Nach CORRECTIV-Recherche zu Russland-Exporten: Durchsuchungen bei der Maschinenfabrik Köppern
Die Maschinenfabrik Köppern steht im Verdacht, Maschinen im Wert von mehreren Millionen Euro über Usbekistan nach Russland exportiert zu haben – trotz Sanktionen. Nun rückten Ermittler an zwei Standorten aus.
Zollfahnder haben nach Informationen von CORRECTIV am Dienstag Geschäftsräume der Maschinenfabrik Köppern durchsucht. Es geht um Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz.
Die Fahnder rückten in Hattingen in Nordrhein-Westfalen aus, wo sich der Hauptsitz des Maschinenbauers befindet, sowie am Außenstandort im sächsischen Freiberg. Die Zollfahndungsämter in Essen und Dresden bestätigten Maßnahmen an den beiden Orten und verwiesen an die Staatsanwaltschaft Essen, die das Verfahren führt.
Diese teilte auf Anfrage von CORRECTIV mit, dass „an mehreren Orten Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Tatvorwürfen nach dem Außenwirtschaftsgesetz stattgefunden“ haben. Festnahmen seien nicht erfolgt.
Die Maschinenfabrik Köppern bringt die Maßnahmen in einer am Mittwoch auf der Unternehmenswebsite veröffentlichten Stellungnahme in Zusammenhang mit Exportgeschäften, über die CORRECTIV im November berichtet hatte.
Deklarationen in usbekischen und russischen Zolldatenbanken weisen darauf hin, dass zwischen November 2023 und Mai 2024 mindestens 14 Exporte des deutschen Maschinenbauers nach Usbekistan mit einem Rechnungswert von rund 4,5 Millionen US-Dollar letztlich an den russischen Düngemittelhersteller Uralkali gelangt sein könnten.
Es lägen „bislang keine Anhaltspunkte dafür vor, dass es im Zusammenhang mit den Lieferungen nach Usbekistan durch Mitarbeiter der Maschinenfabrik Köppern zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz gekommen sein könnte“, teilte das Unternehmen nun mit. Man kooperiere „umfassend mit den Ermittlungsbehörden“.
Uralkali ist einer der weltweit größten Hersteller von Mineraldünger und war vor dem russischen Angriffskrieg langjähriger Kunde der Maschinenfabrik Köppern. Das deutsche Traditionsunternehmen stellt Walzenpressen und Anlagen her, die Uralkali für die Zerkleinerung von Gestein und zur Granulierung des Kali-Düngers benötigt. Anfang April 2022 verbot die EU die Ausfuhr von Maschinen zum Pressen mineralischer Stoffe nach Russland.
Redigatur und Faktencheck: Miriam Lenz