In eigener Sache

Exile Talks: Gespräche über Repression, Widerstand und einen Neuanfang im Exil

Ab September bringt CORRECTIV in Berlin wieder kritische Stimmen aus aller Welt auf die Bühne. Journalistinnen und Journalisten sprechen über Pressefreiheit, Menschenrechte und darüber, wie kritische Arbeit trotz Verfolgung und Repression weitergeht.

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Was bedeutet es, als Journalist im Exil in Deutschland neu anzufangen? Welche Geschichten aus dem Sudan finden in deutschen Medien Gehör? Warum können Filmemacherinnen in Kaschmir nicht frei arbeiten? Und wie lässt sich weiter recherchieren, wenn eine Rückkehr ins eigene Land unmöglich ist?

CORRECTIV arbeitet seit Jahren eng mit Exilmedien sowie Medienschaffenden aus Ländern wie Russland, der Türkei, Afghanistan und dem Sudan zusammen. Seit 2025 machen die Exile Talks ihre Erfahrungen und Perspektiven auch einem Publikum in Berlin zugänglich. Die Speaker berichten aus erster Hand, analysieren Entwicklungen in ihren Herkunftsländern und zeigen, wie Repression über Grenzen hinweg wirkt.

Ab Herbst 2026 geht die Eventreihe weiter: Mit Gästen aus Bahrain, Sudan, Äthiopien, Ägypten und Kaschmir geht es um politische Verfolgung, künstlerischen Widerstand, die Unterdrückung freier Medien und die Frage, wie kritische Stimmen auch unter schwierigen Bedingungen weiterarbeiten können.

Alle Exile Talks:

Exile Talks: Same Label, Different Experience, 30. September, 19 Uhr

Was bedeutet es, im Exil zu leben und warum unterscheiden sich die Erfahrungen von Journalistinnen aus dem Exil, Menschenrechtsverteidigerinnen und anderen Exilierten so stark? Die Wissenschaftlerin Prof. Hanan Badr, die bahrainische Journalistin Nazeeha Saeed und der äthiopische Menschenrechtsaktivist Roro S. Getu sprechen über die Herausforderungen des Lebens und Arbeitens im Exil in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen soziale Ungleichheiten, struktureller Rassismus und diskriminierende Regelungen, die den Zugang zu Visa, Arbeit, institutioneller Unterstützung und gesellschaftlicher Anerkennung prägen. 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Civil Society Forum statt.

Exile Talks: Sudan, 15. Oktober, 19 Uhr

Was fehlt in der Berichterstattung über Sudan? Die Journalistin Aya Elsammani und die Aktivistin Magda El Sayed sprechen über die humanitäre Situation und die politischen Hintergründe des Konflikts – jenseits vereinfachender Narrative eines „Bürgerkriegs“. Im Gespräch geht es um die Rolle der sudanesischen Zivilgesellschaft und Diaspora, internationale Akteure sowie die Herausforderungen, journalistische und menschenrechtliche Arbeit aus dem Exil fortzusetzen. Außerdem wird diskutiert, welche Stimmen und Geschichten in der europäischen Berichterstattung über Sudan gehört werden und welche oft unsichtbar bleiben. Moderiert wird die Veranstaltung von Andrea Böhm.

Exile Talks Movie Night: Kashmir, 12. November, 19 Uhr

Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Kus Kari Gongul – A Song for the Vanishing Fields“ (2025) des kaschmirischen Journalisten und Filmemachers Sajad Rasool. Der Film beleuchtet den Wandel von Land, Lebensgrundlagen und Machtverhältnissen im heutigen Kaschmir. Anschließend sprechen zwei Filmschaffende aus Kaschmir über Pressefreiheit und künstlerischen Ausdruck in Indien, die politischen Bedingungen journalistischer und filmischer Arbeit sowie die besonderen Herausforderungen für Filmemacherinnen.

Weitere Veranstaltungen werden in Kürze angekündigt. Die Veranstaltungen finden auf Englisch statt.

Alle Termine und die kostenlose Anmeldung finden Sie hier: https://events.correctiv.org/series/exile-talks/

Die Veranstaltungen werden von der Berliner Landeszentrale für Politische Bildung unterstützt.