Amtliche Mitteilung zu Ruhestörung wegen Türkei-Spiel bei Fußball-WM ist gefälscht
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz soll zum Auftaktspiel der Türkei bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein offizielles Schreiben verschickt haben, um vor Lärm zu warnen. Woran die Fälschung erkennbar ist.
Nach 24 Jahren spielt die Herrenmannschaft der Türkei wieder bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mit. Ihr Auftaktspiel gegen Australien fand am 14. Juni statt.
Laut Beiträgen in Sozialen Netzwerken soll es für diesen Tag eine amtliche Mitteilung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gegeben haben. Darin warnte das BBK angeblich aufgrund des Spiels der türkischen Fußballnationalmannschaft vor einer „erhöhten Ruhestörung“. Es sei empfohlen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und auf ausreichend Lärmschutz zu achten.
Das Schreiben wird teils mit Lach-Emojis verbreitet. Kommentare unter anderen Beiträgen deuten jedoch darauf hin, dass manche das Schreiben ernst nehmen. Es handelt sich jedoch um eine Fälschung.

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Inhaltliche Fehler in angeblicher Mitteilung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Die Fälschung ist beispielsweise anhand des Unterzeichners zu erkennen. Das BBK-Schreiben soll am 12. Juni 2026 im Auftrag des Präsidenten Ralph Tiesler erstellt worden sein. Tiesler war zu dem Zeitpunkt aber bereits im Ruhestand. Seit April 2026 leitet Grit Tüngler das BBK.
Weitere Ungereimtheiten sind beispielsweise, dass die WM nicht nur in den USA, wie im Brief erwähnt, sondern auch in Mexiko und Kanada stattfindet – in Kanada war auch das Türkei-Spiel gegen Australien. Die Türkei unterlag mit 0:2.
Zudem warnt das Bundesamt über erwartende oder bereits eingetretene Gefahren oder etwaige Beeinträchtigungen für Leib und Leben, Sachschäden und Infrastruktur. Wie es weiter auf der Webseite des BBK heißt, zählen dazu unter anderem Feuer, Hochwasser, Stromausfälle und Chemieunfälle. Ruhestörungen zählen demnach nicht dazu.
Die Warnungen können über verschiedene Kanäle erfolgen, dazu zählen laut der Webseite unter anderem Sirenen, Warn-Apps und das Radio, nicht aber ein postalisches Schreiben.
Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist das Schreiben gefälscht
Eine Pressesprecherin bestätigt auf Anfrage: „Bei dem Brief handelt es sich […] nicht um ein offizielles Schreiben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.“ Das BBK habe die ihm bekannten Social-Media-Beiträge bei den entsprechenden Plattformen gemeldet.
Wir haben den mutmaßlichen Erstverbreiter kontaktiert, erhielten aber bis zur Veröffentlichung keine Rückmeldung. Wer die Fälschung erstellt hat, ist unklar.
Redigatur: Sophie Timmermann, Paulina Thom
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