Die Taliban haben am Sonntag eine Schutzunterkunft in Kabul, in der gefährdete Afghaninnen und Afghanen mit deutschen Aufnahmezusagen untergebracht sind, unter ihre Kontrolle gebracht. Derzeit werden die betroffenen Afghaninnen und Afghanen und ihre Familien von den Taliban befragt, wie Personen CORRECTIV schilderten, die mit dem Vorgang vertraut sind.
Auch Laptops, Dokumente und die Pässe der Bewohnerinnen und Bewohner seien mitgenommen worden. Das bestätigt auch die Sprecherin der Hilfsorganisation Kabul Luftbrücke, Eva Beyer, gegenüber CORRECTIV. Sie kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung: „Was zur Hölle macht die Bundesregierung? Sie hat bewusst in Kauf genommen, dass das passiert.“ Es sei von Anfang an klar gewesen, dass man die Personen in Kabul nur begrenzt sicher unterbringen könne. Beyer fordert die Bundesregierung auf, die betroffenen Menschen in Sicherheit zu bringen.
79 Personen mit Aufnahmezusage sind in Afghanistan
Laut Kabul Luftbrücke sind in dem Safe House, das im Auftrag der Bundesregierung betrieben wird, 79 Afghaninnen und Afghanen untergebracht. Bis zur Machtübernahme der Taliban 2021 hatten sie sich in Afghanistan für die Zivilgesellschaft engagiert oder für deutsche Institutionen gearbeitet. Die Bundesregierung hatte ihnen nach dem Abzug der NATO-Truppen eine Aufnahme in Deutschland zugesagt. Anschließend flohen sie nach Pakistan und wurden dann vor fünf Monaten – trotz der Aufnahmezusagen – von den pakistanischen Behörden nach Kabul abgeschoben.
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Redigat und Faktencheck: Ulrich Kraetzer
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.
