NSDAP-Datei: Geschichte hat Namen.

In dieser Datenbank finden Sie heraus, wer in Ihrer Familie oder in Ihrem Umfeld möglicherweise Mitglied der NSDAP war – offen und frei zugänglich für alle. Dazu haben KATAPULT und CORRECTIV die Seite brownarchive.org des Programmierers Christoph Reit aufbereitet. Sie können anhand von Nachname, Vorname, Geburtsdatum oder Geburtsort über sechs Millionen Mitgliederdaten der Nazi-Partei durchsuchen.

Was haben ihre Großväter, Urgroßväter, was hat ihre Oma oder Uroma, was haben ihre Familie und andere Familien in der Nazizeit gemacht? Waren sie Teil der Unterdrückungsmaschine? Anfang 2026 hat das US-Nationalarchiv alle noch vorliegenden Mitgliederkarteien der NSDAP ins Netz gestellt. Seit Kurzem ist die Suche im Bestand des US-Nationalarchivs möglich, aber nicht nutzerfreundlich. Zugleich bleibt der Zugang zu aufbereiteten Datenbanken, die auch andere Medien bereits veröffentlicht haben, in Deutschland häufig mit finanziellen Hürden verbunden.

CORRECTIV und KATAPULT verstehen Erinnerungskultur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Wir finden, jeder Mensch sollte wissen können, wer in der NSDAP war. Deshalb ermöglichen wir die Suche offen zugänglich und kostenlos für alle Interessierten.

So funktioniert die Suche

Das Archiv bietet einen Überblick über die Mitgliederstruktur der NSDAP. Wer wann beigetreten ist, wer zumindest auf dem Papier die Nazi-Herrschaft unterstützte. Die teilweise schlechte Handschrift konnte vielfach mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgelesen werden. Mit Hilfe des Einblicks in die NSDAP-Mitgliederdatenbank können Sie nun überlieferte Annahmen in der eigenen Familie oder Ihrem Umfeld  überprüfen. 

Die Datenbank weist derzeit noch Lücken auf und es können vereinzelt Fehler enthalten sein. Diese werden fortlaufend überprüft und schrittweise korrigiert. 

Geben Sie Name, Vorname, Geburtsdatum oder Geburtsort in das Suchfeld ein. Umlaute und gängige Schreibvarianten werden automatisch erkannt.

Die Datenbank zeigt Ihnen direkt die Mitgliederdaten – Name, Geburtsdatum, Beruf, Ortsgruppe und Mitgliedsnummer.

Per Klick können Sie die originale digitalisierte Karteikarte direkt im Katalog des U.S. National Archives (NARA) öffnen.

Wenn Sie Ihre Verwandten oder Bekannten nicht finden, kann das unterschiedliche Gründe haben: In den historischen Beständen fehlen viele Karten. Aber auch beim Aufbereiten der Daten können Pannen passieren. 

Die NSDAP-Mitgliederkartei: Geschichte, Inhalt und Nutzung des Archivs

Die NSDAP-Mitgliederkartei ist eines der umfangreichsten historischen Parteiarchive des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentiert die Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und wird heute vom U.S. National Archives and Records Administration (NARA) in digitalisierter Form aufbewahrt. Dieser Artikel erklärt, wie die Kartei entstand, was sie enthält und wie Sie den Suchindex auf dieser Website nutzen können.

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) wurde am 24. Februar 1920 in München gegründet und entwickelte sich unter der Führung Adolf Hitlers zur beherrschenden politischen Kraft des Deutschen Reichs. Nach der Machtergreifung am 30. Januar 1933 war die NSDAP bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 die einzige zugelassene Partei in Deutschland.
Die Mitgliedschaft in der NSDAP war formal freiwillig, eine Nicht-Mitgliedschaft konnte jedoch sozialen und beruflichen Druck bedingen. Nach 1933 traten Millionen Deutsche der Partei bei – aus ideologischer Überzeugung, Karriereerwägungen oder sozialer Konformität. Die Partei führte über ihre Mitglieder eine zentrale Kartei, die als Grundlage für Verwaltungs- und Kontrollfunktionen diente.

Die zentrale NSDAP-Mitgliederkartei wurde im Reichsschatzmeisteramt der Partei in München geführt. Jedes Mitglied erhielt eine Parteimitgliedsnummer und einen eigenen Karteikarton mit persönlichen Angaben: Name, Geburtsdatum, Beruf, Beitritts- und ggf. Austrittsdatum sowie die zugeordnete Ortsgruppe.
Die Kartei umfasste zum Ende des Krieges schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen Einträge, wenngleich erhebliche Teile durch Kriegseinwirkungen, gezielte Vernichtung oder Übermittlungslücken verloren gingen. Die erhaltenen Karten wurden von US-Streitkräften bei Kriegsende sichergestellt.

Im April und Mai 1945 beschlagnahmten US-amerikanische Streitkräfte große Mengen nationalsozialistischer Parteiakten, darunter Teile der NSDAP-Mitgliederkartei. Diese Dokumente wurden als Kriegsbeute in die Vereinigten Staaten überführt und dem amerikanischen Nationalarchiv übergeben.
Das NARA verwahrt die Unterlagen in der Record Group 242 (Captured German Records) und hat sie auf Mikrofilm dokumentiert. Die Mikrofilm-Publikation A3340 enthält den Namenssuchindex der Mitgliederkartei und ermöglicht damit die systematische Erschließung der Bestände.

Die NARA Mikrofilm-Publikation A3340 („Records of the National Socialist German Labor Party“ – Part III) umfasst mehrere tausend Filmrollen. Diese Filmrollen enthalten nicht die eigentlichen Mitgliedskarten in ihrer originalen Form, sondern einen alphabetisch geordneten Namenssuchindex: Für jeden Nachnamen ist verzeichnet, auf welcher Filmrolle die entsprechenden Mitgliedskarten zu finden sind.
Jede Filmrolle des Namenssuchindex deckt einen bestimmten alphabetischen Bereich ab (z. B. „Müller – Mustermann“). Die digitalisierten Aufnahmen dieser Filmrollen sind über den öffentlich zugänglichen NARA-Katalog unter catalog.archives.gov abrufbar.

Der Suchindex, den Christoph Reit vom brownarchive.org auf dieser Website aufgesetzt hat, erschließt die NSDAP-Mitgliederkartei (Mikrofilm-Publikation A3340) und zeigt Mitgliederdaten direkt an. Für jeden gefundenen Eintrag sind folgende Angaben verfügbar:

  • Name: Nachname und Vorname des Parteimitglieds
  • Geburtsdatum: Vollständiges Datum (Tag, Monat, Jahr), soweit auf der Karteikarte vermerkt
  • Beruf: Berufsbezeichnung zum Zeitpunkt des Parteibeitritts
  • Ortsgruppe: Die regionale und lokale Parteieinheit des Mitglieds
  • Mitgliedsnummer: Eindeutige Parteimitgliedsnummer
  • Direktlink: Verknüpfung zur originalen Karteikarte im NARA-Katalog

Die Suche zeigt direkt Mitgliederdaten an – kein Umweg über Filmrollennummern. Ein Klick auf ein Ergebnis öffnet die Originalkarteikarte im NARA-Katalog.

Die Nutzung des Suchindex ist einfach: Geben Sie auf der Suchseite Name, Vorname, Geburtsdatum oder Geburtsort der gesuchten Person ein. Das System normiert automatisch Umlaute (ä → a, ö → o, ü → u, ß → ss), sodass Sie keine Sonderzeichen eingeben müssen.
Die Ergebnisse zeigen direkt die Mitgliederdaten – Name, Geburtsdatum, Beruf, Ortsgruppe und Mitgliedsnummer. Ein Klick auf ein Ergebnis öffnet die originale Karteikarte direkt im NARA-Katalog.

  • Nicht alle NSDAP-Mitglieder sind in der Datenbank zu finden: Ein erheblicher Teil, rund 20 Prozent der Originalkarteikarten, wurde zerstört, beschädigt oder ging anderweitig im Krieg verloren.
  • Ortsgruppen-Karteien: Neben der zentralen Kartei führten viele Ortsgruppen eigene Mitgliederlisten, die nicht Teil der A3340-Publikation sind.
  • Lesbarkeit: Einige Filmaufnahmen sind durch Alterung oder Beschädigungen schwer lesbar.
  • Keine Garantie auf Vollständigkeit: Das Fehlen eines Namens in diesem Index schließt eine NSDAP-Mitgliedschaft nicht aus.
  • Nicht für amtliche Zwecke: Die Daten sind nicht als Rechtsgrundlage für etwaige Prozesse gedacht.
Hintergrund

Katapult und CORRECTIV haben über sechs Millionen NSDAP-Mitgliedsdaten von brownarchive.org aufbereitet, durchsuchbar nach Name, Geburtsdatum oder Geburtsort. Hier erfahren Sie mehr zu den Daten.