Ein beleidigendes und sexistisches Zitat, das angeblich von Oliver Kahn stammt, verbreitet sich seit Anfang September auf Facebook. Doch dafür, dass der Ex-Profi-Fußballer das jemals so gesagt hat, gibt es keine Belege.
Das Zitat wurde am 1. September in der Facebook-Gruppe „AC Milan Deutschland“ veröffentlicht. Der Beitrag wurde bislang fast 3.200 Mal geteilt. Demnach habe der Ex-Fußballtorwart Fußballer folgendermaßen beschimpft und sich sexistisch geäußert:
„Der heutige Fußball kommt mir wie Ballett vor. Sobald man die Gegenspieler etwas zu hart angeht, fangen sie gleich an zu heulen. Nach 3 aufeinanderfolgenden Spielen beschweren sie sich über ihr Leben, aber wenn sie interviewt werden, sind sie die besten Schauspieler der Welt. Deswegen gefallen mir Typen wie Thomas Müller und Zlatan Ibrahimović. Typen, die kämpfen und sich auf dem Feld schon fast prügeln. Es gibt Leute, die ihnen übel nachreden, aber vor laufender Kamera sagen sie das, was sie denken und nicht das, was die Masse hören will. Manchmal frage ich mich, ob Fußballer noch Männer oder Muschis sind.“
Angebliches Zitat von Oliver Kahn verbreitete sich bereits 2017

Eine Google-Suche ergibt, dass das angebliche Zitat bereits im Oktober 2017 und im August 2018 auf Facebook verbreitet wurde. Ansonsten finden sich online keine Hinweise dafür, dass Kahn sich irgendwann einmal so geäußert hätte. Auch die Pressedatenbank Genios liefert keine Suchergebnisse.
CORRECTIV hat sich mehrfach per E-Mail und via Instagram an das Management von Oliver Kahn gewandt und nachgefragt, allerdings bis zur Veröffentlichung des Artikels keine Rückmeldung erhalten. Auch telefonisch konnten wir das Management nicht erreichen.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
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