Bis heute kursiert in Italien der Mythos von der „Mafia buona“, der guten Mafia. Er geht so: Diese gute Mafia lässt die Finger vom Drogenhandel, behellige niemals Frauen und Kinder und greife dort ein, wo der Staat seine Bürger allein lasse. Sie sei, alles in allem, eine ehrenwerte Gesellschaft.
Es ist ein Mythos: Eine „mafia buona“ hat es nie gegeben. Doch der Mythos ist hartnäckig. Den ‘Ndrangheta– Clan Commisso etwa zählen viele bis heute zu dieser „guten“ Mafia. Die ihre Finger vom Drogenhandel lasse.
Die Operation „Apegreen Drug“ beweist, ein weiteres Mal, dass das nicht stimmt.
Drei großzügige Unterstützerinnen und Unterstützer stellen 80.000 Euro bereit, um eingehende Spenden zu verdoppeln. Wir haben ihnen versichert, die Summe in den nächsten drei Tagen für unsere Spendenaktion zusammenzubekommen. Aus 5 Euro werden 10, aus 15 Euro werden 30 und aus 30 Euro werden 60.
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Am Freitag hat die italienische Polizei 14 Menschen in Kalabrien festgenommen, jene Region in der Spitze des italienischen Stiefels. Sie werden unter anderem des Drogenhandels beschuldigt. Unter den Festgenommenen sind nicht nur Mitglieder der Commisso- und anderer Clans. Sondern auch ein Polizist.
Eine verwanzte Wäscherei
Die Operation „Apegreen Drug“ beruhrt auf jahrelangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Reggio Calabria. Bereits 2010 hatte die Polizei die Wäscherei Apegreen im kalabrischen Siderno verwanzt und Gespräche zwischen Clan-Chef Giuseppe Commisso und weiteren Ndrangheta-Mitgliedern abgehört. Woraufhin, in der Operation „Crimine“, mehr als 300 ‘Ndrangheta-Mitglieder verhaftet wurden, in Norditalien, Australien und Kanada. Auch Giuseppe Commisso wurde damals verhaftet.
Aus den abgehörten Gesprächen erfuhren die Ermittler viel über die Drogengeschäfte des Clans: Kokain wurde aus Südamerika über Afrika in den kalabrischen Hafen Gioia Tauro geschmuggelt, versteckt in Containern. Dort konnte die ‘Ndrangheta auf die Unterstützung des Polizisten Gian Luca C., zählen. Er soll den Mafiosi Geheiminformationen über den Containerverkehr im Hafen verraten haben und manchmal sogar einige Kunden bei der Abholung der Drogen begleitet haben.
Aus den aktuellen Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft außerdem davon aus, dass der Clan nicht nur in Kalabrien sondern auch in der Elfenbeinküste, Venezuela und in Belgien aktiv ist.
Staatsanwalt Nicola Gratteri ist sich sicher: Das kalabrische Bürgertum, die Unternehmen und die Verwaltungsbeamten, die bis heute keine Scheu hatten, sich mit Clan-Mitglieder öffentlich zu zeigen, haben keine Entschuldigung mehr. Denn die Operation „Apegreen Drug“ beweist nicht nur, dass der Commisso-Clan Drogen schmuggelt sondern zerstört zum erneuten Mal der Mythos der „guten Mafia“.
Welche Recherche sollen wir im kommenden Jahr nicht machen?
Vier Wochen unserer aktuellen Spendenaktion sind vorbei. Im vergangenen Jahr haben uns innerhalb der ersten vier Wochen bereits 8.000 Menschen unterstützt. In diesem Jahr sind es bisher leider erst um die 6.900. Um unser Ziel zu erreichen fehlen uns noch knapp 800.000 Euro.
Wir sind sehr dankbar für jede Spende. Gleichzeitig bedeutet das aber: Wenn uns diese Einnahmen fehlen, wird das unsere Arbeit im kommenden Jahr einschränken. Dann müssen wir entscheiden, welche Recherchen wir finanzieren können und welche wir auslassen müssen.
Eine gesellschaftlich relevante Recherche sollte nicht daran scheitern, dass sie aufwendiger wird als zunächst erwartet. Hinter journalistischer Unabhängigkeit stehen am Ende ziemlich konkrete Zahlen. Planen können wir dabei nur mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht. Und im Moment reicht das, was während dieser Spendenaktion zusammenkommt, noch nicht.
Diese Spendenaktion ist für unsere Arbeit im kommenden Jahr sehr wichtig. Das heißt: Wirklich jeder Betrag, ob 5, 10, 15 Euro, hilft uns für unsere weitere Arbeit. Wenn Sie können: Bitte unterstützen Sie heute unsere Aktion.