Wenige Wochen vor Weihnachten heißt es in einem Facebook-Beitrag: Wer „dankeschön“ kommentiert, könne eines von 150 Fahrrädern gewinnen. Diese Chance nutzten offenbar mehr als 500 Personen. Ein Nutzer schreibt: „Nette Initiative.“ Jemand anderes: „Super Aktion.“ Doch das angebliche Gewinnspiel ist fake. Dahinter steckt die gleiche Masche wie bei einem Betrugsversuch, über den wir bereits im vergangenen Monat berichteten.

Unternehmen Zweirad Hackmann warnt vor Fake-Gewinnspielen
Die Facebook-Seite, die das Fake-Gewinnspiel veröffentlichte, heißt „E-Bike“. Sie wurde erst am 30. Oktober 2024 erstellt und hat nur wenige Follower. Obwohl in den Fotos des Facebook-Beitrags der Name „Zweirad Hackmann“ steht, taucht dieser nicht auf der Facebook-Seite auf. Im Reiter „Seitentransparenz“ ist niemand eintragen, der für die Inhalte der Seite verantwortlich wäre.
Eine Google-Suche nach dem Unternehmen „Zweirad Hackmann“ zeigt: Weder auf dessen Webseite noch auf der offiziellen Facebook-Seite gibt es ein solches Gewinnspiel. Das Unternehmen warnte bereits im September 2024 vor Fakes, bei denen der Name des Unternehmens fälschlich genutzt wird.
Eine Facebook-Nutzerin erkannte den Betrug und veröffentlichte eine Bewertung auf der gefälschten Facebook-Seite. Sie schreibt: Das Gewinnspiel sei fake, die Seite dahinter „dubios“.

Gefälschtes Gewinnspiel hat keine Teilnahmebedingungen
Auffällig ist auch, dass der Facebook-Beitrag keine Teilnahmebedingungen enthält. Diese sind jedoch der „rechtliche Kern“ eines Gewinnspiels, wie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main auf ihrer Webseite erklärt.
Wer das Fake-Gewinnspiel kommentiert, erhält eine Nachricht des Seitenbetreibers. Darin heißt es unter anderem: Um zu gewinnen, soll der Nutzer den Facebook-Beitrag in fünf Facebook-Gruppen teilen. Das ist eine typische Masche von Betrügern, über die wir schon häufig berichteten. Sie führt dazu, dass mehr Personen von dem betrügerischen Gewinnspiel erfahren und potenziell daran teilnehmen.

In der Regel folgt eine weitere Nachricht mit Links, die häufig zu einer externen Webseite führen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer dort ihre Daten eingeben, werden diese für Phishing-Versuche genutzt. Das heißt, es können Werbeanrufe oder E-Mails mit Spam folgen. Davor warnt nicht nur die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sondern auch Facebook. Trotz der Warnungen existieren betrügerische Inhalte wie diese jedoch weiter auf der Plattform.
Daran kann man unseriöse Facebook-Seiten erkennen:
- Ist das Facebook-Profil mit einem blauen Haken verifiziert?
- Gibt es ein Impressum?
- Liegt die Follower-Anzahl in einer glaubwürdigen Größenordnung für die Bekanntheit einer Marke oder Person?
- Welche Art von Beiträgen werden auf dem Facebook-Profil veröffentlicht?
- Wann wurde die Seite erstellt?
Redigatur: Matthias Bau, Viktor Marinov
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