Faktencheck

Nein, der stellvertretende Pfizer-Geschäftsführer Rady Johnson wurde nicht verhaftet

Im Internet kursiert die Behauptung, der stellvertretende Geschäftsführer von Pfizer, Rady Johnson, sei verhaftet und wegen Betrugs angeklagt worden. Das ist frei erfunden – die ursprüngliche Meldung ist als Satire gekennzeichnet, viele halten sie jedoch für echt.

von Viktor Marinov

Collage Pfizer Rady Johnson angeblich festgenommen
In Sozialen Netzwerken wird die Falschmeldung verbreitet, der Geschäftsführer von Pfizer sei verhaftet worden (Quelle: Twitter; Screenshot und Unnkentlichmachung; CORRECTIV.Faktencheck)
Behauptung
Rady Johnson, der stellvertretende Geschäftsführer von Pfizer, sei verhaftet und von Bundesagenten wegen mehrfachen Betrugs angeklagt worden.
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Frei erfunden
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Frei erfunden. Der ursprüngliche Beitrag war als Satire gekennzeichnet, in Sozialen Netzwerken fehlt dieser Hinweis oft. Pfizer dementiert die Meldung.

In Sozialen Netzwerken (hier und hier) wird behauptet, der stellvertretende Geschäftsführer von Pfizer, Rady Johnson, sei wegen mehrfachen Betrugs verhaftet und angeklagt worden. Als Quelle wird ein englischsprachiger Artikel des Blogs Radio Patriot vom 6. Mai verlinkt. Die Behauptung stammt jedoch ursprünglich von der Seite Vancouver Times. Dort wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass es sich um einen Satire-Beitrag handele. Manche Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter oder Telegram halten die Meldung aber offenbar für echt.

Am Ende des Artikels auf der Seite der Vancouver Times heißt es: „Dies ist ein Satire-Artikel. Die Gesundheitsbehörden in Kanada halten die Impfstoffe für sicher und wirksam.“ Auch im Abschnitt „Über Uns“ wird die Seite als satirisch eingeordnet. „Wir schreiben satirische Geschichten über Themen, die Konservative betreffen“, steht dort. Die Seite veröffentlicht jedoch auch nicht-satirische Meldungen.

Doch dieser Hinweis fehlt in den vielen Beiträgen in Sozialen Netzwerken, die die Behauptung weiterverbreiten. Im Blog Radio Patriot wird gar spekuliert, der Autor der ursprünglichen Meldung habe sich nur vor der kanadischen Regierung schützen wollen, indem er den Beitrag als Satire kennzeichnete. Radio Patriot verbreitet auch Verschwörungserzählungen, etwa von der sogenannten QAnon-Bewegung

Auf Twitter verbreiten Nutzerinnen und Nutzer die Meldung über die angebliche Verhaftung ohne Hinweis darauf, dass die ursprüngliche Meldung Satire ist (Quelle: Twitter; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)

Pfizer bestätigt: Rady Johnson wurde nicht verhaftet

Wir haben zudem bei Pfizer nachgefragt, ob Rady Johnson verhaftet wurde. „Wir können bestätigen, dass diese Behauptung falsch ist“, schrieb uns die Pressestelle per E-Mail. 

Dass ein leitender Angestellter von Pfizer verhaftet worden sei, wurde schon im November 2021 im Netz behauptet. Damals bezog sich die Meldung auf den Geschäftsführer Albert Bourla, war jedoch ebenfalls frei erfunden.

Redigatur: Alice Echtermann, Steffen Kutzner