Wirtschaft

Nach Hamsterkäufen zu Monatsbeginn: Aral, Shell und Co. verkaufen weniger Sprit

Der Spritabsatz bei Aral, Esso und Shell sinkt um bis zu acht Prozent, während er bei unabhängigen Tankstellen und B-Marken wie Jet stabil bleibt, teilte der Zentralverband des Tankstellengewerbes mit.

von Pamela Kaethner

Gasoline Price Hike In Berlin, Germany
Tanken von Diesel und Benzin ist teuer. Viele Autofahrer hoffen auf bald sinkende Preise. Picture Alliance / NurPhoto | KreativMedia Press

Nach einer Phase verstärkter Hamsterkäufe beobachten Tankstellenbetreiber inzwischen einen Rückgang der Nachfrage nach Kraftstoff. Viele Kunden hätten in der ersten Hälfte der vergangenen Woche ihre Fahrzeugtanks vorsorglich gefüllt, sagte der Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes, Jürgen Ziegner auf Anfrage von CORRECTIV.

Dadurch seien die Kraftstoffabsätze zunächst überproportional gestiegen. Ab Mitte letzter Woche habe sich jedoch eine Sättigung gezeigt, weil viele Tanks bereits gefüllt gewesen seien.

Besonders betroffen waren Betreiber teurerer A-Marken-Stationen wie Aral, Esso oder Shell: Sie verkauften in der ersten Märzwoche fünf bis acht Prozent weniger Kraftstoff als in der Vorwoche. Bei einem Tankstellenbetreiber sei der Absatz sogar um rund 30 Prozent zurückgegangen. Betreiber freier Tankstellen und sogenannter B-Marken wie Jet oder Sprint hätten sich dagegen insgesamt weitgehend normal entwickelt, wenn auch mit stärkeren Schwankungen, erklärte Ziegner.

„Dass Kunden von großen Marken zu freien oder kleineren Tankstellen wechseln, ist aus früheren Krisen mit hohen Preisen bekannt“, sagte Ziegner. „Wenn der Preisunterschied nur ein oder zwei Cent beträgt, achten die Kunden besonders stark darauf, wo es am günstigsten ist – ein Effekt, den ich ‚Preisparadoxon‘ nenne.“

Insgesamt gehe der Verband davon aus, dass derzeit in Deutschland weniger getankt werde, auch wegen des zunehmenden Tanktourismus in Nachbarländer. Ob es tatsächlich eine generelle Kaufzurückhaltung gebe, lasse sich jedoch erst beurteilen, wenn sich die derzeit gefüllten Fahrzeugtanks wieder leerten.

Schon jetzt zeige sich jedoch ein anderer Effekt: „Die für die Erträge der Tankstellenpächter maßgeblichen Umsätze in den Tankstellenshops gehen gerade kräftig zurück“, sagte Ziegner. Die Kunden hielten ihr Geld zunehmend zusammen. Der Zentralverband des Tankstellengewerbes vertritt nach eigenen Angaben rund 3000 von insgesamt etwa 14.400 Tankstellen in Deutschland.

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.