Eine Schneise durch die Müllberge, die das Müllschieber-Paar Ines und Andreas R. in Bernau hinterlassen haben.© Michael Billig

Stories

Müllparadies Brandenburg

Seit der Wende haben Müllhändler enormen Schaden in Brandenburg angerichtet: Sie haben zum Teil giftigen Dreck in die Landschaft gekippt und sind mit den Gewinnen auf und davon. Die Behörden waren machtlos, korrupt oder unfähig. Eine Sanierung würde mindestens 320 Millionen Euro kosten – Geld, das die Landesregierung nicht ausgeben will.

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von Michael Billig

Diese Recherche erscheint gleichzeitig im „RTL Nachtjournal Spezial“, in der Wochenzeitung „Der Freitag“, in der „Berliner Morgenpost“ und in den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.

In den Abendstunden des 22. Novembers 2011 ereignet sich auf der Autobahn 9 zwischen Leipzig und Berlin eine Massenkarambolage. Schon seit Stunden herrscht starker Nebel, zusätzlich beeinträchtigt „temporäre Rauchentwicklung“ die Sicht. Den ganzen Tag über weist die Polizei auf die Gefahr hin, in den Verkehrsnachrichten läuft die Warnung rauf und runter. Vergebens. Gegen 19.30 Uhr krachen 16 Autos und acht Lastwagen ineinander.

Der Rauch kommt von einer brennenden Lagerhalle unweit der Autobahn, bei der Ortschaft Neuendorf, wo sich in der Nacht zuvor ein illegales Abfalllager entzündet hat. Bis zur Wende wurden hier Kartoffeln sortiert. Dann kam eine Firma und wollte Müll trennen, angeblich, ist aber plötzlich pleite und der Geschäftsführer über alle Berge. Die Abfallberge bleiben.

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Ein Schild, das aufgebrachte Anwohner an einer der illegalen Deponien angebracht haben.

Michael Billig

Bereits zweieinhalb Jahre vor dem Unfall warnen Gutachter vor der Brandgefahr auf der illegalen Deponie. Die „zeitnahe Entfernung des Abfalls“ sei „von oberster Priorität“, schreiben sie im April 2009 an die Landesregierung in Potsdam. Nichts geschieht.

Der Wind treibt den gelb-grauen Qualm zur Autobahn. Bei der Massenkarambolage sterben zwei Menschen, neun werden schwer verletzt. Fünf Tage wird der Brand dauern.

Über 100 illegale Deponien

Seit Jahren türmt sich in Brandenburg der Müll. Das Land hat neben seinen 10.500 Baudenkmälern, 3.000 Seen und 500 Schlössern auch über 100 illegale Abfalldepots, in denen mindestens drei Millionen Tonnen Dreck vor sich hin rotten. Das ist mehr, als die Einwohner der vier größten deutschen Städte zusammen in einem Jahr in ihre Mülleimer werfen.

Jeder Punkt ein Abfalllager. Wenn Du draufklickst, siehst du, wie viele Tonnen Müll sich an jener Stelle befinden – und was die Sanierung der illegalen Deponie kosten würde.

Jeder einzelne Fall ist empörend – zusammen deuten sie hin auf ein Versagen der Behörden. Unsere Recherche zeigt erstmals das ganze Ausmaß des Brandenburger Müllskandals: In einer Datenbank haben wir jene Orte erfasst, in denen seit der Wende illegal Müll verklappt wurde. Die Mengen reichen von 60 Tonnen in der Kleinstadt Rathenow bis hin zu mehr als 400.000 Tonnen auf einer Deponie in Bernau bei Berlin.

Es ist davon auszugehen, dass in den Akten der Überwachungsbehörden viele weitere Fälle illegaler Abfalllager schlummern. Die Beantwortung unserer Anfragen zog sich über Wochen und oftmals auch über Monate hin oder wurde wegen „hoher Arbeitsbelastung“ und „wenig Personal“ gänzlich abgeblockt.

Die Geschichten hinter diesen Müllbergen  handeln von Politikern, die einfach wegschauen, von Kontrolleuren, die überfordert oder korrupt sind, und skrupellosen Müllschiebern, die sich, buchstäblich, einen Dreck um die Folgen ihres Tuns scheren.

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Jahrelang haben die Überwachungsbehörden den Müllbergen in Brandenburg beim Wachsen zugesehen. Jetzt warnen sie davor — hier auf einer illegalen Deponie in Bernau.

Michael Billig

Der Schaden: 320 Millionen Euro

Die rechtmäßige Entsorgung von Abfall kostet in Deutschland viel Geld. Müll, so heißt es in der Abfallbranche, sucht sich immer das billigste Loch. Die Müll-Mafia fand es in Brandenburg. 

Sechs bis acht Millionen Euro hätte es gekostet, das Abfalllager in Neuendorf zu räumen, dessen Brand zur Massenkarambolage führte. Geld, das die brandenburgische Landesregierung nicht ausgeben wollte, verweisend auf den „Grundsatz eines schonenden Umganges mit öffentlichen Geldern“.

2014 unterstrich Umweltminister Jörg Vogelsänger in einem Schreiben an den Städte- und Gemeindebund Brandenburg diese Haltung. In feinstem Behördendeutsch schrieb er: „Eine Ersatzvornahme unter Inanspruchnahme öffentlicher Mittel – ohne Aussicht auf Kostenerstattung durch die Pflichtigen – ist weder ordnungsrechtlich geboten noch haushaltsrechtlich zulässig.“

Mit anderen Worten: Es gibt kein Geld für eine Sanierung der illegalen Drecklöcher.

Die Kosten für eine Komplettentsorgung aller in unserer Datenbank erfassten Lager summieren sich auf mindestens 320 Millionen Euro.

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Elektroschrott, Hausmüll, Sondermüll — Abfall sucht sich immer das billigste Loch, heißt es in der Müllbranche.

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Ein Zeugnis der Hilflosigkeit

Es ist immer das gleiche Spiel: Erst gaukeln die Mülldealer eine fachgerechte Entsorgung vor, dann kippen sie sie den Abfall einfach ab. Das dünnbesiedelte Brandenburg mit seinen ehemaligen Militär-Flächen, LPG-Brachen, Industrieruinen und Tagebaulöchern scheint wie gemacht dafür.

Den Weg für die Müllmafia hat der Staat bereitet. 1993 wollte Kanzler Kohl die Wirtschaft im Osten ankurbeln, ein „Investitionserleichterungsgesetz“ wurde erlassen. Es führt dazu, dass Zulassungsverfahren für Abfallanlagen vereinfacht, Genehmigungen zügiger vergeben und Einspruchsrechte von Bürgern zurückgefahren wurden.

Hinzu gesellte sich 2005 das rot-grüne Deponieverbot für Hausmüll. Nichts durfte nun noch abgelagert, alles muss verwertet werden. Bald kam es zu einem Entsorgungsnotstand. Die Recyclingkapazitäten reichten nicht aus, Müllverbrennungsanlagen waren voll und teuer.

Wie aufwändig die Überwachung eines Betriebs sein kann, hat das Landesamt für Umwelt einmal anhand der Anlage in Neuendorf dokumentiert. Die Behörde hat jeden Schritt aufgelistet, den sie zwischen 1999 und 2015 unternahm, um den Anlagenbetreiber und später den Grundstückseigentümer zur Entsorgung des Mülls zu bewegen.

Die Dokumentation handelt von Anlagenkontrollen und Untersagungen, von der Androhung von Zwangsgeld bis zu einer Stilllegungsverfügung. Sie soll ein Beweis des Bemühens sein. Doch sie ist vor allem ein Zeugnis der Hilflosigkeit. Mit leeren Versprechen und juristischen Winkelzügen gelang es sowohl dem Betreiber als auch dem Grundstückseigentümer immer wieder, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Behördenwirrwarr

Der Fall Neuendorf ist gut dokumentiert. Bei vielen illegalen Deponien ist noch nicht einmal klar, welche Behörde überhaupt zuständig ist. Das Landesumweltamt kümmert sich um die Anlagen, die es selbst einst genehmigt hat. Genauso handhabt es das Amt für Bergbau, das die Verfüllung von ausgebeuteten Tagebauen überwachen soll und dabei total versagt hat.

Der Rest – so sieht es jedenfalls ein Beschluss aus dem Jahr 2012 vor – fällt in die Zuständigkeit der Landkreise und Städte. Doch die weigern sich und klagen dagegen vor dem Oberverwaltungsgericht. Die Verhandlung steht noch aus.

Dass es den Müllschiebern mit durchschaubaren Tricks wieder und wieder gelang, die Überwachungsbehörden hinters Licht zu führen, hat auch mit der Sparpolitik Brandenburgs zu tun. Behörden wurden mehrfach umstrukturiert, Personal ausgetauscht und abgebaut. Laxe Kontrollen und lückenhafte Akten waren die Folgen. Der Dauerstreit zwischen Land und Landkreisen über die Zuständigkeiten für illegale Mülldepots komplettiert das System des Versagens.

Bis die illegalen Müllkippen saniert werden, werden viele weitere Jahre vergehen. Oder es geschieht gar nichts. Das ist die von offizieller Seite favorisierte Lösung. Denn es ist die billigste.

Spendierte Weihnachtsfeier

Im Amt Wusterwitz, Landkreis Potsdam-Mittelmark, hatte der Müllpate Bernd R. sein Revier. Der Unternehmer, ein ehemaliger DDR-Polizist, sollte im Auftrag des Amtes mehrere Deponien aus den 1970er Jahren sanieren. Bernd R. nutzte diese Gelegenheit, um tausende Tonnen Abfall in den alten Halden zu verstecken. Rund 4,3 Millionen Euro Profit brachte ihm das schmutzige Geschäft.

Bernd R. spendierte dem Amt Wusterwitz eine Weihnachtsfeier und schmierte die Sachbearbeiterin, die die Sanierung der Deponien überwachen sollte. Sie warnte ihn im Gegenzug vor Kontrollen durch die Behörden und sah bei eigenen Rundgängen weg.

Über Jahre lief das so. Bernd R. konnte nicht genug kriegen. Dann kam ihm die Polizei auf die Schliche. 2013 wurde er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein Wiederholungstäter

Im vergangenen Sommer ist Andreas R. aus dem Gefängnis freigekommen, ein anderer Müllschieber. Er saß drei Jahre. Der Schaden, den er angerichtet hat, wird Brandenburg noch lange beschäftigen. Dass ein Umweltsünder ins Gefängnis muss, kommt selten vor. Die meisten Verfahren laufen auf Geldstrafen hinaus. Oder die Haftstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Doch Andreas R. ist Wiederholungstäter.

Sein Aufstieg zum Müllpaten beginnt in den 1990er Jahren. Damals ist er Prokurist der Berliner Firma BBC Baustoffe Recycling GmbH. Bergeweise schichtetet die Firma Müll auf einem ehemaligen NVA-Gelände in Harnekop auf, im Osten Berlins. Verbote und Auflagen der Überwachungsbehörden ignoriert R. Nach der Annahme passiert mit dem Müll – nichts. Er bleibt einfach liegen. Wie viel es am Ende ist, kann heute niemand mehr sagen. Es müssen zehntausende Tonnen miefender Dreck gewesen sein. Wegräumen mussten ihn andere. Die Entsorgungskosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, bezahlt aus Steuergeldern.

R. kommt mit einer kleinen Geldstrafe davon.

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Und zieht weiter. Von nun an verheiratet mit Ines R., Geschäftsführerin bei BBC Baustoffe Recycling. Die Müllspur, die das Paar in den darauf folgenden Jahren hinterlässt, ist lang. Sie zieht sich durch das halbe Land.

Ab dem Jahr 2000 schleusen sie Baustellenabfälle durch eine Sortieranlage in Bernau bei Berlin. Sie führt die Geschäfte, er schafft den Abfall ran, zehntausende Tonnen. Alles scheint in Ordnung – bis der Müll im Oktober 2004 brennt. Sechs Tage lang kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen. Den Brandabfall räumt die Stadt später für 1,3 Millionen Euro weg. Was vom Feuer verschont wurde, modert bis heute vor sich hin.

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Die Abfallberge in Neuenberg – gesehen durch das vergammelte Fenster eines Schuppens.

Michael Billig

Die Eheleute R. aber sind auf und davon. Und zwar ungestraft. Weder für die Entsorgung noch für den Feuerwehreinsatz müssen sie auch nur einen Cent bezahlen. Auch juristisch bleibt diese Sache für sie folgenlos. Staatsanwälte ermitteln zwar wegen Brandstiftung, können aber nichts beweisen.

Belasteter Dreck in der Tongrube

Zwischen August 2001 und Mai 2002 verscharrt das Paar erstmals hochbelastete Abfälle in der Trottheide, einer aufgelassenen Tongrube südlich des Naturparks Uckermärkische Seen – und wird wie schon wegen der illegalen Halde in Harnekop mit einer Geldstrafe belegt. Sie sind nun doppelt vorbelastet.

Und dürfen dennoch zwei weitere Jahre unter den Augen der Kontrollbehörden mit Müll Kasse machen. Erneut befüllen sie die Tongrube in der Trottheide, unter einem anderen Firmennamen, vorgeblich mit unbelastetem Bauschutt.

Weit gefehlt: Zwischen August 2005 und Mai 2006 lässt Andreas R. geschredderten Verpackungsmüll dort abladen, zusammen mit Überresten aus Klärwerken, mit Spritzen und Verbandsmaterial aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Es sind Abfälle, die auf eine spezielle Deponie gehören oder in eine Verbrennungsanlage für Sondermüll. Insgesamt 21.000 Kubikmeter Dreck.

Weder Mitarbeiter der Bergbaubehörde noch der Eigentümer des Tagebaus, der Unternehmer Ulrich P., wollen etwas davon bemerkt haben. Erst als Bewohner aus den umliegenden Dörfern wegen des aufziehenden Gestanks Alarm schlagen, fliegt der Schwindel auf.

Biber und Schadstoffe

Der Tagebau liegt versteckt. Er ist nur über eine Schotterpiste zu erreichen. Die Natur hat ihn zurückerobert. Wasser hat die Grube gefüllt. Am Ufer wächst Schilf. Sträucher und Gräser überwuchern die Böschung. Sogar Biber sollen sich hier wieder angesiedelt haben. Doch die Idylle trügt. Der See stellt ein Risiko dar und muss überwacht werden. Rundherum wurden Messstellen eingerichtet, um das Grund- und Oberflächenwasser zu analysieren.

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Idyll nur auf den ersten Blick. Tatsächlich modert Müll voller Schadstoffe am Fuß dieser aufgelassenen Tongrube in der Trottheide, südlich des Nationalparks Uckermärkische See.

Michael Billig

Eine „akute Gefährdung“ bestehe nicht, heißt es vom Landesamt für Bergbau in Cottbus. Doch nicht ohne Grund berappt das Land jährlich 17.000 Euro für das Monitoring. Denn niemand weiß, ob die mit krebserregenden Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen und anderen Schadstoffen kontaminierte Fracht im See nicht doch noch ihre giftige Wirkung entfaltet.

Andreas R. wanderte für diese Umweltsünde ins Gefängnis. Ines R., die offensichtlich in die Machenschaften ihres Ehemanns verwickelt war, blieb auf freiem Fuß.

Das Geld ist weg

Harry Jäkel leitet das 2011 gegründete Kommissariat Schwere Umweltkriminalität in Potsdam. Er jagt die Müllschieber – bekommt aber meistens nur deren stinkende Hinterlassenschaften zu fassen. Denn wenn mal ein Müllschieber auffliegt und für seine Sünden zahlen soll, ist meist kein Geld da. Die Firmen, über die die Ganoven ihre Müll-Deals abwickeln, gehen reihenweise Bankrott. In vielen Fällen kommt es mangels Masse nicht einmal zu einem Insolvenzverfahren.

Der Trick: Die Müll-Paten haben ein Geflecht aus Firmen und verschieben die Gewinne innerhalb dieses Imperiums. „Sie vergeben an sich selbst Aufträge“, so Jäkel, und waschen dabei Millionen.

Mitarbeiter dieser Firmen werden so um ihren Lohn gebracht. Gemeinden, Kreise und das Land bleiben auf den Kosten für die Entsorgung sitzen. Und streiten dann jahrelang, wer sich um das Übel kümmern muss. Der Streit beschäftigt Umweltämter, Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte.

Ein Kämpfer in Neuendorf

Deshalb müssen Menschen wie Helmut Köppke weiter kämpfen. Der 69-Jährige wohnt in einem Nachbarort Neuendorfs – jene Kippe, deren Brand 2011 die tödliche Karambolage auslöste. Von seinem Zuhause bis zur illegalen Abfalldeponie ist es nur eine kurze Autofahrt. Die letzten Meter fährt Köppke über einen Plattenweg. An der Zufahrt zum abgesperrten Mülllager hält er an und hievt sich aus seinem Kleinwagen, bärtig, breitschultrig und mit ein paar Pfunden zu viel. Er trägt eine dunkelblaue Jeans und ein schwarzes Polohemd, die Initialen seiner Partei auf der linken Brust.

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In Neuendorf kämpft Helmut Köppke gegen den illegalen Dreck vor seiner Haustür.

Michael Billig

Köppke ist Mitglied eines lokalen SPD-Ortsvereins. Bei seinen Parteibossen setzt er sich für die Räumung des Mülls in Neuendorf ein. Alle Sozis, die in Brandenburg Rang und Namen haben, bat er schon um Hilfe. Den einstigen Umweltminister, langjährigen Ministerpräsidenten und „Deichgrafen“ Matthias Platzeck, die Landtagsfraktion, die rot-rote Landesregierung, selbst die Genossen in Brüssel. Mal sachlich, mal flehend, mal wütend rief er ihnen den gefährlichen Schandfleck ins Gedächtnis. Einmal probierte er es mit Ironie und verschickte Postkarten mit einem „Gruß aus dem Biosphärenreservat Neuendorf“. Die Karten zeigen das Abfalllager aus der Vogelperspektive. 60.000 Tonnen Sperrmüll, alte Reifen, Kunststofffetzen, Textilreste, Bauschutt und Brandabfälle. Mengenmäßig das Jahresmüllaufkommen einer mittelgroßen Stadt – abgeladen in einem 70-Seelen-Dorf.

„Auch Frank hat eine Karte bekommen“, erzählt Köppke. Frank ist Frank-Walter Steinmeier, der Bundesaußenminister. Neuendorf liegt in seinem Wahlkreis.

Geantwortet hat Steinmeier nicht. Vorbeigeschaut, zum Beispiel auf seiner jährlichen Sommertour durch den Wahlkreis, auch nicht.

Die Recherche wurde gefördert durch ein Datenfellowship der Rudolf Augstein Stiftung.

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Datenjournalismus bei CORRECTIV

von David Schraven

Wir bei CORRECTIV wollen Datenjournalismus betreiben. Das bedeutet: Wir werden große Mengen an Daten auswerten, um interessierten Bürgern informierte politische Entscheidungen zu ermöglichen. Wir wollen nicht nur zufällig aufgeschnappte Geschichten erzählen. Stattdessen soll unser investigativer Journalismus strukturelle Probleme aufdecken sowie Machtmissbrauch, Misswirtschaft oder Ungerechtigkeiten belegen. Dafür eignen sich nach unserer Erfahrung große Datenmengen ausgezeichnet.

Morgenpost und Tempelhof

Visualisierungen und interaktive Grafiken können komplexe Sachverhalte verständlicher darstellen. Selbst Bebauungspläne werden so lebendig und es wird möglich, ganz konkret über die anstehenden Veränderungen zu diskutieren, anstatt sich über Bleiwüsten den Kopf zu kratzen. Vor Kurzem etwa ging es in Berlin um einen Volksentscheid zur Bebauung des Tempelhofer Flugfelds. Da habe ich zusammen mit dem OKLab Berlin eine Auswertung des Bebauungsplans erstellt. Eine digitalisierte 3D-Ansicht des alten Berliner Flughafens. Diese Arbeit wurde dann von der Berliner Morgenpost aufgegriffen. Der Vorteil der Darstellung: wir haben die geplanten Bebauung anschaulich dargestellt und gleichzeitig Pro und Kontra der anstehenden Entscheidung visualisiert.

Auch die systematische Kartographierung der Machtstrukturen zwischen Politik und Wirtschaft sind uns ein wichtiges Anliegen. Diese Daten sind nicht nur Hilfsmittel bei Recherchen, sondern werden auch Basis für Geschichten sein, die auf herkömmliche Weise gar nicht erzählt werden könnten. Welche Netze gibt es wirklich und wie dicht sind sie? Neben den dicken Bücher über die Strippenzieher im Hintergrund, schaffen wir so eine leicht zu durchschauende Anlayse dessen, was ist. Projekte wie das MachtVZ, oder Lobbyplag dienen als Inspiration für solche Netzwerk-Datenbanken.

Das ist die Art von Journalismus, die wir bei CORRECTIV konsequent betreiben wollen. Journalismus, der direkte Teilhabe an politischen Entscheidungen ermöglicht und komplexe Sachverhalte verdeutlicht.

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Lange Zeit musste im Journalismus die Ansammlung von Anekdoten reichen, um ein Gesamtproblem zu beschreiben. Der Journalist hörte von einem Problem, sprach mit einigen Menschen und schrieb seine Beobachtungen auf. Das war keine sichere Grundlage, um zu argumentieren. Es konnte immer heißen: „Das sind nur Einzelfälle.“

Wenn wir nun große Datensätzen zusammenstellen und analysieren, machen wir Anekdoten quantifizierbar. Wir scrapen Daten aus dem Netz, beantragen ganze Datenbanken bei Behörden oder legen unsere eigenen Verzeichnisse an.

Dann können wir uns auf einen Schlag Tausende, vielleicht sogar Millionen von Anekdoten anschauen. Damit legen wir Strukturen offen, über die zuvor niemals jemand nachgedacht hat. Wir suchen hinter Einzelfällen die Regel. Es entsteht eine Art evidenzbasierter Journalismus, ein Journalismus, der nach Beweisen in den Datensammlungen sucht.

Daten sind dabei für uns aber nicht nur Nummern und Zahlen – hinter jedem Eintrag, hinter jeder Zahl steckt oft die Geschichte eines Menschen. Auch diese Geschichten wollen wir, wann immer das möglich ist, erzählen.

Damit wollen unseren Lesern und Nutzern helfen, das Problem zu erfassen. Betrifft es sie? Wenn ja, wie sehr? Und was können sie dagegen tun? Das sind Fragen, die nach unserem Verständnis im besten Fall jeder Leser individuell für sich selbst beantworten sollte. Klassisches Beispiel solcher Recherchen ist das Projekt Dollars for Docs von ProPublica. Dort konnten US-Amerikaner nachschauen, wie viel Geld ihr Hausarzt von welchen Pharma-Firmen bekommen hat und damit einen Eindruck davon bekommen, wie interessensgeleitet die jeweilige Behandlung ist.

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Wir Stellen Ein

von David Schraven

Wir suchen Mitarbeiter: Bewerber — egal ob Mann oder Frau — sollten über ausreichend Erfahrung verfügen im Umgang mit vertrackten Sachverhalten, umfangreichen Recherchen, komplizierten Informanten, verärgerten Pressesprechern, zornigen Vorstandschefs und Ansprechpartnern, die den Telefonhörer aufknallen.

Unser Kandidat sollte wenigstens einmal in seinem Leben damit gedroht haben, seinen Job zu schmeißen, weil seine Texte völlig wirr gekürzt wurden. Er sollte nicht verstehen können, wenn jemand einen PR-Mitarbeiter als vollwertige Quelle ansieht.

Wir wollen Geschichten ans Licht bringen, an die sich kaum ein anderer herantraut: weil sie zu kompliziert erscheinen, weil sie nicht sexy sind, weil sie langwierig vor sich hin dümpeln oder keinen einfachen Erzählstrang haben, mit Protagonist, Heldentat und Heilung. Wir wollen Projekte durchziehen, die Strukturen hinter relevanten Problemen offen legen; Dinge, die uns alle angehen.

Unser Kandidat weiß genau, dass diese Aufgabe verdammt hart und frustrierend ist; dass es hier um einen Job geht, in dem man kiloweise Papier wälzt und nächtelang Datenbanken von Hand füttert; in dem man Dokumente in aufwendigen Verfahren beschafft, während andere das Zeug von Pressestellen geschenkt bekommen. Unser Kandidat weiß, dass man am Ende von Niemandem gelobt, dafür aber von gut bezahlten Rechtsanwälten bedroht wird.

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Wenn Sie das alles nicht abgeschreckt; wenn Sie keine Angst haben vor Ringen unter den Augen, vor Fahrten in die tiefste Provinz und vor einem viel zu kleinen Büro. Wenn Sie keine Bange haben vor Konzernchefs und deren Rechtsabteilungen. Wenn sie gut damit leben können, dass ihnen einige der mächtigsten Menschen im Land die Pest an den Hals wünschen. Dann könnten Sie bei uns richtig sein.

Das einzige, das wir Ihnen im Gegenzug für dieses journalistische Paradies bieten, ist ein angemessenes Gehalt und die Gesellschaft von ein paar Journalisten, die sich für ihre Geschichten begeistern, die unsere Leser, Nutzer und Mitglieder faszinieren sowie hin und wieder unsere Gesellschaft zum Positiven verändern sollen. Diese Hoffnung geben wir nicht auf.

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Mehr Information Für Mehr Demokratie

von Daniel Drepper

Wir bei CORRECTIV sind Experten für Informationsfreiheit und Auskunftsrechte. Unsere Mitarbeiter setzen sich seit Jahren dafür ein, dass deutsche Behörden transparenter werden. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter: Wir werden diese Auskunftsrechte nicht nur journalistisch nutzen, sondern Ihnen als Bürgern zeigen, wie sie sich wichtige Informationen selbst besorgen.

Je mehr Transparenz, desto besser lässt sich die Arbeit von Volksvertretern und Beamten beurteilen. Und desto unwahrscheinlicher ist es, dass hinter den Kulissen Geschäfte gemacht werden, die gut für einzelne Beteiligte, aber schlecht für uns alle sind.

Die Mitarbeiter von Behörden arbeiten zu einem einzigen Zweck: Um uns Bürgern zu dienen. Jede Information, jedes Dokument und jeder Datensatz in einer Behörde gehört denen, die dafür bezahlen: den Bürgern. Grundsätzlich muss alles, was in Behörden passiert, öffentlich sein. Nur wenn schwerwiegende Gründe gegen völlige Transparenz sprechen, können einzelne Informationen geheim bleiben.

Alles muss transparent sein

Wenn Informationen zurückgehalten werden, müssen Regierung und Behörden dies entsprechend begründen. Nur wenn diese Begründung Sinn ergibt, ist Geheimhaltung gerechtfertigt. Das gleiche gilt übrigens für Einrichtungen, die aus Steuermitteln bezahlt werden und Aufgaben für uns Bürger erledigen. Dazu gehören privatisierte Stadtwerke, die Müllabfuhr oder wissenschaftliche Institute, die mit Steuergeld forschen. Nur wenn all diese Informationen öffentlich sind, können Machtmissbrauch und Steuerverschwendung aufgedeckt werden – und im besten Fall sogar gleich vermieden.

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Seit acht Jahren gibt es in Deutschland ein Informationsfreiheitsgesetz, das diese Transparenz sicherstellen soll. Dazu gibt es zahlreiche andere Regelungen, die Bürgern den Zugang zu Informationen ermöglichen. Einige Behörden betrachten Informationen, Dokumente und Daten aber immer noch als ihr Eigentum. Wir wollen dabei helfen, dass sich dies ändert.

Auskunftsrechte wie das Informationsfreiheitsgesetz sind nicht nur ein Mittel der journalistischen Recherche, sie sind ein grundlegendes Mittel, um Demokratie zu stärken. Werden diese Rechte beschnitten, ist das ein schlechtes Zeichen für die Demokratie. Werden sie ausgebaut, ist das gut für alle. Wir werden uns deshalb zur Aufgabe machen, die Auskunftsrechte zu stärken und zu verbreiten, auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Wir wollen den Weg frei machen für andere. Je mehr Menschen die ihnen zustehenden Informationen einfordern, desto eher wird Transparenz zur Normalität.

Mehr Infos für alle Bürger

In den USA werden jedes Jahr hunderttausende Anträge nach dem Informationsgesetz gestellt. Der Freedom of Information Act, rund fünf Jahrzehnte alt, ist auch in den Vereinigten Staaten längst nicht perfekt. Aber die Informationsfreiheit wird dort besser genutzt. Sie ist im journalistischen Alltag verankert und auch normale Bürgern wissen zum Teil über ihre Rechte Bescheid. Hier in Deutschland werden noch immer nur ein paar tausend Informationanfragen pro Jahr gestellt. Viele von Anwälten, für Unternehmen.

Wir aber wollen mehr freie Informationen für alle Bürger. Als Mitglied von CORRECTIV helfen wir Ihnen deshalb dabei, Ihre Rechte durchzusetzen. Wenn Sie Informationen von Ihrer lokalen Behörde haben wollen, fragen Sie uns um Hilfe. Wir sind gerne für Sie da. Lassen Sie uns gemeinsam für mehr Transparenz sorgen.

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Wir Kooperieren Mit FragDenStaat.de

von David Schraven

Wir haben gerade eine strategische Kooperation mit der Auskunftsrechteplattform FragDenStaat.de vereinbart. Unser gemeinsames Ziel: Wir wollen den Bürgern dabei helfen, ihre Auskunftsrechte gegenüber dem Staat effektiver wahrzunehmen.

Wie das gehen soll? Nun: Die Auskunftsrechteplattform FragDenStaat.de wird von der Open Knowledge Foundation Deutschland betrieben. Über die Plattform können Anfragen nach den Informationsfreiheitsgesetzen (IFG) einfacher an Behörden und Ämter gestellt werden kann. Es gibt Vorlagen für Anträge und jede Menge Erfahrungen mit dem IFG. Wir können Probleme bei der Antragstellung herausarbeiten und so frühzeitig aus dem Weg räumen. Dadurch, dass Fragen und Antworten transparent dokumentiert werden, kann man die Auskunftsbereitschaft von Behörden offen legen – und so bei Bedarf gezielt Druck machen, um langfristig Behörden zur Transparenz zu verpflichten. „Wir wollen mit der Plattform das Thema Informationsfreiheit insgesamt stärken“, sagt Stefan Wehrmeyer, Vorstand der Open Knowledge Foundation Deutschland und Mitarbeiter von CORRECTIV.

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Wir werden FragDenStaat.de in unser Programm zur Verbreitung des Informationsfreiheitsgedanken eng einbinden. Wir wollen die Plattform in unsere Schulungen einbauen, wenn wir vor Ort bei den Bürgern sind, um Ihnen dabei zu helfen, ihre Auskunftsansprüche durchzusetzen. Wir wollen Ihnen anhand der vielen Praxisbeispiele zeigen, wie sinnvoll es ist, Informationsrechte zu nutzen, und welche Erfolge man damit erzielen kann. Wir wollen aber auch zeigen, wo Fallstricke liegen und welche Fragen man sich besser schenken sollte. Wir wollen Ihnen damit helfen, sich selbst vor Ort zu helfen. Wir wollen Ihnen den Rat geben, den sie brauchen, um sich selbst die Informationen aus ihrem Rathaus zu beschaffen, wenn es etwa um Straßenbau, Gewerbeansiedlungen oder Großprojekte geht. Das Amtsgeheimnis war gestern. Heute nehmen mündige Bürger ihre Informationsrechte selbstständig wahr.

Wir bauen unser Programm weiter aus. Wie es weiter geht, erklären wir nach und nach.

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Wir Suchen Web-Entwickler

von David Schraven

Wir suchen weiter Leute — egal ob Mann oder Frau. Jetzt brauchen wir einen Mediengestalter, Online-Geschichtenerzähler, Coder mit grafischer Erfahrung. Sprich jemanden, der in der Lage ist das Netz zum Leben erwachen zu lassen.

Unser Kandidat ist ein Web-Entwickler mit Fokus auf modernes HTML/CSS und JavaScript (Frontend). Unser Kandidat hat außerdem Erfahrungen im Management von Softwareprojekten als Product Owner und weiß, was Python-basierte Web-Frameworks sind und kann damit spielend umgehen. Unser Kandidat wird als erste Aufgabe die Konzeption und Entwicklung eines wichtigen und umfangreichen Softwareprojekts betreuen und im Frontend unterstützen.

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Man könnte den Job umschreiben als Zorro vom Dienst: Die Aufgabe ist spannend, die Anforderungen extrem und die Erwartungen riesig. Unser Kandidat wird etwas Großes aufbauen. Einsatzort ist Berlin.

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Unser neuer Mann: Christian Humborg

von David Schraven

Wir haben einen neuen, einen zweiten Geschäftsführer. Und zwar kommt Christian Humborg zu uns. Bisher war Christian Geschäftsführer von Transparency International Deutschland; uns wird er ab November unterstützen. Wir freuen uns auf die Verstärkung. Das ist genau der richtige Mann für uns. Christian wird zukünftig die kaufmännische Leitung übernehmen, David wird journalistischer Leiter.

„CORRECTIV soll die führende gemeinnützige Organisation für investigativen, aufklärenden Journalismus in Deutschland werden und Missstände in der Gesellschaft aufdecken“, sagt Christian. Dazu will er Menschen und Institutionen als Unterstützer gewinnen. Eine transparente Mittelverwendung und Rechenschaftslegung sind für ihn dabei unerlässlich.

Christian wird nicht nur die 3 Millionen Euro Anschubfinanzierung von der Brost-Stiftung verwalten, sondern er wird sich auch um  Mitglieder- und Spendenwachstum kümmern. „Wir brauchen eine stabile und ausreichende Finanzierung. Da wir sehr viel vorhaben, ist eine spürbare Erhöhung weiterer Spenden und Einnahmen ganz zentral.“

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Christian ist promovierter Betriebswirt. Er gilt als Experte für den Ausbau von Non-Profit-Organisationen. Er hat zuvor 8 Jahre lang Transparency International in Deutschland geleitet. Die deutsche Sektion von Transparency International wurde unter ihm zur wichtigsten Institution für Transparenz in Politik und Wirtschaft. Der Schwerpunkt der zivilgesellschaftlichen Organisation liegt darin, Integritätssysteme zu stärken, um Korruption zu verhindern und zu bestrafen.

„Ich habe mit großem Interesse die Gründung von CORRECTIV verfolgt. Der Mediensektor und die organisierte Zivilgesellschaft verändern sich beide rasant. CORRECTIV ist genau an der Schnittstelle“, sagt Christian. Die Entscheidung, die „spannendste Neugründung des Jahres“ zu begleiten, sei ihm leicht gefallen. Der Ausbau des investigativen Recherchebüros wird für Christian zur wichtigsten Herausforderung der nächsten Jahre.

Vor seiner Arbeit bei Transparency International Deutschland war Christian unter anderem für die Anwaltskanzlei Freshfields und für Plato Kommunikation, eine Tochter von Scholz&Friends, tätig. Neben weiteren Arbeitsfeldern ist er Mitglied beim Autorenblog Carta.

Wir freuen uns über Christians Einstand!

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Nimmt CORRECTIV anderen die Aufträge weg?

von Daniel Drepper

Wir zerstören den Markt, weil wir unsere Recherchen verschenken. Unsere „Steal our Stories“-Politik stiehlt freien Journalisten die Arbeit. Das haben uns Kollegen in den vergangenen Wochen hin und wieder vorgeworfen. Doch das ist falsch. CORRECTIV ist keine Konkurrenz für Freie. Im Gegenteil: Wir schaffen Arbeit, wo vorher keine war.

Ausnahmslos alle Reporter von CORRECTIV haben in der Vergangenheit als freie Journalisten gearbeitet, manche kürzer, die meisten länger. Ich arbeite seit 13 Jahren als Journalist. In dieser Zeit war ich bis zum Start von CORRECTIV insgesamt nur ein Jahr lang fest angestellt, als knapp bezahlter Volontär. Ich weiß, dass es immer schwieriger wird, als freier Journalist zu leben. Die Bezahlung ist oft eine Lachnummer.

Zwei Beispiele:

1) Für ein großes deutsches Onlinemedium habe ich vor Jahren eine Geschichte über einen dopenden Amateur-Radsportler geschrieben. Ich begleitete ihn zum ersten Rennen nach der Sperre, besuchte ihn in seinem Heimatdorf, telefonierte stundenlang.

Der Text hat mich geschätzt zwei Wochen gekostet und war fast 10.000 Zeichen lang. Am Ende gab es 180 Euro. Dem Medium mache ich keinen Vorwurf: Die Bezahlung liegt auf einem üblichen Niveau für die größten deutschen Zeitungen und Online-Medien. Nur extrem wenige Medien in Deutschland zahlen mehr, die allermeisten noch viel weniger.

2) 2010 fuhr ich zu den Paralympischen Winterspielen in Vancouver. Neben ARD und ZDF arbeiteten vielleicht zehn deutsche Reporter vor Ort, ich war vermutlich der einzige freie. Ideale Situation. Ich habe mich zugeworfen mit Aufträgen. Für Spiegel-Online, Zeit-Online, ZDFonline, die Frankfurter Rundschau und diverse Regionalzeitungen. Ich war jung und brauchte das Geld.

Wochen vor den Spielen habe ich Stories vorbereitet. Zwischendurch besuchte ich zwei oder drei Tage lang keinen einzigen Wettbewerb. Ich produzierte Geschichten, vom Schreibtisch im Hotelzimmer, am Fließband. Rausgegangen bin ich zum Essen und Cola kaufen. Ich habe in zehn Tagen vielleicht 40 Stunden geschlafen. Nach Hause geflogen bin ich mit knapp 4000 Euro. Ohne ein Stipendium für Flug und Hotel wäre mir davon kein einziger Euro geblieben.

Wer als freier Journalist recherchiert, zahlt drauf. So einfach ist das.

Wir haben alle schon solche aufwändigen Geschichten gemacht, aber das ist keine dauerhafte Lösung. Größere Recherchen – zur Sportförderung oder zum Fußballdoping – konnte ich in der Vergangenheit nur machen, weil ich drei Jahre lang in Teilzeit beim Recherche-Ressort der WAZ angestellt war.

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CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist eine aufgeklärte Gesellschaft. Denn nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger können auf demokratischem Weg Probleme lösen und Verbesserungen herbeiführen. Diese Recherche wurde mit der Unterstützung unserer Fördermitglieder realisiert. Jetzt spenden!

CORRECTIV ist ein Modell unter vielen, das es in Zukunft ermöglichen wird, wieder richtig, unabhängig und langfristig zu recherchieren.

Die Recherche zu Marco Russo, in vier Ländern und auf vier Sprachen, hätten wir als freie Journalisten niemals leisten können. Noch weniger wären wir in der Lage, große Datenprojekte anzuschieben, lange Recherchen zu auf den ersten Blick wenig aufregenden Themen – wie den Sparkassen – zu starten oder interessierte Bürger fortzubilden.

Investigativer Datenjournalismus ist als freier Journalist schlicht nicht möglich.

Unsere Geschichten stellen wir kostenlos zur Verfügung, weil wir die Missstände, die wir aufdecken, abstellen wollen. Dafür brauchen die Stories eine möglichst große Reichweite.

Wir sind gemeinnützig, wir arbeiten nicht für Medien, sondern für die Gesellschaft. Damit nehmen wir freien Kollegen nicht die Arbeit weg: Die Stories wären ohne uns nie recherchiert worden.

Im Gegenteil: Wir beschäftigen schon jetzt viele Kollegen in Vollzeit, die vorher frei gearbeitet haben. Dazu holen wir Pauschalisten für langfristige Projekte. Wir schaffen Arbeitsplätze, dadurch wird auch der Markt für andere Freie wieder breiter.

Mittelfristig wollen wir zudem mit freien Kollegen zusammenzuarbeiten und Rechercheprojekte fördern – inklusive fairer Bezahlung. Dafür entwickeln wir gerade ein Modell.

Wir zerstören den Markt nicht, wir füllen Lücken.

Und wir freuen uns über jeden freien Kollegen, der mit einer tollen Recherche zu uns kommt, die er bislang wegen fehlender Ressourcen nicht umsetzen konnte.

Artikel

Columbia J-School: Infosession bei CORRECTIV

von Daniel Drepper

Wir bei CORRECTIV bekommen Besuch aus New York. Christine Souders kommt am kommenden Donnerstag vorbei, Associate Dean of Admission and Financial Aid der Columbia University Graduate School of Journalism. Eingeladen sind alle, die Interesse haben, in New York Journalismus zu studieren. Christine wird über das Programm der Columbia sprechen, über Stipendien und das Bewerbungsverfahren.

Das einjährige Masterstudium an der Columbia Journalism School gilt als die beste Journalistenausbildung der Welt – und die mit dem meisten Prestige. Die Schule war lange Jahre als zu traditionell kritisiert worden, das Programm richte sich nicht nach den Anforderungen des digitalen Journalismus. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Es gibt neben den klassischen M.A.- und M.S.-Masterprogrammen auch spezielle Ausbildungen für investigative Journalisten, für Datenjournalisten oder eine Dual-Degree-Ausbildung in Journalism und Computer Science.

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Erste Informationen gibt es auf journalism.columbia.edu – wer aber mehr wissen will, kommt am Donnerstag in das CORRECTIV-Büro in der Singerstraße 109 in 10179 Berlin-Mitte. Christine wird von 17 bis 19 Uhr Fragen beantworten. Dazu werden voraussichtlich neben mir noch ein paar weitere Alumni der Columbia J-School da sein, die bei Rückfragen auch nochmal persönliche Eindrücke vermitteln können.

Wer dabei sein will registriert sich spätestens am Montag. Wir freuen uns auf Euch.

[Update, 23. September 9.55 Uhr] Die offizielle Anmeldefrist ist zwar vorüber und wir freuen uns über den Zuspruch, wir haben aber trotzdem noch ein wenig Platz. Wer also noch kommen mag, schreibt bitte eine E-Mail an daniel.drepper (at) CORRECTIV und Diane Nguyen von der Columbia unter dxn2101 (at) columbia.edu.

Veranstaltung

Cryptoparty am Montag, 29. September

von Julia Brötz

“Deine privaten Mails würd’ ich gerne lesen.”
“Nö, geht dich doch nichts an.”

Sicher im Netz kommunizieren geht, wenn man weiß wie. CORRECTIV veranstaltet am kommenden Montag eine Cryptoparty: Wir erklären Euch, wie Ihr E-Mails verschlüsselt, sicher chattet und im Internet surft, ohne Spuren zu hinterlassen.

Im Fernsehen wirbt im Moment die Initiative „E-Mail made in Germany“. Die Anbieter WEB.DE, Telekom und GMX versprechen Kunden sicheren Mail-Verkehr. Doch wenn Behörden oder Polizei anklopfen, werden die Nachrichten weiterhin herausgegeben. Und auch die Technik hinter der Datenübertragung bleibt undurchsichtig. Tschüss NSA, hallo Herr Schäuble.

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Jeder, der sich das Passwort zu einem E-mail-Konto verschafft — ob Hacker oder beleidigte Ex-Freundin — kann die dort enthaltenen Nachrichten lesen. Von gelangweilten Mitarbeitern des Anbieters oder neugierigen Geheimdienstlern ganz zu schweigen. Wer dagegen verschlüsselt im Netz agiert, macht es ungebetenen Gästen deutlich schwerer, die privaten Inhalte zu knacken. Der eigene Text wird dabei in unlesbare Zeichen verwandelt — eine Geheimsprache, die nur derjenige, für den die Nachricht bestimmt ist, entziffern kann.

In der „Post-Snowden-Ära“ ist das Thema Datenschutz präsenter als je zuvor. Die Verschlüsselung und Sicherung von Informationen — kurz Kryptografie — ist keine Geheimwissenschaft mehr. Open-Source-Programme wie die GPG Suite oder das Gpg4win für E-Mails, Off-the-Record Messaging oder pidgin für Instant-Messaging sind frei zugänglich. Ihre Einrichtung erfordert lediglich ein wenig Geschick und Zeit. Danach ist es ein Kinderspiel, geschützt im Netz zu verkehren.

Für alle, die sich nicht alleine durch nerdige Wikis kämpfen wollen, bietet CORRECTIV am kommenden Montag, 29. September, eine Informationsveranstaltung an. Unser Kollege Sebastian Vollnhals führt Euch durch die Geschichte und Basics der Kryptografie, erklärt die besten Tools und Tricks und liefert praktische Anleitungen. Wer mag, kann direkt Computer oder Handy zücken. Vielleicht sind bis zum Ende des Abends schon die ersten Schlüssel ausgetauscht.

Wir freuen uns auf Euch, am Montag ab 19 Uhr in unserem Berliner Büro in der Singerstraße 109. Meldet Euch zu unserem Facebook-Event an oder schreibt eine Mail an mich unter events (at) correctiv.org.

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CORRECTIV wird Mitglied des Gijn

von David Schraven

Wir sind Mitglied des Global Investigative Journalism Network geworden. Das freut uns sehr. Das GIJN ist ein Verbund von non-profit Organisationen, die sich weltweit um neue Formen des investigativen Journalismus bemühen. Wir haben über das Netzwerk Kontakt zu Kollegen in ganz Europa, in Afrika, in Asien, in Nord- und Südamerika.

Der Austausch im Netzwerk ist sehr lebendig. Immer wieder schließen sich Gruppen zusammen, um einzelne Themen zu recherchieren oder langfristige Kooperationen zu schmieden. Die Idee dahinter ist einfach: wenn die bösen Jungs global agieren, müssen auch wir mit der Aufklärung Grenzen überschreiten. Wir können uns keine Egoismen erlauben, wir müssen zusammenarbeiten und uns gegenseitig helfen. Die Idee des Datenjournalismus und Computer Assisted Reporting hat entscheidende Impulse über das GIJN bekommen.

Die Idee des GIJN ist keine heiße Luft. Wir haben über das Netzwerk langfristige Kooperationen mit IRPI und den Kollegen Giulio Rubino und Cecilia Anesi aufgenommen. Wir arbeiten mit Nils Mulvad aus Dänemark zusammen und mit vielen anderen Kollegen aus der ganzen Welt. Alle zwei Jahre kommen alle zusammen, um sich zur GIJC zu treffen — der Global Investigative Journalism Conference. 2013 waren wir in Rio de Janeiro. Es ist die beste Konferenz ihrer Art. Es gibt Workshops, in denen internationaler Waffenhandel direkt am Beispiel aufgeklärt wird. Wahnsinn. Im kommenden Jahr treffen wir uns in Norwegen.

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Executive Director des GIJN ist David Kaplan. Er sitzt in Washington. David hat lange Jahre Erfahrungen als investigativer Journalist gesammelt. Er war Chief Investigative Correspondent für den damals als Wochenzeitung erscheinenden U.S. News & World Report und Editorial Director des Center for Public Integrity. Zudem hat David als Director des International Consortium of Investigative Journalists gearbeitet.

Gabriela Manuli unterstützt David bei seiner Arbeit als Stellvertretende Direktorin. Als gebürtige Argentinierin hat Gabriela ihren Stützpunkt in Europa. Sie hat zuvor als Redakteurin für die spanischsprachige Ausgabe des International Center for Journalists gearbeitet.

Geführt wir das GIJN von einem gewählten 15-köpfigen Vorstand, dem Leute aus Mitgliedsorganisationen aller Kontinente angehören.

Wir freuen uns, Teil dieses Netzwerkes sein zu dürfen.

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CORRECTIV veröffentlicht Quartalsbericht

von David Schraven

Wir veröffentlichen morgen unseren ersten Quartalsbericht. Mit diesen Berichten wollen wir unsere Mitglieder über die Entwicklung unserer Organisation auf dem Laufenden halten und gleichzeitig größtmögliche Transparenz üben.

Wir legen unsere Ausgaben- und Einnahmestrukturen offen. Wir geben möglichst genau Auskunft über die Arbeit an unseren Projekten. Wir geben einen Ausblick auf unsere zukünftige Entwicklung. Und unsere Mitarbeiter erklären, in welchen Clubs und Vereinen sie Mitglied sind.

Im ersten Quartal lief es nach unseren Ansprüchen ganz gut. Wir konnten mit den Spendengerichten und den Kredithaien zwei größere Veröffentlichungen platzieren, unsere Struktur entwickeln und mehrere große Projekte anstoßen, die in den kommenden Monaten verwirklicht werden.

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Wir haben rund 190.000 Euro ausgegeben, denen rund 350.000 Euro Einnahmen gegenüber stehen.

Damit stehen wir stabil da und können die nächsten Entwicklungsstufen angehen. Durch Neueinstellungen wächst unser Kostenapparat, aber wir sind zuversichtlich, diesen durch zusätzliche Einnahmen refinanzieren zu können.

Der Quartalsbericht ist nur für Mitglieder gedacht und erscheint im eBook-Format. Er wird am Montag, den 6. Oktober, unseren Mitgliedern per Email zugesendet. Später werden die Mitglieder unsere Quartalsberichte in unserer Community herunterladen können.

Wer noch Mitglied werden will, kann das gerne tun. Klick

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Einladung: Stammtisch am Dienstag, 21. Oktober

von Julia Brötz

Der Berliner Stammtisch des netzwerk recherche kommt zu uns. Am 21. Oktober sind alle Journalisten, Rechercheure und Interessierte ab 19 Uhr herzlich eingeladen, in unserem Büro in entspannter Runde ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich wird Lars Marten Nagel, Mitglied im Investigativ-Team der „Welt“-Gruppe, Einblicke in seinen Alltag als Reporter geben. Der Journalisten-Stammtisch wird ab sofort jeden Monat bei CORRECTIV zu Gast sein.

Journalisten leben von ihren Kontakten: Unabhängige, sorgfältig recherchierte, große Geschichten sind in Kooperationen oft einfacher als im Alleingang. CORRECTIV und netzwerk recherche setzen genau dort an. Wir ermöglichen Recherchen, die der Allgemeinheit dienen. Gemeinnützigkeit statt Profit, Kollaboration statt Ego. Mit einem monatlich stattfindenden Stammtisch möchten wir einen Ort schaffen, an dem wir uns ungestört austauschen und gemeinsame Projekte anstossen können.

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Mit Lars Marten Nagel konnten wir für den ersten nr-Stammtisch bei CORRECTIV einen Sprecher gewinnen, dessen Recherchen Missstände in unserer Gesellschaft offen legen. Für das Investigativ-Ressort der „Welt“ berichtet der Reporter regelmäßig über dubiöse Geschäftspraktiken, Internet-Imperien, Cyberkriminalität und Politikskandale. Zuletzt hat er die katastrophalen Zustände in deutschen Flüchtlingsheimen aufgedeckt – und dabei erschreckende Verbindungen zur Staatssicherheit der DDR ausgemacht. 2011 ist Lars mit dem Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet worden.

Damit wir absehen können, wer an unserem Stammtisch am 21. Oktober teilnehmen wird, bitten wir um eine kurze Anmeldung per Mail an events (AT) CORRECTIV oder über unser Facebook-Event.

netzwerk recherche Stammtisch
Dienstag, 21.10.2014
19 Uhr
Singerstraße 109, 10179 Berlin