Nach einer Phase verstärkter Hamsterkäufe beobachten Tankstellenbetreiber inzwischen einen Rückgang der Nachfrage nach Kraftstoff. Viele Kunden hätten in der ersten Hälfte der vergangenen Woche ihre Fahrzeugtanks vorsorglich gefüllt, sagte der Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes, Jürgen Ziegner auf Anfrage von CORRECTIV.
Dadurch seien die Kraftstoffabsätze zunächst überproportional gestiegen. Ab Mitte letzter Woche habe sich jedoch eine Sättigung gezeigt, weil viele Tanks bereits gefüllt gewesen seien.
Besonders betroffen waren Betreiber teurerer A-Marken-Stationen wie Aral, Esso oder Shell: Sie verkauften in der ersten Märzwoche fünf bis acht Prozent weniger Kraftstoff als in der Vorwoche. Bei einem Tankstellenbetreiber sei der Absatz sogar um rund 30 Prozent zurückgegangen. Betreiber freier Tankstellen und sogenannter B-Marken wie Jet oder Sprint hätten sich dagegen insgesamt weitgehend normal entwickelt, wenn auch mit stärkeren Schwankungen, erklärte Ziegner.
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„Dass Kunden von großen Marken zu freien oder kleineren Tankstellen wechseln, ist aus früheren Krisen mit hohen Preisen bekannt“, sagte Ziegner. „Wenn der Preisunterschied nur ein oder zwei Cent beträgt, achten die Kunden besonders stark darauf, wo es am günstigsten ist – ein Effekt, den ich ‚Preisparadoxon‘ nenne.“
Insgesamt gehe der Verband davon aus, dass derzeit in Deutschland weniger getankt werde, auch wegen des zunehmenden Tanktourismus in Nachbarländer. Ob es tatsächlich eine generelle Kaufzurückhaltung gebe, lasse sich jedoch erst beurteilen, wenn sich die derzeit gefüllten Fahrzeugtanks wieder leerten.
Schon jetzt zeige sich jedoch ein anderer Effekt: „Die für die Erträge der Tankstellenpächter maßgeblichen Umsätze in den Tankstellenshops gehen gerade kräftig zurück“, sagte Ziegner. Die Kunden hielten ihr Geld zunehmend zusammen. Der Zentralverband des Tankstellengewerbes vertritt nach eigenen Angaben rund 3000 von insgesamt etwa 14.400 Tankstellen in Deutschland.
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