Die Bundesregierung will die deutsche Bevölkerung im kommenden Jahr über die sogenannte hybride Kriegsführung durch Länder wie Russland oder China aufklären. Dafür wird derzeit der zentrale Krisenratgeber überarbeitet. Das teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe CORRECTIV auf Anfrage mit.
Es handelt sich um eine Broschüre, die auf bestehende Gefahren hinweist und Verhaltenstipps gibt. Nun sollen auch die Auswirkungen von verdeckten Angriffen auf Deutschland dazu gehören: Deutsche Sicherheitsbehörden warnen seit Monaten zunehmend vor hybrider Bedrohung oder Kriegsführung aus Russland und China. Gemeint sind damit gezielte Cyberangriffe, Spionage, Abhöraktionen, das Streuen von Desinformation, aber auch Sabotage und Brandanschläge bis hin zum Einsatz von Auftragskillern.
Experten sprechen von einer „Grauzone“. Es handelt sich formell nicht um kriegerische Angriffe; Gegner sollen stattdessen aus dem Verborgenen heraus geschwächt werden. Bisher hat das Bundesinnenministerium über das Phänomen beispielsweise auf der Webseite informiert, für Landesministerien und Kommunen gibt es eine Broschüre. Die deutsche Bevölkerung selbst wurde bislang nicht direkt adressiert oder mit Verhaltenstipps ausgestattet. Das soll sich nun ändern.
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Zentraler Krisenratgeber wird „grundlegend überarbeitet“
Im „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“, einer Broschüre, die seit 2013 in der aktuellen Version herausgegeben wird, werden unter anderem konkrete Empfehlungen zur Bevorratung von Lebensmitteln und Getränken, dem Anlegen einer Hausapotheke oder die Vorbereitung eines Notgepäcks gegeben.
Unter den Krisensituationen werden bislang etwa Hochwasser, Starkregen, Stromausfälle oder Hitze aufgeführt. „Grundsätzlich gilt, dass all die Vorsorgemaßnahmen in verschiedenen Notsituationen hilfreich sind, auch in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall“, sagte eine Sprecherin des Bundesamts gegenüber CORRECTIV.
Nun wird der Ratgeber „grundlegend überarbeitet“, teilt die Behörde gegenüber CORRECTIV mit. Die Inhalte sollen stärker auf „die Informationsbedarfe und Lebenswelten der Bevölkerung“ abgestimmt werden. Insbesondere sollen nun auch die Auswirkungen von „hybriden Bedrohungen“ aufgenommen werden. Erscheinen soll der neue Ratgeber in der ersten Jahreshälfte 2025 in Deutsch, Englisch, leichter Sprache und Gebärdensprache.
Aufgrund der Bedrohungslage haben zuletzt Schweden, Finnland und Norwegen Broschüren an die Bevölkerung verschickt, in denen die Länder über das richtige Verhalten im Kriegsfall aufklären.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.
