Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters
Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser,

Künstliche Intelligenz ist ein Thema, das in den Nachrichten mittlerweile enorm präsent ist; ständig geht es darum, wie die Computerleistungen unsere Arbeitswelt verändert – oder welche Bilder und Videos sich damit manipulieren lassen. Vielleicht sind gerade Ältere unter Ihnen genervt und denken, das Ganze habe mit Ihrem Alltag doch nichts zu tun.

Genau das ist der Startpunkt für unser neues Rechercheprojekt. Reporterin Samira Joy Frauwallner schaut sich an, wie viele KI-Rechenzentren momentan in Deutschland geplant werden – und was diese Bauvorhaben für deren Anwohner bedeuten. Mehr dazu im Thema des Tages.

Gestern hatte unser Nachrichtenteam enthüllt, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Genehmigungen für Integrationskurse auf Eis gelegt hat. Jetzt hat sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung eingeschaltet, Natalie Pawlik (SPD). Sie kritisiert das BAMF (und den verantwortlichen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt) wegen der Blockade deutlich. Pawlik sagte der Frankfurter Rundschau:

„Wer hier kürzt, nimmt langsamere Integration billigend in Kauf. Das ist gesellschaftspolitisch falsch und für den Arbeitsmarkt fatal.“

Wir beobachten die Entwicklung für Sie weiter.

Jetzt noch ein anderes Thema, das enorm wichtig für das Funktionieren unserer Demokratie ist: Wir von CORRECTIV haben ja kürzlich gegen das Kanzleramt geklagt, damit es die Schröder-Kanzlerakten wieder beschafft. Der Altkanzler hatte sie bei seinem Ausscheiden einfach mitgenommen.

Jetzt habe ich mir DEN Experten dazu zum Videointerview eingeladen: den Chef des Bundesarchivs, Michael Hollmann. Was er als Wächter über Deutschlands Akten zu dem Vorgang sagt, sehen Sie hier.

In der heutigen „Leserfrage der Woche“ – ab sofort immer donnerstags – geht es um den Komplex „Sind wir Deutschen zu faul?“. Die Frage, um die es nun geht, hatten mir gleich eine ganze Reihe von Ihnen geschickt.

Zu guter Letzt: Wir verlosen Tickets für unsere Theater-Premiere am Sonntag in Köln, Thema dreckiger Rhein. Hier können Sie bis morgen noch teilnehmen.

Schicken Sie mir gern Ihre Recherche-Hinweise: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: KI-Zentren in unserer Nachbarschaft

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Leserfrage der Woche: Wie häufig fehlen unsere Politiker im Parlament?

CORRECTIV.Faktenforum: Deutsche Bundesbank will aktuell kein Gold aus den USA abziehen

Gute Sache(n): Abrüstungsvertrag „New Start“ läuft heute aus – wie es nun weitergeht • Dorfbevölkerung schützt Vembanad-See • Das Kult-Spiel Moorhuhn

CORRECTIV ganz persönlich: Der Mord am Journalisten Ján Kuciak war für mich keine bloße Meldung, sondern persönlich

Grafik des Tages: Abhängig von US-LNG-Gas? So lange gelten die Verträge

Die Gemini-App (also das Google-Pendant zu ChatGPT), der man alle möglichen Fragen stellen oder sich Bilder generieren lassen kann, nutzen laut Google schon heute mehr als 750 Millionen Menschen weltweit.

Für viele Menschen hierzulande klingt das alles weit weg, und diese Riesenzahlen kann der menschliche Verstand ja ohnehin kaum fassen.

Wie Recherchen den Wandel begleiten können:
Wir bei CORRECTIV haben uns in den vergangenen Monaten viele Gedanken dazu gemacht: Was hat das alles mit unserem Leben zu tun – und wie können wir die KI-Revolution sinnvoll mit Recherchen begleiten?

Unsere Reporterin Samira Joy Frauwallner schaut sich das Thema KI schon seit einiger Zeit genauer an. Sie verfolgt, welche Chancen und Gefahren Künstliche Intelligenz birgt – kürzlich schrieb sie im SPOTLIGHT über das gar nicht witzige Hobby vieler Nutzer auf der Plattform X, aus Fotos von echten Menschen künstliche Nacktfotos zu generieren – mit Hilfe der X-KI Grok.

Jetzt starten wir ein neues Rechercheprojekt:
Wir wollen mit Ihrer Hilfe herausfinden: Wie betrifft es Sie als Anwohnerinnen und Anwohner von geplanten KI-Rechenzentren in Deutschland, dass überall im Land bald diese Stromfresser gebaut werden? Zum Beispiel in München, dort hat gestern ein gewaltiges KI-Rechenzentrum den Betrieb aufgenommen.

Wir sammeln Hinweise, die Sie vielleicht schon von Ihrer Stadt oder Gemeinde bekommen haben, zum Beispiel: Werden neue Straßen zu den Rechenzentren gebaut? Werden sie dazu führen, dass Privathaushalte demnächst ihren Wasserverbrauch einschränken müssen?

Wenn Sie jetzt schon Hinweise haben, können Sie diese hier in unserem Crowdnewsroom hinterlassen. Und hier geht es zu unserem ersten Text in dieser Reihe – in dem wir erklären, um wie viele KI-Rechenzentren es geht und wo sie stehen oder gebaut werden.

Erneute Warnstreiks in vielen Städten
Auch heute gab es in vielen Städten erneut Warnstreiks, diesmal nahmen daran Beschäftigte von Unikliniken, Hochschulen aber auch Kindertagesstätten teil. In Hamburg waren es nach Verdi-Angaben 3.000 Demonstrierende. Sie fordern sieben Prozent mehr Lohn und mindestens 300 Euro zusätzlich von den Ländern. Die nächste Tarifverhandlung findet in rund einer Woche statt. 
ndr.de

Wintersturm in Portugal und Spanien richtet verheerende Schäden an 
Durch zwei Atlantiktiefs wurden Teile Portugals und Spaniens von starkem Wind und Regen überzogen. Die Stürme verursachten erhebliche Schäden und forderten bereits mehrere Menschenleben. In Portugal beläuft sich der bereits entstandene Schaden auf vier Milliarden Euro. 
zeit.de

Symbolbild Leserfrage der Woche

Weniger Teilzeit, mehr Wochenarbeitszeit, weniger Krankmeldungen – die Debatte um die Arbeitszeiten läuft auf Hochtouren. Doch auch mancher Politiker, der aktuell besonders laute Forderungen stellt, stand seinerseits schon in der Kritik. Zum Beispiel Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident fehlte beispielsweise im Jahr 2022 ganze 25 Mal bei den insgesamt 30 Landtagssitzungen. Die SPD forderte daher anschließend von Söder eine Rückzahlung von 42.000 Euro, da er dennoch für die versäumten Sitzungen bezahlt wurde. Allerdings vergeblich. 

Auch für die Abgeordneten im Deutschen Bundestag ist die Frage der Anwesenheit häufiger Thema. Das Spartenmagazin Politik & Kommunikation erklärt: „48 Sitzungen hat der neugewählte Bundestag seit der ersten Sitzung am 25. März abgehalten. Bis zum 5. Dezember sammelten die Abgeordneten insgesamt 1.424 Fehltage, die nicht unter den Mutterschutz oder parlamentarische Reisen fallen. Das ergab unsere Auswertung der Plenarprotokolle.“ Seit dem 1. November wird das Fehlen im Bundestag allerdings härter bestraft. Demnach „beträgt die Kürzung 300 Euro (vorher: 200 Euro) bei unentschuldigter Nichteintragung, 200 Euro bei entschuldigter Nichteintragung (vorher: 100 Euro) und unverändert 20 Euro bei Krankenhausaufenthalt oder Arbeitsunfähigkeit“. 

So geht’s auch
Selbstorganisation, um ein Ökosystem zu retten: Der Vembanad-See im indischen Bundesstaat Kerala beherbergt die Black-Clam-Muscheln, deren Fischung für viele Menschen im Dorf als Lebensgrundlage dient. Doch durch Überfischung, Plastikmüll und einen Damm, der den Salzgehalt des Wassers beeinflusst, verändert sich das Ökosystem. Das Ergebnis: Die Muschelernte geht zurück. Die Dorfbevölkerung geht nun dagegen vor, indem sie Müllsammelaktionen organisiert und die Wasserqualität überprüft. Zudem helfen NGOs dabei, nachhaltige Methoden einzuführen.
dw.com

Fundstück
Der Moorhuhn-Hype: Kleine Vögel abschießen, Punkte sammeln und dabei stundenlang die Zeit vergessen. Ende der 1990er Jahre wurde das Spiel millionenfach auf deutschen Rechnern heruntergeladen. „Einige Chefs befürchteten, dass Mitarbeiter Stunden mit der fröhlichen Jagd nach den bunten Hühnern verbringen und ihren Job vernachlässigen würden“, schrieb eine Zeitung.  Dann der Skandal: Wegen Bilanzmanipulationen wurden die Macher des Spiels zu Haftstrafen verurteilt. Moorhuhn aber gibt es bis heute – auch in Nachfolgevariationen. Wenn Sie in alten Erinnerungen schwelgen möchten, können Sie das Spiel online ausprobieren. 
wiwo.de


An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Jule Scharun und Dilara Schwidder.