Politik

Video zeigt nicht, wie Dänemarks Politiker über Trumps Grönland-Forderung lachen

In einem viralen Video soll zu sehen sein, wie im dänischen Parlament wegen Trumps Grönland-Forderung Gelächter ausbricht. Doch die Szene spielte sich bereits vor Jahren ab und hat einen völlig anderen Hintergrund.

von Max Bernhard

Mette Frederiksen and Jens-Frederik Nielsen in Nuuk
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen und der Regierungschef Grönlands, Jens-Frederik Nielsen, bei einem Besuch in der grönländischen Hauptstadt Nuuk am 23. Januar 2026. Ein altes Video, das unter anderem Frederiksen lachend im dänischen Parlament zeigt, wird aktuell in falschem Kontext verbreitet. (Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix / Picture Alliance)
Behauptung
Ein Video zeige, wie im dänischen Parlament Gelächter ausbricht, als die Abgeordneten erfahren, dass US-Präsident Donald Trump fordert, Grönland solle künftig zu den USA gehören.
Bewertung
Falsch. Das Video stammt von 2019. Damals lachten dänische Politikerinnen und Politiker im Parlament über einen Bericht der Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zu erworbenen Zirkuselefanten. Trump wurde nicht erwähnt.

US-Präsident Donald Trump hat 2025 keinen Friedensnobelpreis verliehen bekommen – indirekt nannte er das als einen der Gründe für seine aktuelle Forderung nach der Insel Grönland. In einer Rede beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos im Januar 2026 nannte er das autonome dänische Territorium mehrmals „Island“. Das sorgte zum Teil für Spott.

Passend dazu verbreitet sich in Sozialen Netzwerken Ende Januar ein Video auf Instagram: Es zeigt, wie im dänischen Parlament Gelächter ausbricht – angeblich als Reaktion auf Trumps Forderung nach Grönland. Auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist darin kichernd zu sehen. Dazu heißt es im Video auf Englisch: „Das Parlament in Dänemark als es hörte, dass Trump mit einer Invasion Grönlands gedroht hat, weil er den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat.“

Auf Deutsch kursiert seit Dezember 2025 ein ähnliches Tiktok-Video. Die Beiträge erreichten über vier Millionen Aufrufe. Der abgebildete Zusammenhang ist aber falsch. Das Gelächter brach 2019 in anderem Kontext aus.

In einem viralen Video sind kichernde dänische Politikerinnen und Politiker zu sehen – anders als behauptet, hat das jedoch nichts mit Donald Trump zu tun (Quelle: Tiktok; Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Video stammt von 2019 und zeigt Abgeordnete in Dänemark, die über Zirkuselefanten lachen 

Eine Bilder-Rückwärtssuche führt zu einem Artikel des Senders Euronews mit dem Titel „Video. Gelächter im dänischen Parlament – Regierung kauft Elefanten“. Darin ist dieselbe Szene sichtbar. Laut dem Artikel vom 10. Oktober 2019 hatte Frederiksen in der Parlamentssitzung darüber berichtet, dass die dänische Regierung aus Tierschutzgründen vier Zirkuselefanten gekauft hatte, sowie ein Kamel, das mit einem der Elefanten befreundet sei.

Wegen dieser Anekdote sei dann im Parlament Gelächter ausgebrochen, wie auch deutsche Medien 2019 berichteten. In den Videos auf Instagram und Tiktok fehlen die Sekunden, in denen Frederiksen die Namen vorliest, bevor sie lachen musste: Die Elefanten heißen Ramboline, Lara, Djunga und Jenny, das Kamel Ali – Donald Trump wurde nicht erwähnt.

Ein Artikel von Euronews zeigt: Die Szene aus den Social-Media-Videos spielte sich 2019 ab und hat nichts mit US-Präsident Donald Trumps Grönland-Forderung zu tun (Quelle: Euronews; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Hintergrund ist, dass Dänemark 2018 Wildtiere im Zirkus verboten hatte. Inzwischen leben die vier Elefanten laut einem Medienbericht in einem Gehege in Knuthenborg, Dänemark. Ali, das Kamel, lebte bis zu seinem Tod 2021 auf einer Kamelfarm.

Wie eine Google-Suche zeigt, war dasselbe Video schon im März 2025 in einen falschen Kontext gesetzt worden. Damals berichteten bereits mehrere Faktencheck-Redaktionen auf Englisch.

Redigatur: Sara Pichireddu, Kimberly Nicolaus

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