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Ampel vor Berliner Club „Wilde Renate“ nicht wegen Juni-Hitze geschmolzen
Die heißen Temperaturen Ende Juni beschädigten teilweise die Verkehrsinfrastruktur. Ein virales Video einer geschmolzenen Ampel in Berlin hat aber einen anderen Hintergrund.
Der Deutsche Wetterdienst hat die heißen Temperaturen Ende Juni als „historisch“ eingestuft. Demnach gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie so früh im Sommer eine solch lange Hitzewelle in Deutschland – und die führte zu Hitzeschäden.
So wölbte sich der Beton auf den Autobahnen und Fahrspuren mussten gesperrt werden. In Leipzig war die Fugenmasse der Gleise geschmolzen, sodass der Straßenbahnverkehr zeitweise komplett eingestellt werden musste.
Ein Video mit über zwei Millionen Aufrufen in Sozialen Netzwerken soll belegen, dass wegen der Hitze auch eine Ampel in Berlin geschmolzen sei.
Ampeln verformen sich laut zuständigem Unternehmen in Berlin erst ab etwa 100 Grad Celsius
Die Rückseiten der Ampeln wirken im Video eingedrückt und die Verformung des Materials deutet tatsächlich auf eine Schmelzung hin. Das Video lässt sich an der Kreuzung Markgrafendamm/Alt-Stralau in Berlin-Friedrichshain verorten.

Das in Berlin für Lichtsignalanlagen zuständige Unternehmen Infra Signal schreibt auf Anfrage dazu: „Signalgeber bestehen aus massivem Kunststoff.“ Erst ab Temperaturen von etwa 100 Grad Celsius könne es zu Verformungen kommen.
Ursache für Verformung der Ampel war Brand im Berliner Club „Renate“
Laut Infra Signal ist der Schaden auf einen Brand im Club „Renate“ zurückzuführen. Der liegt an derselben Straßenecke wie die Ampel. Im Juni 2025 brannte der Außenbereich der „Renate“. Zu dem Zeitpunkt war der Club geschlossen, es wurden keine Personen verletzt.
Auch die Verkehrssenatsverwaltung in Berlin nennt uns gegenüber als Ursache für die verformte Ampel den Brand im Sommer 2025. Zudem zeugen Videoaufnahmen davon, dass das Feuer sehr nah an der Ampelanlage brannte.
Im April 2026 war Infra Signal nochmals vor Ort und machte Fotos der Ampel. Die Aufnahmen liegen uns vor. Eine Auswertung der Metadaten bestätigt das Aufnahmedatum, was ein weiterer Beleg dafür ist, dass die Verformung bereits vor der Hitze im Juni 2026 sichtbar war.
Geschmolzene Ampel mittlerweile ersetzt – Hitze soll „maßgebliche Rolle“ für andere Ausfälle spielen
Inzwischen steht die verformte Ampel nicht mehr an der Kreuzung. Der Verkehr wird über eine Ersatz-Ampelanlage geregelt, wie CORRECTIV.Faktencheck am 1. Juli vor Ort feststellte.
Laut Angaben von Infra Signal kommt es in Berlin etwa zu zehn Ampelausfällen pro Tag. Am Hitze-Wochenende vom 27. und 28. Juni 2026 habe es pro Tag etwa dreimal so viele Ausfälle gegeben. Angesichts der Häufung gehe man davon aus, dass die hohen Temperaturen eine „maßgebliche Rolle“ spielten.
Redigatur: Sophie Timmermann, Steffen Kutzner
Mitarbeit: Nadia Westerwald
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