Politik

Gefälschte Jobanzeige: Nein, das BAMF sucht keine Statisten für Demonstrationen gegen rechts

Eine Facebook-Nutzerin veröffentlicht das abfotografierte Bild einer vermeintlichen Stellenanzeige des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge. Die Behörde suche „Statisten“ für Demonstrationen und Abschiebungen. CORRECTIV hat recherchiert.

von Simon Wörz

StatistenBAMF
Die Stellenanzeige ist eine Fälschung (Screenshot CORRECTIV)
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Die Anzeige ist eine Fälschung. Das BAMF sucht keine Statisten für Demos gegen rechts und Proteste gegen Abschiebungen.

Am 15. März 2019 teilte eine Nutzerin auf Facebook das Bild einer vermeintlichen Stellenanzeige des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Bei dem Foto handelt es sich dem Anschein nach um einen abfotografierten Bildschirm, der die Jobausschreibung einer Zeitung zeigt. Im Wortlaut steht geschrieben: „Wir stellen ein: Statisten m/w. Für Bild- und Videoaufnahmen suchen wir korpulente Personen (m/w) für Demonstrationen gegen rechts und Proteste gegen Abschiebungen.

In dem Inserat heißt es außerdem: „Vergütung: Mindestlohn plus Zulagen, Reisekosten und Verpflegung“. Das Bild wurde 534 Mal auf Facebook geteilt.

Die Stellenanzeige ist eine Fälschung (Screenshot CORRECTIV)

Das BAMF distanziert sich von der Stellenanzeige

Auf Anfrage von CORRECTIV dementierte Natalie Bußenius, Pressesprecherin des BAMF, die vermeintliche Anzeige. „Das Bundesamt distanziert sich von dieser in den sozialen Medien kursierenden Stellenanzeige, in der Statisten für einen Videodreh gesucht werden. Bei der Anzeige handelt es sich um eine Fälschung. Es gab und gibt auch keine ähnlichen Stellenanzeigen des Bundesamts für Statisten.“

Die Antwort des BAMF auf die Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck (Screenshot CORRECTIV)

Der österreichische Faktencheck-Verein Mimikama hat das Bild bereits im März 2017 überprüft und ebenfalls als Fälschung bewertet. Nach den Recherchen des Vereins wurde das Bild erstmals am 3. März 2017 auf dem Twitter-Account Daily Fake News geteilt. Dieser wurde aber in der Zwischenzeit gesperrt, ehe im Juni 2018 ein neues Konto unter dem gleichen Namen auf Twitter eröffnet wurde. Das Bild findet sich dort nicht mehr.

Der eingebettete Tweet auf der Webseite von Mimikama zeigt noch dessen Inhalt, ist aber nicht mehr abrufbar (Screenshot CORRECTIV)

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