Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.

Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser,

als Russland Anfang 2022 mit einem Großangriff in die Ukraine einfiel, war die Fassungslosigkeit hier in Deutschland groß: Krieg in Europa. Entsprechend hoch war auch die Bereitschaft in der deutschen Politik, den Menschen aus der Ukraine zu helfen. Jenen, die im Land gegen Putins Regime kämpften und jenen, die bei uns Schutz suchten: 

Geflüchtete aus der Ukraine wurden deshalb damals finanziell besser gestellt als Schutzsuchende aus anderen Ländern. Damit soll jetzt aber Schluss sein. Mehr steht im Thema des Tages.

Viel Spaß beim Lesen des heutigen SPOTLIGHTs, und schreiben Sie mir wie immer gern – auch, wenn ich nicht schaffe, auf alle Mails zu antworten, helfen sie mir, ein Bild davon zu bekommen, welche Themen Sie besonders umtreiben. anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: Ukrainer nicht mehr ganz so willkommen

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

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Kein Bürgergeld mehr für ukrainische Geflüchtete – ursprünglich kam der Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Söder. Quelle: Picture Alliance / Wolfgang Maria Weber

Jetzt ist aber Schluss mit Willkommenskultur:
Die aktuelle Bundesregierung hat schon in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, dass Ukrainerinnen und Ukrainer bald anderen Geflüchteten gleichgestellt werden sollen.

Über den entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag heute diskutiert – und es sieht alles danach aus, dass er wie vorgeschlagen durch den Bundestag durchgeht.

Wen betrifft es?
Es geht dabei nicht um alle Schutzsuchenden aus der Ukraine, sondern lediglich um jene, die seit April 2025 angekommen sind.

Derzeit haben etwa 700.000 Ukrainerinnen und Ukrainer Anspruch auf Bürgergeld. Darunter sind etwa 200.000 Kinder.

Was würde die neue Regelung für sie konkret bedeuten?
Ein alleinstehender Bürgergeldempfänger erhält bisher pro Monat 563 Euro. Schutzsuchende, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen, erhalten etwa 120 Euro weniger im Monat. 

Ganz so einfach ist die Rechnung aber nicht, denn …
… gleichzeitig hat der Bundestag heute über ein weiteres Gesetzesvorhaben beraten: Statt Bürgergeld soll es demnach für Menschen ohne Job die neue Grundsicherung geben. Das bedeutet, dass für jene 5,3 Millionen Menschen im Land, die derzeit Bürgergeld beziehen, bald strengere Bedingungen gelten – egal, ob Ukrainer oder nicht. 

Was aus Sicht von Kritikern gegen die Umstellung bei den Ukrainern spricht:
Bisher sind die Jobcenter dafür zuständig, Geflüchtete aus der Ukraine hierzulande schnell in Arbeit zu bringen. Studien zeigen, dass dies seit dem „Jobturbo“ der Ampelkoalition auch gut funktioniert hat. Trotzdem passiert es künftig nicht mehr, sollte das neue Gesetz wie geplant durchgehen. 

Dies ist übrigens auch der Grund, weshalb die SPD (etwa die zuständige Arbeitsministerin Bärbel Bas) deutlich hat durchblicken lassen, dass sie das Vorhaben zwar mitträgt, weil es nun mal im Koalitionsvertrag so vereinbart war – es aber eigentlich für falsch hält..

Weshalb die Bundesregierung sie trotzdem aus dem System wirft:
Weil sie selbst davon finanziell besonders profitiert: Durch die Umstellung nämlich wäre nicht mehr der Bund dafür zuständig, den Lebensunterhalt der Ukrainer zu zahlen – sondern Länder und Kommunen. Denn die zahlen die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Ein Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) begrüßt die Änderungen unter der Bedingung, dass zusätzlich entstehende Kosten der Städte und Gemeinden vollständig vom Bund kompensiert werden. Darüber hinaus sei es wichtig, ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer bei der Arbeitssuche zu unterstützen. „Wir erwarten, dass der Bund die Arbeitsaufnahme unterstützt und insbesondere Berufssprachkurse weiterhin fördert“, appelliert der DStGB-Sprecher.

Und das wiederum ist der Grund …
… weshalb der Bundestag dieses Gesetz nicht einfach alleine durchwinken kann – sondern es die Zustimmung des Bundesrats braucht. Die darin vertretenen Länder stimmen bekanntlich auch im Namen der Kommunen ab.

Kommt das Gesetz denn durch den Bundesrat?
Das ist die große Frage. Der Bundesrat hat insgesamt 69 Stimmen zu vergeben, es braucht für ein neues Gesetz 35 Stimmen. Bei einigen Bundesländern erscheint es als ziemlich unwahrscheinlich, dass sie zustimmen werden, und zwar bei jenen mit Grünen-Beteiligung in der Landesregierung. Bei jenen mit SPD-Koalitionen ist die Haltung schwer absehbar. Selbst wenn diese komplett zustimmen, käme es aber knapp NICHT auf eine Mehrheit für das Gesetz.

Selenskyj ruft Energienotstand für die Ukraine aus
Der Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief nach massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Infrastruktur den Energienotstand aus. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Energieversorgung eines Landes wieder flächendeckend herzustellen.  Vierhundert Wohnblöcke waren zuletzt mehrere Tage ohne Strom.
deutschlandfunk.de  

Picture Alliance / dpa | Jan Woitas

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Feier Buenos Aires Maduro
Am 3. Januar feierten in Buenos Aires Tausende die Gefangennahme von Nicolás Maduro (Luciano Gonzalez / Anadolu / Picture Alliance)

So geht’s auch
Ein Recht auf Reparatur, wie es das Verbraucherschutzministerium plant, wird vielerorts auf kleinerer Ebene schon gelebt. Sogenannte Repair-Cafés ermutigen, Dinge mehr wertzuschätzen und nachhaltiger zu nutzen, indem man sie gemeinsam repariert. Im Repair-Café in Hamburg Altona treffen sich Menschen alle zwei Monate bei Kaffee und Kuchen, um Radios wieder zum Laufen zu bringen und Pullover zu stopfen.
hamburg.mitvergnuegen.com

Fundstück
Alle vier Minuten erscheint ein neuer Artikel auf der deutschen Wikipedia-Seite. Die Online-Enzyklopädie feiert heute ihr 25-jähriges Bestehen. Die Abendzeitung München blickt auf die Geschichte der Plattform zurück, die unser Nachschlageverhalten grundlegend verändert hat. Dabei wird deutlich, dass Fakten bei Wikipedia zwar häufig stimmen, aber Autorinnen und Autoren regelmäßig versuchen, ihre Meinung in den Texten unterzubringen. Außerdem geht es um die dümmste Frage der Welt, die ein deutscher Journalist einem der Wikipedia-Gründer im vergangenen Jahr gestellt haben soll
abendzeitung-muenchen.de


Die Behörde und die Regierung behaupten, der Beamte habe aus Notwehr gehandelt. Videoaufnahmen des Vorfalls von verschiedenen Blickwinkeln lassen daran zweifeln; Good wollte sich offensichtlich lediglich in ihrem Fahrzeug entfernen.

Es handelt sich um ein Muster. Erst im vergangenen September war der 38-jährige Silverio Villegas-Gonzalez in Chicago von einem ICE-Beamten in seinem Auto erschossen worden. Die Behörde sagte auch damals: Das sei Notwehr gewesen. Das Wall Street Journal hat seit Juli 2025 ganze 13 Fälle identifiziert (€), in denen ICE-Beamte auf oder in zivile Fahrzeuge geschossen haben.

Der Vizepräsident JD Vance sagte über Good, sie sei „Teil eines größeren linken Netzwerks, das darauf abzielt, unsere ICE-Beamten anzugreifen, zu doxen, zu überfallen und ihnen die Ausübung ihrer Arbeit unmöglich zu machen“.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Lea Messerschmidt, Pamela Kaethner, Ulrich Kraetzer und Jule Scharun.