Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters
Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, Sie hatten ein schönes und erholsames Wochenende. Bei uns von CORRECTIV war einiges los: Unser Theaterstück „Dat Wasser vun Kölle“ feierte im Schauspiel Köln vor ausverkauftem Haus Premiere und wir waren mit einer ganzen Reihe Leute vor Ort. 

Ich war auch da und fand das Stück richtig spannend. Theater-Autor Calle Fuhr hat schon viele Theaterstücke auf CORRECTIV-Grundlagen geschrieben, diesmal hat er einen Krimi aus unserem Stoff gebaut – und der Plot ist deutlich besser als so mancher „Tatort“. Hier geht es zu den nächsten Terminen.

Im Thema des Tages geht es heute um teures Wohnen: Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) will versuchen, es jetzt günstiger zu machen.

Außerdem im SPOTLIGHT: Die neue Cartoon-Arena startet! Thema diese Woche – von Ihnen ausgewählt: Sind wir Deutschen zu faul, wie es einige Politiker sagen?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend – und schreiben Sie mir gern, welche Themen Sie besonders bewegen: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: Kampf gegen Wucher-Mieten

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Cartoon-Arena: Arbeitszeit-Debatte – sind wir zu faul?

Faktencheck: Video zeigt nicht Kurden auf dem Weg nach Rojava, sondern entstand in Usbekistan

Gute Sache(n): Diskussion um Altersgrenze für soziale Netzwerke • „Regenbogenkiez“: Berliner U-Bahn Haltestelle bekommt Zusatzschild • Politische Botschaften bei Sport-Events

CORRECTIV ganz persönlich: Was wir von Neuntklässlern über KI lernen können

Grafik des Tages: Die größten Risiken für Deutschland

Was hat Hubig vor?
Sie will Mieterinnen und Mieter besser vor Abzocke auf angespannten Wohnungsmärkten schützen, also vor allem in Großstädten. 

Und zwar vor allem in zwei Bereichen:
Zum einen geht es um möblierte Wohnungen. Bisher ist in Wohnungsinseraten oft nicht klar: Wie hoch ist die eigentliche Miete für die Wohnung – und wie viel verlangt der Vermieter für die Möblierung? Diese Intransparenz soll laut dem Gesetzentwurf, den Hubigs Ministerium am Wochenende an Bundesländer und Verbände zur Beratung geschickt hat, bald nicht mehr erlaubt sein.

Ein fairer Aufpreis für eine vollständige Möblierung laut dem Gesetzentwurf: fünf Prozent der Nettokaltmiete.

Zum anderen geht es um Kurzzeit-Vermietungen von Wohnungen: Bisher dürfen die Vermieterinnen und Vermieter bei solchen Kurzzeitvermietungen mehr Geld nehmen als bei dauerhaften Vermietungen – sie müssen sich hier nicht an der Mietpreisbremse orientieren.

Künftig soll eine zeitliche Begrenzung gelten, damit die Kurzzeit-Vermietungen von der Mietpreisbremse ausgenommen sein dürfen, nämlich sechs Monate. Und es muss einen Grund auf Seiten des Mieters geben, weshalb er nur vorübergehend eine Wohnung braucht – zum Beispiel ein Praktikum in einer anderen Stadt.

Ministerin Hubig am vergangenen Wochenende bei einem SPD-Termin. Quelle: picture alliance / Andreas Gora | Andreas Gora

Weshalb ist das ein Thema für die Justizministerin?
Weil sie auch Ministerin für Verbraucherschutz ist. Schon seit 2013 sind beide Bereiche im selben Ministerium angesiedelt.

Wie angespannt ist denn der Mietmarkt?
Darum wird es bei uns in den kommenden Tagen ausführlich gehen. Vorab schon mal dies: Vor allem in Berlin sind Wohnungsinserate zum Teil so unverschämt, dass es schon wieder lustig ist – Stichwort Nudisten-WG. Einen unterhaltsamen Überblick gibt es zum Beispiel hier.

Gesundheitssystem: SPD plant Abgaben für Kapital- und Mieteinkünfte 
In der aktuellen Debatte um die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems fordert die SPD nun Gesundheitsausgaben für alle Einkommensarten. Neben Löhnen und Gehältern würden dann zum Beispiel auch Kapitalerträge oder Mieteinkünfte berücksichtigt. Die Union lehnt die Forderung der SPD klar ab und  betont: „Der Vorschlag wäre ein fatales Zeichen und ein Blankoscheck für ein ‚Weiter so‘.“
zdfheute.de

Präsidentschaftswahl in Portugal: Sozialist Seguro gewinnt die Wahl 
Der Sozialist António José Seguro gewann die Stichwahl zur Präsidentschaft deutlich mit 67 Prozent. Der rechtsextreme André Ventura erreichte nur 33 Prozent. In vielen Ländern Europas war die Stichwahl mit Sorge vor einem weiteren Rechtsruck in der EU beobachtet worden. 
zeit.de

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So geht’s auch
Die Berliner U-Bahn-Haltestelle Nollendorfplatz wird mit dem Zusatzschild „Regenbogenkiez“ ergänzt. Der Platz gilt als Zentrum der queeren Community in Berlin. Das Zusatzschild soll ein Zeichen für Akzeptanz und Vielfalt setzen und Touristinnen und Touristen helfen, den Regenbogenkiez leichter zu finden. Seit 2014 leuchtet die Kuppel der U-Bahn-Station nachts in Regenbogenfarben.
tagesspiegel.de

Fundstück
Wenn Sport politisch wird: Beide Mega-Ereignisse der letzten Tage wurden zum Schauplatz für deutliche Kritik an der US-Regierung. Zur Halbzeitshow des Musikers Bad Bunny beim diesjährigen Super Bowl präsentierten Fahnenträger nicht nur die amerikanische Flagge, sondern auch die Flaggen zahlreicher nord- und südamerikanischer Länder. Die Botschaft: „Gemeinsam sind wir Amerika“. Auch bei Olympia äußerten einige US-Sportlerinnen und -Sportler ihre Unzufriedenheit über die Politik der Trump-Regierung. Und US-Vizepräsident J. D. Vance wurde bei der Eröffnungsfeier am Freitag vom Publikum sogar ausgebuht. Davon war jedoch im amerikanischen Fernsehen nichts zu hören. 
tagesschau.de / fr.de


An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Sebastian Haupt, Pamela Kaethner, Jule Scharun und Dilara Schwidder.