Faktencheck

Berichte über Coronavirus von 2013 bezogen sich auf das MERS-Virus

Auf Facebook wird suggeriert, man habe schon 2013 von einem Coronavirus gewusst, das eine „Gefahr für die ganze Welt“ sei. Es fehlt jedoch als Kontext, dass es sich damals um das MERS-Virus handelte. Es hat mit der SARS-CoV-2-Pandemie nichts zu tun. 

von Alice Echtermann

Illustration Coronavirus
Es gibt verschiedene Arten von Coronaviren. (Symbolbild: picture alliance / Zoonar / Alexander Limbach)
Behauptung
Wenn man „Gefahr für die ganze Welt“ bei Google eingebe, bekomme man Berichte über das Coronavirus von 2013. 
Bewertung
Fehlender Kontext
Über diese Bewertung
Fehlender Kontext. Es ging in den Berichten 2013 um das MERS-Virus, eine andere Art von Coronavirus. 

Ein Facebook-Beitrag fordert Nutzerinnen und Nutzer auf, bei Google „Gefahr für die ganze Welt“ einzugeben und auf das Datum zu achten. Folgt man diesem Hinweis, zeigt Google mehrere Medienberichte von 2013. Als erster Treffer erscheint bei uns ein Artikel der Ärztezeitung von 2013 mit dem Titel „WHO warnt: ‚Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt‘“. 

Der Facebook-Beitrag stellt keine explizite Behauptung auf, suggeriert jedoch, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 bereits 2013 bekannt gewesen sei. Hier fehlt Kontext, ohne den der Beitrag irreführend sein kann. 

Es gibt viele verschiedene Arten von Coronaviren, von denen einige auch Menschen befallen können. Vier eher harmlose Arten von Coronaviren lösen Erkältungserkrankungen aus und sind dauerhaft verbreitet. Es gab in der Vergangenheit jedoch zwei Coronaviren-Arten, die gefährlicher wurden. Das erste war das SARS-Virus, das 2003 entdeckt wurde. Das zweite war das MERS-Virus, das 2012 erstmals in Saudi Arabien identifiziert wurde.


MERS-Coronavirus war tödlicher als SARS-CoV-2, breitete sich aber nicht stark aus 

Die Berichte von 2013 drehen sich um das MERS-Coronavirus und haben mit der aktuellen Pandemie nichts zu tun. Die WHO warnte 2013 vor MERS, wie die Medienberichte zeigen. 

MERS steht für „Middle East Respiratory Syndrome“. Im Mai 2013, als der Bericht der Ärztezeitung erschien, gab es 44 bestätigte Infektionen in acht Ländern. Die WHO warnte damals, dass das Virus sich weltweit ausbreiten könnte und dass man zu wenig über die neue Krankheit wisse. Auch in Deutschland seien bereits Fälle bekannt, schrieb die Ärztezeitung

Insgesamt gab es laut Robert-Koch-Institut bis Ende 2019 in 27 Ländern mehr als 800 Todesfälle durch MERS. Etwa 35 Prozent aller Infizierten starben. Es breitete sich aber offensichtlich nicht so stark aus wie das aktuelle SARS-CoV-2 Coronavirus. Das RKI schreibt auf seiner Webseite, dass es bezüglich MERS „keine Hinweise auf eine anhaltende, unkontrollierte Mensch-zu-Mensch-Übertragung gibt“.

SARS-CoV-2 wird dagegen sehr einfach von Mensch zu Mensch übertragen. Weltweit hat es bisher nach Angaben der WHO mehr als 115 Millionen Menschen infiziert. Rund 2,6 Millionen Todesfälle wurden dokumentiert (Stand 4. März 2021).

Redigatur: Steffen Kutzner, Till Eckert





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