
Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.
Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen zurück in unserer kostenlosen Tageszeitung per E-Mail – und Ihnen allen ein frohes und gesundes neues Jahr!
Wir starten heute mit einem Thema des Tages, in dem wir einordnen, weshalb die Entführung von Venezuelas Staatspräsident durch die Trump-Regierung auch für uns in Europa beunruhigend ist.
Außerdem haben wir heute eine Einordnung zu den großen Protesten im Iran veröffentlicht: Was ist da los, warum wird protestiert – und stecken auch Unruhestifter im Auftrag des Staats dahinter? Das steht in diesem Text.
Und nun eine wichtige Ankündigung (Trommelwirbel): Wir gehen in die nächste Runde der SPOTLIGHT-Cartoon-Arena! Erinnern Sie sich? Im Herbst hatten wir die Testwoche gestartet. Die Idee:
- Sie, die Leserinnen und Leser, stimmen über EIN gemeinsames Thema ab, um das sich die Karikaturen der nächsten Woche drehen sollen.
- Fünf kreative Zeichnerinnen und Zeichner machen sich Gedanken über den bissigsten, witzigsten, treffendsten Bilderwitz zu diesem Thema. Montag bis Freitag erscheint jeweils eine Karikatur hier im SPOTLIGHT und auf unserem CORRECTIV-Instagram-Kanal.
- Am Ende der Woche küren Sie die Gewinnerin oder den Gewinner – und Sie können dabei an einer Verlosung teilnehmen.
Warum das Ganze? Wir wollen dem politischen Cartoon wieder die Aufmerksamkeit verschaffen, die er verdient – denn Karikaturen sind eine der wichtigsten politischen Ausdrucksformen, die uns als Medien zur Verfügung stehen, um die Demokratie zu erhalten und zu stärken.
Dies sind die drei Themen, zwischen denen Sie abstimmen können (ab sofort bis morgen Mittag):
- Preppen für den Ernstfall – und den Stromausfall
- Staatspräsidenten entführen
- Drohnen-Sichtungen über Europa
Danke für Ihre Mithilfe! Stimmen Sie hier ab, welches der drei Ihr Lieblingsthema ist.

Und wenn Sie andere Dinge haben, die Sie bewegen, dann schreiben Sie mir: anette.dowideit@correctiv.org.
Thema des Tages: Staatschefs entführen ≠ Kavaliersdelikt
Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste
Neueste CORRECTIV-Recherchen: Iran: Proteste in 28 Provinzen – Hintergründe und Einordnung
Faktencheck: Videos ansehen und Geld verdienen? Diese Option gibt es nicht auf Tiktok
CORRECTIV ganz persönlich: Klimapolitik – Hoffnung trotz bitterer Bilanz 2026
Die Trump-Regierung in den USA hat Venezuela militärisch angegriffen und dessen Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau festgenommen und außer Landes gebracht.

In der Berichterstattung geht nun einiges durcheinander und mancherorts liest und hört man, das sei doch irgendwie ok, weil Maduro im Grunde einfach ein Drogenboss sei und von vielen Staaten – zum Beispiel Deutschland – gar nicht als Staatschef anerkannt werde. Außerdem müsse Trump ja gegen die Drogenschwemme aus Venezuela vorgehen und dann seien da noch die Rohstoffe (Öl), von denen die Welt nun profitieren könne. Also ein paar Einordnungen:
Durfte Trump das?
Nein. Die Antwort ist eindeutig. Mit Militärmacht in einen anderen, souveränen Staat hineinzugehen und dort den Staatschef einzukassieren, ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Völkerrecht.
Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen besagt:
„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
Was bedeutet das?
Dass man sich auch, wenn man einen Staatschef (zu Recht) für einen Schurken hält, nicht in dessen Souveränität einmischen darf. Das Recht, den Staatschef abzusetzen, hat nur das Volk eines Landes selbst.
Weshalb unsere Bundesregierung sich nicht klarer positioniert hat:
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte in einem Statement: „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex.“ Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte, es gebe „verschiedene Aspekte zu berücksichtigen“.
Das verwundert, weil die rechtliche Lage wie oben geschrieben ja eindeutig ist. So sehen es auch die meisten prominenten Stimmen beim Koalitionspartner SPD (und auch bei den Oppositionsparteien Grüne und Linke).
Dort weist man darauf hin, dass die Trump-Aktion Tür und Tor auch für andere mächtige Staaten öffnen könnte, ebenfalls mit dem Militär in fremde Staaten einzufallen und dort Staatschefs festzunehmen. Wenn die USA das Völkerrecht nicht mehr ernst nehmen – warum sollte zum Beispiel Russland sich noch daran halten?
Was sagt denn Russland dazu?
Offiziell nichts, aber Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew – ein Gefolgsmann von Wladimir Putin und Scharfmacher gegen den Westen – sagte jetzt in einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass:
Er könne sich ähnliche Entführungsaktionen durchaus vorstellen. Zum Beispiel gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Oder auch gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Und andere Staaten?
Wenn die USA sich so offensichtlich nicht mehr ans internationale Völkerrecht halten, so erwarten einige Beobachter, könnte sich zum Beispiel auch China eingeladen fühlen, einen Militäreinsatz in Taiwan zu starten.
Dies erscheint insofern als reale Gefahr, weil China schon in der Vergangenheit immer wieder militärische Provokationen gegen Taiwan gestartet hat – etwa vergleichbar mit Russland und der Ukraine. Gerade erst Ende Dezember hatte China wieder eine neue Militäroperation vor Taiwan gestartet.
Unternimmt also nun jemand etwas gegen die Aktion der USA?
Bisher nicht erkennbar. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb auf der Plattform X: Die EU sei „in engem Austausch“ mit den USA und wolle den „Dialog aller beteiligten Parteien“ fördern.
Klingt zahnlos, aber was soll die EU auch tun? Sanktionen gegen die USA verhängen? Wie sehen Sie es: Wie sollte sich die EU nun verhalten, und wie Deutschland? Schreiben Sie mir: anette.dowideit@correctiv.org.
Vize-Ministerpräsident in Brandenburg verlässt BSW
Brandenburgs ehemaliger BSW-Chef Robert Crumbach verlässt die Partei und wechselt zur SPD. Bereits im November hatten vier Landtags-Abgeordnete das Bündnis Sahra Wagenknecht verlassen. Für das Regierungsbündnis aus SPD und BSW könnte der Schritt Folgen haben, rechnerisch wäre wohl auch eine rot-schwarze Mehrheit denkbar.
rbb24.de
Anschlag auf Berliner Stromnetz: Suche nach Verantwortlichen
Eine linksextreme Gruppe bekennt sich zu dem Brandanschlag auf Teile des Berliner Stromnetzes. Während die Polizei das Schreiben als glaubhaft einstuft, gibt sich der Verfassungsschutz noch zurückhaltend.
handelsblatt.com
BND soll Ex-Präsident Obama abgehört haben
Nach Angaben des Zeit-Journalisten Holger Stark soll der Bundesnachrichtendienst (BND) den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama mehrere Jahre abgehört haben. Einen offiziellen Spionageauftrag habe es dafür nicht gegeben. Die Informationen sollen als allgemeine Einschätzung über die Haltung der USA verwendet worden sein.
spiegel.de

Neueste CORRECTIV-Recherchen

Iran: Proteste in 28 Provinzen – Hintergründe und Einordnung
Im Iran protestiert die Bevölkerung landesweit. Auslöser ist eine massive Wirtschaftskrise – das Regime reagiert mit Gewalt und Internet-Blockaden. CORRECTIV hat mit Oppositionellen gesprochen und ordnet die Proteste ein.
correctiv.org

Faktencheck

Tiktok-Videos zeigen angeblich, wie man in der App Geld verdienen kann, indem man sich Videos anschaut. Dahinter steckt eine Masche, deren Betreiber wohl versuchen, über Affiliate-Programme Geld zu verdienen.
correctiv.org
Endlich verständlich
Der Verfassungsschutz wollte das Gutachten zur AfD nicht veröffentlichen, im Mai wurde es dann von verschiedenen Medien geleakt. Das Problem: Wer es genau wissen wollte, musste sich durch die rund eintausend Seiten PDF-Material scrollen. Um die Auswertung zu vereinfachen und für alle möglich zu machen, hat der Spiegel das Gutachten interaktiv durchsuchbar gemacht. Wie? Das lässt sich hier nachlesen:
spiegel.de
So geht’s auch
In Sozialen Netzwerken erreichen frauenfeindliche Influencer wie Andrew Tate Millionen von Menschen – auch und besonders in der jüngeren Generation. Deshalb setzt Großbritannien nun auf Bildung: Der kritische Umgang mit toxischer Männlichkeit wird Pflichtstoff an britischen Schulen. Die Jugendlichen sollen lernen, manipulative Online-Inhalte zu erkennen, mit Emotionen umzugehen und Hassrede entgegenzutreten.
wdr.de / t-online.de
Fundstück
Neujahrsvorsätze – oft gut gemeint, vielfach aber zum Scheitern verurteilt. Warum ist das so? Ein wichtiges Kriterium ist laut Forschung die Messbarkeit. Oft sind Vorhaben nur vage oder die Ansprüche zu groß formuliert. Besser ist es, in kleineren, messbaren Schritten vorzugehen. Das helfe, die Motivation für das große Ziel zu behalten, erklärt die Frankfurter Rundschau hier:
fr.de
Aus Klima-Perspektive war das vergangene Jahr bitter. Die Klimakrise eskaliert sichtbar – politisch aber erlebten wir Rückschritte. Im Weißen Haus regiert mit Donald Trump ein Klimaleugner, der fossile Energien hochschraubt. Die EU verwässerte das Klima-Ziel und weichte das Verbrenner-Aus auf. Und die deutsche Regierung fördert klimaschädliches Gas.
Da liegt Resignation nahe. Und doch gibt es Hoffnung: Denn es gab sie auch, die guten Klima-Nachrichten 2025.
So sind zum Beispiel Erneuerbare Energien nicht mehr aufzuhalten. Im ersten Halbjahr 2025 haben sie international mehr Strom erzeugt als Kohle. In Deutschland überholten Solarkraftwerke im vergangenen Jahr zum ersten mal Kohlekraftwerke in der Stromerzeugung. Außerdem: Vielen Menschen ist Klimaschutz noch wichtig. Das zeigte sich beispielsweise im Oktober beim Zukunftsentscheid in Hamburg, als die Mehrheit für sozialen Klimaschutz stimmte.
Sowohl die schlechten – vor allem aber die guten Nachrichten motivieren uns in der CORRECTIV.Klima-Redaktion, auch in diesem Jahr weiter für Sie dran zu bleiben und dazu zu recherchieren, wer Klimaschutz verhindert oder wie eine gute Transformation für alle gelingen kann.
In diesem Sinne freue ich mich auf ein starkes Klima-Jahr 2026 mit Ihnen! Schreiben Sie Hinweise gern an elena.kolb@correctiv.org.

In fünf Bundesländern stehen dieses Jahr Landtagswahlen an. Besonderes Augenmerk gilt dabei Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In beiden Ländern könnte die AfD mit Abstand stärkste Partei werden, auch eine Regierungsbeteiligung ist womöglich nicht ausgeschlossen.
An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.
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