Foto von Busfahrer ohne Maske hat keinen Bezug zu Hantavirus
Ein Foto eines Busfahrers ohne Maske und Schutzkleidung verbreitet sich online in falschem Kontext. Der Fahrer transportierte keine Passagiere nach Ausbruch des Andes-Hantavirus, sondern zu Beginn der Corona-Pandemie.
Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hat es Anfang Mai drei Tote gegeben. Bei dem Virus handelt es sich um die Andes-Variante, die von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) gibt es weltweit elf Andes-Virus-Fälle, neun davon sind bestätigt, bei zwei Fällen handelt es sich um einen Verdacht (Stand: 21. Mai 2026). In Deutschland sind laut Bundesgesundheitsamt sechs Kontaktpersonen in Quarantäne, jedoch ohne Symptome (Stand: 19. Mai 2026).
Vor diesem Hintergrund kursieren in Sozialen Netzwerken Verschwörungsmythen und mehrere Falschbehauptungen. Darunter auch ein Foto, das angeblich einen Busfahrer zeigen soll, der ohne Schutzkleidung und Maske bei der Evakuierung der „Hondius“-Passagiere hilft. Manche sehen darin einen Beleg für eine angebliche Inszenierung des Virus-Ausbruchs. Die Behauptung verbreitet sich auch auf Französisch und Spanisch.

Foto zeigt Busfahrer in England zu Beginn der Corona-Pandemie
Eine Bilder-Rückwärtssuche zeigt, dass das Foto alt ist. Laut Eintrag in der Bilderdatenbank Getty Images wurde es von dem Fotografen Leon Neal am 31. Januar 2020 in England aufgenommen.
Der Busfahrer namens Andy Simonds fuhr damals Menschen, die nach dem Coronavirus-Ausbruch aus Wuhan, China, evakuiert wurden, von einer Luftwaffenbasis nahe Oxford in das Arrowe Park Krankenhaus bei Liverpool. Dort kamen sie unter Quarantäne.
Schon damals sorgte das Foto für Diskussionen, wie die BBC berichtete. Simonds erklärte in einem Interview 2025: In dem Moment der Fotoaufnahme habe er sich nur auf die Straße konzentriert. „Auf beiden Seiten standen Medienvertreter und Paparazzi, und überall blitzten die Blitzlichter“, so Simonds. Die Fahrgäste hätten ganz hinten im Bus gesessen und Simonds soll ein Fenster geöffnet haben. „Obwohl es viele Fragen gab – warum trägt er keine Maske? – sahen wir kein Risiko“, sagte er gegenüber der BBC.
Risiko durch Andes-Hantavirus für Allgemeinbevölkerung gering
Mit dem Coronavirus oder mit Influenza ist das Andes-Hantavirus laut Fachleuten nicht vergleichbar. Eine Ansteckung sei bei engem Kontakt in seltenen Fällen möglich, heißt es seitens des Robert-Koch-Instituts. Das Risiko durch das Andes-Hantavirus werten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das ECDC für die Allgemeinbevölkerung als „gering“ oder „sehr gering“.
Redigatur: Steffen Kutzner, Paulina Thom
CORRECTIV im Postfach
Lesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser können. Täglich im CORRECTIV Spotlight.
Mit der Anmeldung willigen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung ein.