Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.


Er kritisierte in seiner Rede Donald Trump, ohne ihn zu nennen, aber auch jene, die sich Trump andienen. Vor allem aber beschrieb Carney die zentralen außenpolitischen Herausforderungen, vor denen auch Deutschland steht – und die aktuell für Streit bei den Grünen sorgen. Mehr dazu im Thema des Tages.   

Außerdem im SPOTLIGHT:  

  • Mein Kollege Martin Böhmer nimmt Sie mit hinter die Kulissen des investigativen Handwerks: zum Kaffee mit Quellen, die unerkannt bleiben wollen.  
  • Und in der neuesten CORRECTIV-Recherche geht es um die Festnahme einer Deutsch-Ukrainerin, die mutmaßlich für Russland spioniert hat.

Thema des Tages: Bruch in der Weltordnung

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Neueste CORRECTIV-Recherchen: Die mutmaßliche Kreml-Spionin und ihr Verbindungsoffizier an der russischen Botschaft

Faktencheck: Warum sich der Atommüll der Welt nicht auf einem „Parkplatz in der Wüste“ entsorgen lässt

Gute Sache(n): Bundesschülerkonferenz fordert Maßnahmen für mentale Gesundheit • Nachbarschaftshilfe für Pflegebedürftige • Fund ältester Höhlenkunst der Welt

CORRECTIV ganz persönlich: Geheimgespräche in aller Öffentlichkeit?

Grafik des Tages: Mehr Kameraüberwachung im öffentlichen Raum

Mark Carney bei seiner Rede am Dienstag in Davos (Picture Alliance / ZUMAPRESS.com | Sean Kilpatrick)

Das ist die Kernaussage:
Carney diagnostiziert einen Bruch in der Weltordnung. Wir leben „in einer Ära der Rivalität der Großmächte“, sagt er. Globale Regeln, etwa durch die UN oder die Welthandelsorganisation, verlieren an Bedeutung. Stattdessen dominieren zunehmend die Interessen der Mächtigsten. Der Streit um Grönland ist ein Beispiel. Auch Trumps Plan, einen „Friedensrat“ mit Diktatoren als Konkurrenz zur UN zu schaffen, passt in dieses Bild.

Carney übt auch Selbstkritik 
„Wir wussten insgeheim, dass die regelbasierte Ordnung von Politik ein Stück weit Augenwischerei war“, räumt der Premierminister ein, weil die Stärksten „sich nicht mehr an die Regeln halten würden, sobald es ihnen passte“. Beispiele gibt es viele: etwa der Irakkrieg 2003 (den Carney nicht nennt) oder die Blockaden der USA und Russlands im UN-Sicherheitsrat. 

Trotzdem war die regelbasierte Ordnung unter amerikanischer Führung ein Garant für Stabilität. Sie schuf globale Güter wie freie Seewege und ein stabiles Finanzsystem. 

Was sind die Folgen? 
Nun aber würden die Großmächte wirtschaftliche Abhängigkeiten als Waffe einsetzen, um radikal eigene Interessen zu verfolgen. Die entscheidende Frage lautet, so lässt sich Carneys Rede zusammenfassen: Wie können kleinere Staaten dem Druck standhalten? 

Sie hätten die Wahl: entweder um die Gunst der Großmächte konkurrieren – eine Position der Schwäche. Oder sie können sich zu neuen Bündnissen zusammenschließen und so stärker werden. „Die Mittelmächte müssen gemeinsam handeln“, fordert er, „denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte.“ 

Was hat das mit uns zu tun? 
Wie kann sich die exportabhängige Bundesrepublik zwischen den Großmächten behaupten? Unsere Sicherheit und unser Wohlstand hängen davon ab. Wenn Carney recht hat, sind Bündnisse entscheidend – vor allem die EU. Doch mit Viktor Orbán in Ungarn oder Robert Fico in der Slowakei sind Abstimmungen bereits jetzt kompliziert. Gewinnen Nationalisten auch in Portugal (dieses Jahr) oder Frankreich (2027), droht die EU weiter zu schwächeln. 

Die gestrige Entscheidung des EU-Parlaments, das Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika auszubremsen, sehen viele deshalb als fatales Signal. Ausgerechnet deutsche Grüne und Linke votierten mit Rechtsextremen, um das Handelsabkommen erst vor Gericht prüfen zu lassen. Das empört selbst die bundesgrüne Parteiprominenz. „Offensichtlich haben noch immer zu viele den Ernst der Lage nicht verstanden“, sagte Cem Özdemir dem Tagesspiegel. Die europäische Souveränität müsse sich im konkreten Handeln beweisen. 

Gestiegene Pflegekosten in Deutschland 
Der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim kann je nach Bundesland bei bis zu 3.500 Euro pro Monat liegen, so etwa in Nordrhein-Westfalen. Als Gründe für die jüngsten Steigerungen nennen die Krankenkassen Tariferhöhungen und die Inflation. Sie fordern eine Begrenzung der Eigenanteile und eine stärkere Beteiligung des Staates an den Pflegekosten. 
welt.de

Der mutmaßliche Führungsoffizier im jünsten Spionage-Verdachtsfall arbeitete unter diplomatischen Cover an der russischen Botschaft in Berlin. Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa
Das US-Kernkraftwerk Maine Yankee ist seit 2005 komplett zurückgebaut. Der Betreiber wird dafür finanziell entschädigt, dass er die nuklearen Abfälle weiter auf seinem Gelände lagert.
Foto: Bruce Coleman / Photoshot / Jock Montgomery / Picture Alliance

So geht’s auch
In Brandenburg sollen in Zukunft auch Nachbarn als Alltagshelfer fungieren können, erklärt Sozialministerin Britta Müller. So kann Pflegebedürftigen bei Einkäufen, Arztbesuchen oder Arbeiten im Haushalt geholfen werden. Mit einem sogenannten Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat kann die pflegebedürftige Person die Nachbarschaftshilfe dann für ihre geleistete Hilfe entschädigen. Das soll allerdings nicht die Leistungen eines Pflegedienstes wie die Medikamentengabe ersetzen.  
rbb24.de

Fundstück
Forschende in Indonesien haben die älteste bekannte Höhlenkunst der Welt entdeckt. Dabei handelt es sich um die Abbildungen von zwei menschlichen Händen, die an der Höhlenwand verewigt wurden. Nach ersten Erkenntnissen sollen sie mindestens 67.800 Jahre alt sein.
zdfheute.de


Cafés sind nicht nur wegen des Koffeins so wichtig für Reporterinnen und Reporter, sondern weil sie ein beliebter Ort für Hintergrundgespräche sind. So nennen wir das, wenn Quellen Informationen für uns haben, aber nicht genannt werden wollen. Als Journalist liebe ich Informationen. Und Kaffee. Win-win also. 

Neulich habe ich aber ein absurdes Treffen in Berlin erlebt: Ich komme nicht aus der Hauptstadt, die Person, mit der ich sprechen wollte, auch nicht. Wo also trifft man sich, wenn beide nicht zufällig den perfekten geheimen Treffpunkt für Journalisten, Agentinnen und Superspione kennen? 

Easy: In aller Öffentlichkeit! Frei nach dem Motto: „Hide in plain sight“. Anonymität in der Masse, quasi. Und wo findet man mehr Masse (und gleichzeitig Kaffee) als im Starbucks am Alexanderplatz? Diese Treffen sollten nicht auffallen, deswegen sind gewöhnliche Orte besonders gut.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Maximilian Billhardt, Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Ulrich Kraetzer, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.