Die Unsichtbaren

Wie leben Unsichtbare in Europa? Teilt unseren Fragebogen

von Benedict Wermter

unsichtbar_blogbeitrag

In Europa leben fünf Millionen Einwanderer ohne gültige Papiere – in der Illegalität, unsichtbar. In einem europaweit einmaligen Projekt sammeln wir Informationen und Geschichten von diesen Menschen. Jetzt haben wir einen Fragebogen erstellt, um die erste länderübergreifende Datenbank zum Thema zu bauen.

Die Unsichtbaren haben keinen Anspruch auf soziale Hilfen, sie haben keinen Anspruch auf eine Krankenversicherung oder eine Altersversorgung, ihre Kinder können nicht in die Schule gehen. Sie werden oft als billige Arbeitssklaven missbraucht und müssen jederzeit mit Polizeiverfolgung rechnen. Etwa einer von hundert Menschen lebt in dieser Not. „Sie haben Rechte, sie können diese nur nicht umsetzen“, sagt Markus Breuer vom Forum Illegalität. Sie leben unter uns – aber sie bleiben unsichtbar.

Wie leben unsichtbare Migranten? Wer profitiert von ihrer Armut? Welche Betriebe nutzen ihre Arbeitskraft und die Situation der Unsichtbaren aus? Und: Wer hilft ihnen? Wer sind die Helfer und wie kann man sie unterstützen? All diese Fragen wollen wir mit einem Crowdfunding-Projekt beantworten, das Ihr hier unterstützen könnt.

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Heute veröffentlichen wir einen mehrsprachigen Online-Fragebogen. Der soll eine anonyme Datengrundlage schaffen, die als Basis der Diskussion über sogenannte „illegale Migranten“ dienen soll. Bisher ist die Datenlage unübersichtlich: In Deutschland zum Beispiel wird die Anzahl sich illegal aufhaltender Menschen auf Basis der polizeilichen Kriminalstatistik hochgerechnet. Mit den Antworten der Unsichtbaren wollen wir ihre Geschichten zeigen: Erfahrungen, Problemlagen und Bedürfnisse von Illegalisierten wollen wir herausarbeiten und multimedial erzählen.

Wir werden durch unseren Fragebogen diese Menschen sichtbar machen, aber ihre Anonymität wahren. Denn sie werden von den Behörden verfolgt. Menschen, die etwa als Flüchtlinge gekommen sind und in europäischen Ländern nicht geduldet werden. Oder Menschen, deren Papiere in einem europäischen Land abgelaufen sind und die daraufhin untertauchen. Ihre Geschichten sind vielfältig, verbunden sind sie alle durch die Illegalisierung.

Es ist ein Crowdsourcing-Projekt: Wir möchten mit möglichst vielen NGOs, Kirchenverbänden, Juristen, Streetworkern, oder Sozialarbeitern zusammenarbeiten, um möglichst viele Unsichtbare direkt zu erreichen. Dazu brauchen wir Eure Unterstützung. Seid Ihr betroffen? Kennt Ihr Menschen, die in der Illegalität leben? Bitte teilt unser Projekt und leitet den Fragebogen weiter. Für uns zählt jede Geschichte.

Um so viel Zeit und Energie wie möglich in diese Recherche stecken zu können, sammeln wir auf unserer Crowdfunding-Plattform für dieses Projekt. Wir bedanken uns für Eure Unterstützung.