In einem Facebook-Beitrag mit mehr als 20.000 Likes heißt es, Taylor Swift habe „das Ende ihrer legendären Show“ angekündigt und erklärt, sie werde nach Kanada ziehen und nie wieder in die USA zurückkehren. Der Grund: Sie wolle nicht dieselbe Luft wie „dieser Idiot“ atmen. Fotos im Beitrag suggerieren, damit meine sie den Tech-Milliardär Elon Musk.
Taylor Swift hatte sich während des US-Wahlkampfes im September 2024 für Kamala Harris und die Demokraten ausgesprochen. Musk, Trump-Unterstützer und zwischenzeitlich „besonderer Regierungsangestellter“, reagierte darauf mit einem sexistischen Beitrag, der für Diskussionen sorgte.
Doch hat Taylor Swift wirklich angekündigt, die USA zu verlassen und nach Kanada zu ziehen?

Keine Belege für Taylor Swifts Ankündigung, nach Kanada umzuziehen
Der Facebook-Beitrag verlinkt auf einen „Sports News Blog“, der sich auf einen angeblichen Live-Stream Swifts in Sozialen Netzwerken beruft, jedoch keine Quellen angibt. Dass Elon Musk für ihren Umzug nach Kanada verantwortlich sei, wird im Text nur noch spekuliert. Außerdem wird behauptet, die „Geschichte“ sei aktuell „in allen Zeitungen ein heiß diskutiertes Thema“. Das stimmt nicht: Es finden sich keine seriösen Medienberichte über die angebliche Ankündigung der Sängerin, nach Kanada zu ziehen. Stattdessen liefern Stichwortsuchen bei Google Faktenchecks und Medienberichte, die die Meldung als Falschnachricht oder pure Spekulation bezeichnen.
Ebenso wenig findet sich eine solche Ankündigung Swifts oder das ihr zugeschriebene Zitat auf ihren offiziellen Kanälen in Sozialen Netzwerken (Instagram, X, Tiktok, Threads, Facebook). Auf unsere Nachfrage beim Management der Sängerin erhielten wir bis zur Veröffentlichung keine Rückmeldung.
Unklar ist auch, was in dem Facebook-Beitrag mit dem „Ende ihrer legendären Show“ gemeint sein soll. Swifts letzte Tournee unter dem Namen „Eras“ endete bereits im Dezember 2024. Fotos aus dem Facebook-Beitrag, auf denen Swift offenbar weint, stammen laut einer Bilder-Rückwärtssuche von einem Auftritt in der kanadischen Stadt Toronto im November 2024.
Wie mehrere englische Faktenchecks zeigen, ist es nicht das erste Mal, dass online die Behauptung kursiert, die Sängerin würde die USA verlassen – meist kursierten die Falschmeldungen in Anspielung auf Donald Trumps Wahlsieg.
Zu dieser Behauptung haben Teilnehmende der Community des CORRECTIV.Faktenforums recherchiert. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für diesen Faktencheck.
Im CORRECTIV.Faktenforum kann sich jeder gegen Falschbehauptungen im Netz engagieren. Mehr zum Projekt, den Veranstaltungen und den Beteiligungsmöglichkeiten unter www.faktenforum.org.
Redigatur: Gabriele Scherndl, Steffen Kutzner
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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