimawandel. In einem Youtube-Video wurde nun seine alte TV-Sendung so geschnitten, dass es wirkt, als sei er damals anderer Meinung gewesen. Das Video ist irreführend. 

Ein Video mit der Überschrift „Harald Lesch vor 20 Jahren! Klimawandel nicht menschengemacht?“ wurde am 16. Januar auf dem Youtube-Kanal „AfD Community“ veröffentlicht und bisher mehr als 2.100 Mal aufgerufen. Der Account ist kein offizieller Kanal der AfD und hat sich inzwischen umbenannt in „Einfach Freiheit“. In dem Video wird eine Episode der Sendung alpha-Centauri von 2001 irreführend zusammengeschnitten.

Harald Lesch ist Astrophysiker und tritt seit Jahren im deutschen Fernsehen auf. Erst kürzlich veröffentlichte das ZDF eine Dokumentation über den Klimawandel mit ihm als Moderator. Er spricht darin von einer „menschengemachten Katastrophe“. Von 1998 bis 2007 moderierte Lesch die Wissenschaftssendung alpha-Centauri im Bayerischen Rundfunk

Das geschnittene Video von „AfD Community“ legt nahe, er habe damals in Bezug auf den Klimawandel ganz andere Positionen als heute vertreten. Das Original-Video zeigt jedoch, dass es dafür keine Anhaltspunkte gibt.

Das Youtube-Video von „AfD Community“. (Screenshot am 23. Januar: CORRECTIV)

Worum ging es in der Sendung von 2001?

In dem Original-Beitrag von 2001, der in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks zu finden ist, erklärte Lesch, wie Eiszeiten entstehen, und dass wir aktuell in einer Warmzeit innerhalb einer Eiszeit leben (im Original-Video ab Minute 10:00). In reinen Warmzeiten sei die Erde viel wärmer als heute gewesen, und in diesem Klima hätten sich zum Beispiel die Dinosaurier entwickeln können (ab Minute 5:46).  

Die Gründe für die Entstehung von Eiszeiten seien tektonische Plattenverschiebungen und Veränderungen von Meeres- und Luftströmungen. Auch die Neigung der Erdachse könne einen gewissen Anteil haben, diesen bezeichnete Lesch allerdings als gering (ab Minute 11:28).

Das Video von alpha-Centauri in der BR-Mediathek. (Screenshot: CORRECTIV)

Er erwähnte auch, dass es in den letzten drei oder vier Millionen Jahren immer wieder starke Sprünge innerhalb von zehn Jahren in der Durchschnittstemperatur von bis zu 14 Grad gegeben habe. „Das Wetter scheint in den Eiszeiten wesentlich instabiler zu sein, als in den Warmzeiten.“ (ab Minute 8:50)

Sätze werden aus dem Kontext gerissen

Vor allem auf diese letzten Aussagen fokussiert sich das geschnittene Video von „AfD Community“ und reißt das, was Lesch sagt, aus dem Kontext. Besonders hervorgehoben wird der Satz: „Man muss erstmal wissen, wovon man spricht, bevor man anfängt, vorzuschlagen, was können wir mit dem Wetter in Zukunft tun, beziehungsweise, wovor müssen wir uns schützen.“ (Im Original bei Minute 1:29) 

Im Youtube-Video von „AfD Community“ wird dieser Satz direkt nach andere Aussagen gesetzt, so dass er wie Kritik an denjenigen wirkt, die einen menschlichen Einfluss auf das Klima prognostizieren (ab Minute 1:30): Zur Zeit der Dinosaurier sei es viel wärmer als heute gewesen, „[…] also es war sehr, sehr warm. Es war sehr, sehr schwül. [Schnitt] Wir leben in einer Eiszeit. Meine Damen und Herren, jetzt ist Eiszeit. [Schnitt] Wir sind zwar jetzt in einer Eiszeit, aber wir sind in einer Warmzeit einer Eiszeit. [Schnitt] Aber der größte Teil der Erdgeschichte war völlig eisfrei. [Schnitt] Man muss erstmal wissen, wovon man spricht, bevor man anfängt, vorzuschlagen, was können wir mit dem Wetter in Zukunft tun, beziehungsweise, wovor müssen wir uns schützen.

Der Satz stammt jedoch aus einem ganz anderen Kontext und steht ganz am Anfang des Original-Videos. Lesch kündigt an, es werde um Eiszeiten gehen, und sagt dann: „Natürlich höre ich schon einige, die sagen: ‘Jetzt kommt der mir mit Eiszeiten. Wir sind doch in der Zeit des Global Warming.’ […] Am Ende der Sendung werden wir schon noch dahin kommen, aber wenn man versteht, wie Eiszeiten entstehen, […] dann versteht man mehr über das Wetter. Und wenn man mehr über das globale Wetter versteht, dann versteht man vielleicht auch, wie es zum Global Warming kommt, ob wir Menschen darauf einen erheblichen Einfluss darauf haben, oder ob es sich um rein natürliche Phänome… Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich will hier niemandem das Wort reden, jetzt in Zukunft weiter Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen. Aber man muss erstmal wissen, wovon man spricht, bevor man anfängt, vorzuschlagen, was können wir mit dem Wetter in Zukunft tun, beziehungsweise, wovor müssen wir uns schützen.“ 

Am Ende des Original-Videos kommt Lesch noch einmal auf den Klimawandel zurück (ab Minute 12:57): „Das Wetter ist eine unglaublich instabile Angelegenheit. Gerade diese Sprünge, die innerhalb von zehn Jahren solche Temperaturänderung von bis zu 14, 15 Grad bedeuten – das wäre eine absolute Katastrophe, wenn uns das heute passieren würde. Und wir müssen sagen, um wieder auf das Global Warming zurückzukommen: Wir müssen aufpassen. Oder, um es so zu sagen: Der Homo Sapiens erkennt das Richtige, tut aber manchmal das Falsche.“

Es wird also klar, dass Lesch mit dem Video nicht vorhatte, den Einfluss von Treibhausgasen auf das Klima zu bestreiten. Er betonte aber, dass es wichtig sei, auch andere Faktoren, die das Klima verändern, zu kennen. 

Lesch: „Durch den Einfluss des Menschen wird die Eiszeit verschoben“

Auf Anfrage von CORRECTIV schreibt Lesch per E-Mail: „Die Eiszeiten sind eine Erscheinung des Klimas. Die Temperatursprünge, von denen ich im Rahmen eines Videos spreche, heißen Dansgaard-Oeschger-Ereignisse und sind verursacht durch Zusammenbrüche von Meeresströmungen, wie dem Golfstrom […]. Die Eiszeiten haben ihren Ursprung durch astronomische Faktoren (Milanković-Zyklen), die werden aber durch den vom Menschen verursachten Klimawandel inzwischen ausgeschaltet.“

Die E-Mail von Harald Lesch an CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Am Telefon ergänzt Lesch, er habe in keinem seiner früheren Videos gesagt, dass das Klima nicht vom Menschen beeinflusst werde. Aber Ehrlichkeit sei ihm wichtig: Es sollte nicht verschwiegen werden, dass es auch natürliche Einflüsse auf das Klima gebe. „Niemand bestreitet, dass das Klima natürliche Schwankungen hat, aber der menschliche Einfluss ist die Spritze direkt in die Vene des Klimasystems.“ 

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Lesch verweist auch auf einen Wissenschaftsartikel des Tagesspiegel von Mai 2018, in dem es ebenfalls heißt, die nächste Eiszeit könnte ausfallen: „Unsere Emissionen von Kohlendioxid haben uns auf eine rasante Reise in ein Heißzeit-Klima geschickt, wie es keiner unserer fernsten Vorfahren je erlebte. Es könnte demjenigen gleichen, das auf der Erde herrschte, ehe das aktuelle Eiszeitalter anbrach.“

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Das Video ist so geschnitten, dass ein falscher Eindruck entsteht. 

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Honig kann verderben, wenn er einen zu hohen Wassergehalt hat. (Foto: PollyDot / Pixabay)

von Till Eckert

In einem Instagram-Beitrag der Seite „Patenfakten“ wird behauptet, dass Honig nie verderbe und auch nach 3.000 Jahren noch essbar sei. Das stimmt nicht ganz.

„Honig ist das einzige Lebensmittel, dass nie verdirbt. Ihr könntet also durchaus Honig essen, der 3.000 Jahre alt ist“, behauptet die Instagram-Seite „Patenfakten“ in einem Beitrag vom 20. Dezember 2019. Doch stimmt das auch? Wir haben beim Bundeszentrum für Ernährung und beim Deutschen Imkerbund nachgefragt.

Der Instagram-Beitrag mit einer teilweise falschen Behauptung zu Honig. (Screenshot: CORRECTIV)

Zu hoher Wassergehalt kann Honig gären lassen

Harald Seitz vom Bundesamt für Ernährung, das auf seiner Webseite über Honig informiert, schrieb auf unsere Anfrage per E-Mail: „Die Haltbarkeit von Honig ist abhängig von der Qualität des Honigs und von den Lagerbedingungen. Je höher der Zuckergehalt, je niedriger der Wassergehalt eines Honigs und je homogener der Honig bereits bei der Abfüllung ist, umso besser sind die Voraussetzungen für eine lange Haltbarkeit.“

Laut Seitz beeinflussen Imker bereits bei der Honigernte und -bearbeitung die Haltbarkeit. Diese legten auch selbst das gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum fest, meist zwei Jahre. „Bei Honigen mit höherem Wassergehalt (z. B. Heidehonig) oder saureren Honigen (z. B. Gamander-Honig, Honig aus dem Blütennektar von Lippenblütlern der Pflanzengattung Gamander) ist meist ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 12 Monaten angegeben“, schreibt Seitz. Grundsätzlich solle man darauf achten, ob der Honig gleichmäßig aussieht und keinen Fremdgeruch habe. Dann sei alles in Ordnung. 

„Es kann jedoch passieren, dass Honig umkippt und zu gären beginnt“, schreibt Seitz. Das könne zum Beispiel der Fall sein, wenn der Honig einen zu hohen Wassergehalt habe. Dann könnten sich Hefen vermehren und den Zucker zu Kohlendioxid und Alkohol abbauen. „Der Deckel wölbt sich dann eventuell und es kann beim Öffnen des Honigglases ein wenig zischen. Ein gegorener Honig riecht fruchtig oder säuerlich-alkoholisch. Auf der Oberfläche des Honigs bilden sich kleine Bläschen, bei stärkerer Gärung auch Schaum. Sie sollten vergorenen Honig nicht mehr verzehren.“

Imkerbund empfiehlt: Honig so lange verzehren, wie er schmeckt

Auch Olaf Lück, der Geschäftsführer des Deutschen Imkerbunds, schreibt per E-Mail: „In der Tat ist Honig tatsächlich sehr lange haltbar – vorausgesetzt, er wird dunkel, kühl und trocken gelagert.“ Honig könne aber sortenabhängig verderben, beziehungsweise säuern, wenn der Wassergehalt über 18 Prozent liege. „Dann können zuckerliebende Hefen, die sich in der Luft befinden und im Glas mit eingeschlossen sind, vermehren, da genügend nicht an Zucker gebundenes Wasser vorhanden ist. Dann wird durch die Verstoffwechselung der Hefen aus den Zuckern Alkohol; der Honig gärt. Dieses Produkt ist im Ergebnis als Met bekannt.“ Der Imkerverband legt in seinen Qualitätsrichtlinien für die Bezeichnung „Echter Deutscher Honig“ fest, dass der Wassergehalt unter 18 Prozent liegen müsse.

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Honig aus angefangenen Gläsern könne auch solange verzehrt werden, „wie er schmeckt“, schreibt Lück. Gärenden Honig könne man  sogar noch zum Backen verwenden. „Für länger bereits geöffnete Gläser empfehlen wir, kurz zu probieren und dann entscheiden, ob aufs Brot oder in den Kuchen.“

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Honig kann sortenabhängig verderben, wenn der Wassergehalt zu hoch ist; richtig gelagert ist er aber sehr lange haltbar.

Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis), Weibchen beim Fressen von Blättern am Baum
Das Sumatra-Nashorn ist nicht weltweit ausgestorben, aber stark bedroht. (Foto: imageBROKER / Terry Whittaker / FLPA / dpa)

von Alice Echtermann

In einem Instagram-Beitrag von „Faktastisch“ wird behauptet, nachdem das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia gestorben sei, sei die Art nun „offiziell ausgestorben“. Das ist falsch – sie ist in Malaysia ausgestorben, anderswo gibt noch Tiere, wenn auch nur wenige. 

Im November 2019 berichteten Medien über den Tod des letzten Sumatra-Nashorns in Malaysia. Das Weibchen namens Iman sei an Krebs gestorben. Daraufhin veröffentlichte die Seite „Faktastisch“, die Nachrichten und kurze Fakten über verschiedene Themen verbreitet, am 25. November auf Instagram ein Bild, in dem es heißt: „Malaysias letztes Sumatra-Nashorn ist gestorben. Damit ist die Tierart jetzt offiziell ausgestorben.“

Der Beitrag hat bereits mehr als 186.500 Likes (Stand: 22. Januar 2020). Die Formulierung von „Faktastisch“ kann so verstanden werden, dass es nun weltweit kein einziges Sumatra-Nashorn mehr gebe. Das stimmt nicht, wie auch Nutzer auf Instagram bereits in den Kommentaren angemerkt haben. 

Der Beitrag von „Faktastisch“ auf Instagram. (Screenshot am 22. Januar 2020: CORRECTIV)

Der Link, der in dem Instagram-Post unten links als Quelle angegeben wird, funktioniert nicht. Was stimmt, ist, dass das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia im November 2019 gestorben ist. Das Umweltministerium des Bundesstaates Sabah hatte bereits Ende 2017 mitgeteilt, bei dem Weibchen sei Krebs im Uterus diagnostiziert worden. 

In den Medienberichten über den Tod des Tieres, zum Beispiel bei National Geographic oder dem Spiegel, wird jedoch stets erwähnt, dass noch andere Exemplare der Nashorn-Art auf Sumatra, also in Indonesien, leben. So steht es auch in einer Pressemitteilung des WWF von November 2019. Die Art sei aber stark vom Aussterben bedroht. Die „letzte Hoffnung“ sei die Sumatra-Nashorn-Allianz der indonesischen Regierung mit dem WWF, der Weltnaturschutzunion IUCN, National Geographic, der International Rhino Foundation und Global Wildlife Conservation. Sie solle die wild lebenden Tiere schützen und ein Zuchtprogramm vorantreiben. 

Laut dieser Initiative (Sumatran Rhino Rescue) gibt es aktuell weniger als 80 Sumatra-Nashörner weltweit. Offiziell ausgestorben ist die Art aber noch nicht. 

Unsere Bewertung:
Falsch. Das Sumatra-Nashorn ist nicht ausgestorben. Die Art ist vom Aussterben bedroht, es gibt aber noch Tiere in Indonesien. 

Controlled Burn In Wildlife Management Area
In Australien gibt es kein Verbot kontrollierter Brände, sie werden regelmäßig durchgeführt. Allerdings wird seit Jahren diskutiert, ob sie stärker eingesetzt werden sollten. (Symbolfoto: dpa picture alliance / Mitch Kezar)

von Alice Echtermann

Im Kontext der Buschbrände in Australien wird immer wieder die Behauptung verbreitet, die Grünen seien Schuld an der starken Ausbreitung der Feuer – denn sie hätten das kontrollierte Abbrennen von Unterholz gestoppt, das eingesetzt werde, um großen Bränden vorzubeugen. Das ist nicht richtig. 

In gleich zwei Artikeln auf der Webseite Epoch Times wird den Grünen in Australien die Schuld am Ausmaß der Buschbrände der vergangenen Monate gegeben. In einem Artikel mit dem Titel „Die Waldbrände in Australien – Desaster durch Verordnungswut der Grünen“ heißt es, um Buschbrände zu verhindern, hätten bereits die Ureinwohner Australiens kontrolliert Feuer gelegt. Diese Maßnahmen seien vor 20 Jahren durch die Grünen abgeschafft worden: „Das Verbot der vorsorglichen Brände auf Druck der Grünen führte zu einem Desaster.“ Nach großen Waldbränden 2016 sei das Abbrennen dann vorgeschrieben worden. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 600 Mal auf Facebook geteilt. Die Behauptung, die Grünen hätten ein Verbot der kontrollierten Brände erwirkt, ist jedoch falsch.

Der zweite Text mit dem Titel „Australischer Feuerwehrverband: Der Klimawandel ist nicht an der Brandkatastrophe schuld“ wurde mehr als 2.300 Mal geteilt. Darin wird eine Mitteilung eines Verbands der Freiwilligen Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales zitiert, und ebenfalls behauptet: „Das kontrollierte Abbrennen wurde von der Grünen Ideologie gestoppt, weil dem jeweils eine Menge Bodenfauna zum Opfer fiel.“ Auch die Behauptung, die Grünen hätten die kontrollierten Brände gestoppt, ist falsch.

Kontrolliertes Abbrennen von Unterholz oder trockenen Blättern wird in Australien laut dem Forscher David Bowman von der University of Tasmania als „prescribed burning“, „hazard reduction burning“ oder auch „fuel reduction burning“ bezeichnet. Solche Brände werden je nach Region unterschiedlich regelmäßig durchgeführt. Im Bundesstaat Western Australia gibt der Parks and Wildlife Service sogar explizit Tipps für die Planung eines solchen Feuers und zeigt auf seiner Webseite, wo am jeweiligen Tag Brände geplant sind. 

Der Guardian hat bereits im November in einem Faktencheck die Vorwürfe gegen die australischen Grünen untersucht, die offenbar auch in Australien weit verbreitet sind, und kam zu dem Schluss, dass sie haltlos seien: Allein in New South Wales habe der National Parks and Wildlife Service 2018 und 2019 Brandmaßnahmen auf mehr als 139.000 Hektar durchgeführt. 

Meldung des Feuerwehrverbands ist von 2013

Die Meldung des Feuerwehrverbands Volunteer Firefighters Association aus New South Wales, die die Epoch Times in dem Artikel vom 14. Januar 2020 zitiert und auch verlinkt, stammt von September 2013. Tatsächlich steht darin, der Verband weise die Behauptung von „grünen Alarmisten“ zurück, dass vor allem der Klimawandel für Buschbrände in der Region verantwortlich sei. „Die wahre Schuld liegt bei den Grünen und ihrer Ideologie, weil sie fortwährend unsere Bemühungen zur Gefahrenreduzierung [hazard reduction] in den kühleren Monaten untergraben und Landbesitzer davon abhalten, ihr Land zu säubern, um das Buschfeuer-Risiko zu reduzieren.“ 

Diese Meldung hat jedoch mit den Buschfeuern in der Saison 2019/2020 nichts zu tun. Die Feuerwehr gibt den Grünen darin außerdem vor allem die Schuld an der Bürokratie, die sie zu durchlaufen habe, um ein präventives Feuer genehmigt zu bekommen. Von einem Verbot ist nicht die Rede. 

Verbot vor 20 Jahren?

Auch zu der Behauptung, die Feuer seien vor 20 Jahren verboten und erst 2016 wieder eingeführt worden, konnten wir keine Quellen finden. Google-Suchen nach „prescribed burnings Australia“ und „hazard reduction burning Australia“ zwischen 2000 und 2016 führen zu zahlreichen Treffern, aus denen hervorgeht, dass die Feuer nicht verboten waren. Eine Auswertung für das australische Parlament von 2002 nannte die kontrollierten Brände als das wichtigste Mittel, um das Risiko von Buschfeuern zu reduzieren. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass sie sie nicht völlig verhindern können: Unter extremen Bedingungen könne das Feuer auch über Land mit sehr wenig brennbarem Material ziehen. Die kontrollierten Brände sollten nicht uniform angewendet werden, sondern die Frequenz und Größe sollte sich nach der Beschaffenheit der jeweiligen Region richten. 

Grüne: Wir unterstützen Brände zur Gefahrenreduzierung

Die grüne Partei Australiens (The Greens) widerspricht aktuell auf ihrer Webseite der Behauptung, sie verhindere des Legen kontrollierter Brände: „Die Australischen Grünen unterstützen Brände zur Gefahrenreduzierung und Gegenbrände [um ein existierendes Feuer einzudämmen, Anm. d. Red.], um die Auswirkungen von Buschfeuern zu reduzieren, wenn sie von der besten wissenschaftlichen, ökologischen und Notfallexpertise begleitet werden.“ Die Grünen greifen auch die Vorwürfe gegen sie in einer Art Faktencheck auf und schreiben, die Anschuldigungen seien falsch. 

Die Grünen waren in Australien noch nie an der Regierung. Generell fanden wir bei der Recherche keine Hinweise, dass sie ein Verbot von kontrollierten Bränden gefordert haben. Allerdings weisen die Grünen stets darauf hin, dass die Feuer umweltverträglich sein müssten. Auf der Webseite der Grünen in New South Wales heißt es, die kontrollierten Brände müssten gut geplant und ökologisch verträglich sein. Dasselbe schreiben auch die Grünen im Bundesstaat Victoria auf ihrer Webseite.

In eigener Sache

Angriffe auf die Faktencheck-Redaktion von CORRECTIV

Hassnachrichten, Beleidigungen und Drohungen: Wie wir angegriffen werden und wie wir uns gemeinsam dagegen wehren können

ZUM ARTIKEL

Es gibt gesetzliche Regularien für den präventiven Umgang mit Buschfeuern, über die das australische Umweltministerium auf seiner Webseite informiert. Das Gesetz ist von 1999. Auch dort ist nirgends von einem Verbot kontrollierter Feuer die Rede. Teilweise sei aber nach dem nationalen Umweltrecht eine Genehmigung nötig. 

Über die Effektivität der kontrollierten Brände wird in Australien diskutiert, Forscher wollen sie aktuell noch besser untersuchen. Der Forscher David Bowman schrieb in seinem Artikel 2014, die Maßnahmen seien zwar wichtig, aber auch teuer und gefährlich. 

Ein Streitthema in Australien

Seit Jahren ist es in Australien also ein Streitthema, ob es mehr oder weniger dieser kontrollierten Brände geben sollte. So berichtete ABC im Februar 2019, ein ehemaliger Feuerwehrchef aus Victoria habe mehr solcher Maßnahmen gefordert. Viele seien zu zögerlich damit. In einem weiteren Medienbericht von ABC vom 6. Januar 2020 kommen ebenfalls Experten zu Wort, nach deren Meinung es zu wenig kontrollierte Brände gibt. In dem Artikel sagt derselbe Experte jedoch auch, dass die Grünen zu Unrecht beschuldigt würden.

Denn es gebe viele Erklärungen, warum die kontrollierten Brände selten ausgeführt werden, zum Beispiel, dass sich manche Gegenden nicht dafür eignen würden. Außerdem, wie der ehemalige Feuerwehr-Commission Greg Mullins aus New South Wales im November 2019 in einem Meinungsbeitrag im Sydney Morning Herald schrieb, hielten wärmere und trockene Wetterbedingungen mit höherer Feuergefahr die Behörden davon ab. Es sei oft entweder zu nass, zu trocken oder zu windig, um das Unterholz sicher zu verbrennen. „Den ‘Greenies’ die Schuld am Stop dieser wichtigen Maßnahmen zu geben, ist eine bekannte, populistische, aber unwahre Behauptung“, so Mullins. 

Weitere Behauptungen über die Buschfeuer in Australien haben wir hier überprüft.

Unsere Bewertung:
Falsch. Die Grünen haben kontrollierte Brände zur Vorbeugung von Buschfeuern in Australien nicht gestoppt. 

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Eines der Feuer am 30. Dezember in Australien. (Foto: Glen Morey / dpa)

von Till Eckert

Im Netz kursiert die Behauptung, in Australien seien etwa 180 Menschen wegen Verdacht auf Brandstiftung festgenommen worden, die der „grünen Bewegung“ zugerechnet würden. Dafür gibt es keine Belege.

Eine Facebook-Nutzerin behauptet in einem Beitrag vom 12. Januar, dass in Australien etwa „200 Personen wegen dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen“ worden seien. Davon könnten etwa „180 der australischen grünen Bewegung zugerechnet“ werden. Einen Beleg oder eine Quelle dafür liefert die Facebook-Nutzerin nicht. Der Beitrag wurde bisher rund 540 Mal geteilt. Der Ursprung der Behauptung ist womöglich ein Tweet vom 10. Januar. Er wurde bisher mehr als 400 Mal retweetet. 

Der Facebook-Beitrag mit der Behauptung. (Screenshot: CORRECTIV)

Die angegebenen Zahlen sind irreführend

Die angegeben Zahlen stammen vermutlich aus einer Pressemitteilung der Polizei New South Wales, in der steht, dass sie seit dem 8. November 2019 gegen 183 Menschen wegen 205 Buschfeuer-Fällen ermittelte, Verwarnungen aussprach oder Strafanzeige stellte. Die Polizei schlüsselt in der Mittelung aber auch genauer auf: 

  • Gegen 24 Personen wurde wegen mutmaßlich absichtlich angezündeter Buschfeuer ermittelt.
  • Gegen 53 Personen wurde wegen mutmaßlicher Nichteinhaltung eines totalen Feuerverbots ermittelt.
  • Gegen 47 Personen wurde ermittelt, weil sie mutmaßlich eine angezündete Zigarette oder ein Streichholz weggeworfen haben.

Zu den anderen Fällen schreibt die Polizei nichts. Es stimmt demnach zwar, dass Menschen für manche Feuer in der aktuellen Saison die Schuld tragen, oft jedoch aus Fahrlässigkeit. In nur 24 Fällen kann man von mutmaßlicher Brandstiftung sprechen, bei denen absichtlich Feuer gelegt worden sei. Diese Zahlen gelten allerdings nur für den Bundesstaat New South Wales, einen von sieben. 

Die Faktenchecker von AFP haben für einen Artikel (14. Januar) recherchiert, gegen wie viele Personen in dieser Buschfeuer-Saison wegen Brandstiftung ermittelt wurde. Für Victoria liegen keine Daten vor – zählt man alle anderen Fälle zusammen, die die Polizeistationen AFP mitteilten, kommt man auf deutlich weniger als 180 Personen. Sie sollen Brände „absichtlich“ oder „rücksichtslos“ verursacht haben. Manche Bundesstaaten teilten Daten seit September 2019 mit, andere für einen kürzeren Zeitraum. 

Dass also 200 Personen festgenommen wurden, weil sie „Brände gelegt haben sollen“, lässt sich so nicht sagen. Richtig ist: Es gab in den vergangenen Monaten in verschiedenen Bundesstaaten Ermittlungen und Anklagen gegen Menschen, die mutmaßlich fahrlässig handelten oder absichtlich Feuer legten. Die Polizei in Victoria etwa widerspricht der Behauptung, nach der die Feuer hauptsächlich durch Brandstiftung entstanden seien laut einem Bericht des Guardian – es gebe dafür keine Indizien.

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Polizei von New South Wales hat keine Informationen über die Motive der mutmaßlichen Brandstifter

Auf CORRECTIV-Anfrage an die Polizei in New South Wales, ob die Personen, gegen die wegen Brandstiftung ermittelt wurde, der „grünen Bewegung“ zugeordnet werden könnten, antwortete Sprecherin Joanne Elliot: „Die angeklagten Personen sind nun vor Gericht, es gibt jedoch keine unmittelbare Information über ihre Motivation.“ Wegen Brandstiftung angeklagt wurden laut Polizei lediglich die oben genannten 24 Personen. Bei den restlichen Personen lag wie gesagt Fahrlässigkeit vor.

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Wales ermittelte gegen etwa 180 Personen, aber nur gegen 24 wegen Brandstiftung. Es gibt keine Belege dafür, dass diese 24 angeklagten mutmaßlichen Brandstifter der „grünen Bewegung“ angehören.

Wirtschaft, LTE 5G Antennen
Eine 5G-Testantenne in Darmstadt. (Foto: Foto Huebner / dpa)

Steigt durch 5G die Strahlenbelastung und die gesundheitliche Gefahr für Menschen? Das wird immer wieder im Netz behauptet. Belege dafür gibt es allerdings keine.

Ein Facebook-Beitrag vom 11. Juli verbreitet das Bild von einem Text, in dem mehrere Behauptungen zum neuen Mobilfunkstandard 5G aufgestellt werden. So soll angeblich mehr Volt pro Meter als bisher ausgestrahlt werden, außerdem gebe es generell eine „Zunahme der Strahlenbelastung“ durch 5G. Dadurch werde sich das „Gefährdungspotenzial um ein mehrfaches steigern“. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem Flugblatt „Stimme und Gegenstimme“, Ausgabe 12/2019, wie wir durch eine Google-Suche herausfanden. 

Der Beitrag wurde bisher mehr als 230 Mal geteilt. Ein Leser hat ihn uns zugeschickt und bat uns, die Sache zu prüfen. Das hat ergeben: Es gibt für keine Belege für die Behauptung.

Der Facebook-Beitrag mit den Behauptungen zu 5G. (Screenshot: CORRECTIV)

Der Grenzwert zur elektrischen Feldstärke, Volt pro Meter, ist bei 5G nicht höher als bei LTE

Der Facebook-Beitrag suggeriert, dass für die 5G-Technik höhere Grenzwerte gelten würden als bisher: So dürften die aktuellen Mobilfunknetze nicht mehr als fünf bis sechs Volt pro Meter „an Sendeleistung strahlen“, bei 5G jedoch müssten circa „alle 100 Meter Mobilfunkantennen stehen, deren elektrische Feldstärke weit über 61 Volt pro Meter“ betrage. Beides ist nicht der Fall.

Was stimmt: 5G benötigt mehr Funktechnologie als die bisherigen Mobilfunkstandards. Das wird laut Bundesamt für Strahlenschutz tatsächlich zu einem „deutlichen Ausbau der Sendeanlagen“ führen. Das Bundesamt schreibt zudem: „Auch die Zahl der Sendeanlagen und Geräte, die elektromagnetische Felder erzeugen, nimmt damit [durch den 5G-Ausbau] zu.“ 

Wie viele neue Sendeanlagen letztlich wirklich benötigt werden, um ein flächendeckendes Netz bereitzustellen, ist allerdings unklar, das hängt laut Bundesumweltministerium von den „individuellen Netzplanungen der Anbieter“ und „der Entwicklung des Marktes“ ab – und die in Deutschland vorhandenen circa 75.000 Mobilfunkstandorte können überwiegend auch für 5G mitgenutzt werden. 

Ob neue Anlagen sich in 100 Metern Abstand befinden „müssen“, lässt sich ebenfalls nicht so pauschal sagen, das Bundesumweltministerium schreibt dazu (unter „Elektromagnetische Felder“): „Da die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, ist die genaue Feldverteilung noch nicht bekannt.“

Die elektrische Feldstärke Volt pro Meter ist bei 5G außerdem nicht höher als bei LTE oder UMTS. Der Grenzwert bleibt gleich hoch bei 61 Volt pro Meter.

Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen des Bundesamt für Strahlenschutz. (Screenshot: CORRECTIV)

Die Bundesnetzagentur legt für jede Antenne einzeln Sicherheitsabstände für Orte fest, in denen sich Menschen aufhalten, und berücksichtigt dabei auch die bisher vorhandenen Antennen im Umkreis. Der Sicherheitsabstand muss „üblicherweise nur wenige Meter in Abstrahlrichtung der Antenne liegen“. In Sachen Sicherheitsabstände und Grenzwerte gelten laut Bundesumweltministerium (unter „Elektromagnetische Felder“) alle Regelungen „für 5G in gleicher Weise wie für die bisherigen Mobilfunknetze“.

Eine „Zunahme der Strahlenbelastung“ lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen

Die 5G-Technologie soll anders als die bisherigen Mobilfunktechnologien funktionieren. Daten sollen zum Beispiel durch sogenanntes „Beamforming“ nur dann übertragen werden, wenn Nutzer in der Nähe sind und sie auch benötigen. Das Verfahren findet laut des Magazins IP-Insider bereits bei aktuellen WLAN-Routern Verwendung. Vodafone testet die „Beamforming“-Technik bei 5G nach eigenen Angaben seit Mai 2018. Die Daten über die Funksendeanlagen sollen demnach flexibel übertragen werden – je nach Bedarf.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags schreibt dazu (PDF, Seite 4): „Die intelligenten Antennen, auch ‘adaptive’ Antennen genannt, können das Signal in die Richtung des Nutzers bzw. des Mobilfunkgerätes fokussieren. Damit wird in die Richtung des Nutzers eine hohe Leistung abgestrahlt, in allen anderen Richtungen ist die Leistung jedoch niedriger. Insgesamt haben adaptive Antennen dadurch eine geringere Strahlenbelastung zur Folge als herkömmliche Antennen.“

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Weil die Datenübertragung also immer schwanken und verschiedene Antennentechniken zum Einsatz kommen sollen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, ob die Strahlenbelastung zunehmen wird. Zudem ist nicht geklärt, wann und in welchem Ausmaß der 5G-Ausbau stattfinden wird. In Berlin wird 5G laut der Telekom schon seit Mai 2018 ausgebaut und getestet. Ein Sprecher sagte CORRECTIV im Mai am Telefon, bisher gebe es 70 Antennenstandorte in Berlin, die meisten davon im Stadtteil Charlottenburg.

Doch verlässliche deutschlandweite Erhebungen zur Anzahl der neuen Sendeanlagen und der möglichen Strahlenbelastung soll es erst dann geben, wenn 5G flächendeckend in Betrieb gegangen ist. Informationen zu Grenzwerten sind bislang reine Spekulation. Das Bundesamt für Strahlenschutz „rät zu einem umsichtigen Ausbau von 5G“ und will „die Wirkung der neuen Frequenzbereiche weiter erforschen“. 

Bundesumweltministerium über 5G: „Keine bestätigten Belege für eine gesundheitliche Wirkung“

Im Facebook-Beitrag wird außerdem behauptet, dass sich das „Gefährdungspotenzial“ durch 5G um ein mehrfaches steigern werde. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls  Spekulation. Das Bundesumweltministerium schreibt dazu: „Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen sind auch für die derzeit für 5G zur Verfügung stehenden Frequenzen weitestgehend aussagekräftig: Innerhalb der gültigen Grenzwerte und bei Einhaltung der an Mobiltelefone gestellten Anforderungen gibt es demnach keine bestätigten Belege für eine gesundheitliche Wirkung des Mobilfunks.“

Was das Bundesumweltministerium zu einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung durch 5G schreibt. (Screenshot: CORRECTIV)

Auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestags kam im April 2019 zu dem Fazit, dass die Unsicherheiten zwar nicht völlig ausgeräumt seien. Aber: „Trotz der umfangreichen Untersuchungen konnte bisher kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Mobilfunk und den gesundheitlichen Auswirkungen bestätigt werden.“ 

Über die Sorge darüber, dass von 5G eine Gefahr für Menschen ausgehen könnte, haben wir einen Hintergrundbericht veröffentlicht, in dem wir auf die aktuelle Studienlage eingehen. 

Zusammengefasst lässt sich folgendes zu 5G sagen: Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar, welche Strahlenbelastung durch die neue Mobilfunktechnologie auf uns wirken könnte. Zudem ist anhand der aktuellen Studienlage nicht belegt, ob und wie gefährlich sie uns werden könnte. Um sichere Aussagen dazu treffen zu können, müsste die Strahlenbelastung nach dem Ausbau gemessen werden und mehr Forschung zu ihrer Schädlichkeit stattfinden.

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Es gibt keine Belege dafür, dass die Strahlenbelastung durch 5G zunimmt oder das Gefährdungspotenzial für Menschen steigt.

AfD-Tesla
Die AfD Bayern verbreitet bei Facebook dieses Bild. (Collage: CORRECTIV)

von Bianca Hoffmann

Tesla baut in Brandenburg einen neuen Standort und will dort 2021 mit der Produktion starten. Dafür werden Mitarbeiter gesucht, unter anderem mit polnischen Sprachkenntnissen. Die AfD Bayern behauptet deshalb, dass ausschließlich Menschen aus Polen eingestellt werden sollen und liegt damit falsch. 

Eine Stellenanzeige des Elektroauto-Herstellers Tesla für den geplanten neuen Produktionsstandort in Brandenburg hat bei der AfD Bayern offenbar für Verwunderung gesorgt. Darin wird ein „Recruitment Operations Coordinator“ gesucht, der unter anderem Polnisch spricht. Die Partei erstellte ein Bild, das sie am 14. Januar bei Facebook teilte. Die Behauptung lautet, Tesla werbe gezielt polnische Mitarbeiter an. 

Im dazugehörigen Text behauptet die AfD, Tesla suche „ausschließlich Mitarbeiter, die fließend Polnisch sprechen“. Außerdem wird spekuliert, es sei nie geplant gewesen, deutsche Ingenieure für das Werk in Brandenburg zu gewinnen. 

Der Blog Politikstube nahm die Behauptungen der AfD auf und veröffentlichte dazu einen Beitrag. Allerdings sind die Behauptungen falsch.

Tesla sucht zurzeit 35 Angestellte – davon soll einer Polnisch sprechen können

Tesla hatte im November 2019 angekündigt, einen Produktionsstandort in Deutschland zu bauen. Dort sollen Batterien und Fahrzeuge gebaut werden. Die Wahl fiel auf den Ort Grünheide in Brandenburg. Hier investiert das Unternehmen mindestens 1,065 Milliarden Euro.

Insgesamt sind momentan 35 Stellen für das neue Werk ausgeschrieben (Stand: 17. Januar 2020). Dies sind vor allem Führungspositionen. Unter anderem war bis zum 15. Januar noch die Stelle des „Recruitment Operations Coordinator“ ausgeschrieben. Für diese Stelle sollten die Bewerber über deutsche, polnische und englische Sprachkenntnisse verfügen. Die Stellenausschreibung wurde inzwischen entfernt, wir haben sie aber archiviert.

Auf die Frage, ob in Zukunft ausschließlich Mitarbeiter gewonnen werden sollen, die fließend Polnisch sprechen, antwortet Kathrin Schira, Pressesprecherin von Tesla, mit einem Wort: „Nein!”

Wer den Job als „Recruitment Operations Coordinator“ bekommt, soll laut Stellenanzeige für die Organisation von Bewerbungsgesprächen zuständig sein. Insgesamt 12.000 Menschen sollen in den kommenden Jahren insgesamt im neuen Tesla-Werk arbeiten, schreibt die Sprecherin des Unternehmens an CORRECTIV. 

Die E-Mail der Pressesprecherin Kathrin Schira von Tesla. (Screenshot: CORRECTIV)
Die E-Mail der Pressesprecherin Kathrin Schira von Tesla. (Screenshot: CORRECTIV)

Die polnische Grenze ist vom geplanten Standort nur etwa 60 Kilometer entfernt. „Die Stellenbeschreibung richtet sich an die von uns gesuchten Recruiter, die sich vorzugsweise in Deutsch, Englisch und Polnisch an zukünftige Mitarbeiter wenden können“, so Kathrin Schira. 

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Viele andere Stellenausschreibungen fordern nur Deutsch und Englisch als Sprachkenntnisse (zum Beispiel hier und hier).

Selbst die Quellen, die die AfD in ihrem Beitrag nennt – die Welt („Tesla schaltet verräterische Stellenanzeige“) und Achse des Guten („Wenn der Tesla auf polnisch hupt“) – schreiben richtig, dass Tesla wohl „auch Mitarbeiter aus dem Nachbarland“ anwerben wolle. Auch, nicht ausschließlich. 

Tesla-Sprecherin: „Deutschland hat großartige Ingenieure“

Zu der Behauptung der AfD Bayern in ihrem Facebook-Beitrag, es sei nie geplant gewesen, deutsche Ingenieure für das Werk in Brandenburg zu gewinnen, schreibt die Sprecherin: „Das stimmt nicht. Ganz im Gegenteil: Deutschland hat großartige Ingenieure, die wir hoffentlich für uns gewinnen können.“

Unsere Bewertung:
Es sollen nicht nur Menschen aus Polen im neuen Werk von Tesla in Brandenburg angestellt werden.