Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.

Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser, 

russische Spione in Berlin: Dieses Thema treibt gerade Sicherheitsbehörden und Politiker in der Hauptstadt um. Unser Rechercheteam hat dazu nun weitere spannende Hintergrundinformationen zusammengetragen – heute unser Thema des Tages.

Hinter dem Thema mit den russischen Spionen steht eine andere, größere Frage: Wie freundlich und fest sollten unsere Verbindungen zu fremden Mächten sein? Da sind zum einen die diplomatischen Verknüpfungen – über Botschaftsgebäude in Berlin, von denen wir oft gar nicht so recht wissen, was hinter deren Mauern stattfindet. 

Zum anderen sind wir Deutschen auch über Leitungen mit fremden Mächten verknüpft, über Pipelines zum Beispiel. Stichwort: Energieabhängigkeit. Das kann gefährlich sein. 

Und in diesem Zusammenhang ist nun folgende Nachricht wichtig, bei der es allerdings nicht um Russland geht, sondern um die USA: Wir von CORRECTIV hatten im Herbst berichtet, dass ein umstrittener US-Konzern den Betrieb deutscher Nato-Pipelines übernehmen könnte. Jetzt passiert dies tatsächlich, wie aktuell der Spiegel berichtet. Ein heikles Politikum.

Und dann ist noch etwas Wichtiges in der Online-Welt passiert: Die US-Sparte der chinesischen Social-Media-Plattform Tiktok wird an amerikanische Firmen verkauft – ein Ergebnis politischen Drucks. Denn in den USA hatte man Sorge vor chinesischer Einflussnahme. Und wir in Europa, machen wir das jetzt entsprechend auch? Dieser Frage ist heute unser Nachrichtenteam nachgegangen.

Dazu passt unsere heutige „Leserfrage der Woche“: Wie wird eigentlich sichergestellt, dass internationale Tech-Konzerne Strafen bezahlen, die die EU gegen sie verhängt?

Morgen erwartet Sie im Wochenend-SPOTLIGHT mit Justus von Daniels eine spannende Nachricht: Wir von CORRECTIV streiten uns bald vor Gericht, um mehr Transparenz für die Gesellschaft zu erwirken. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende – und schicken Sie mir gern Ihre Recherchehinweise: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: Russische Top-Spione in Berlin

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Neueste CORRECTIV-Recherchen: Social-Media-Konzerne bändigen Ein Abend mit verfassungsfeindlichen Ideen unter AfD-Beteiligung

Leserfrage der Woche: Wie wird gewährleistet, dass verhängte Bußgelder der EU gegen Tech-Konzerne tatsächlich gezahlt werden?

CORRECTIV Events: Fakten selbst checken und die Geschichte von CORRECTIV

Faktencheck: Verfassungsschutz Baden-Württemberg beobachtet sowohl Freikirchen als auch Islamisten

Gute Sache(n): Dauerhaftes Glück • Saubere Weltmeere • Lüften ist jetzt Trend

CORRECTIV ganz persönlich: Ein Platz im Frauenhaus kann Leben retten

Grafik des Tages: LNG-Gas: Läuft Deutschland wieder in die Energieabhängigkeit?

Die Frau soll Informationen zum Beispiel über Standorte der Rüstungsindustrie und Drohnentests beschafft haben – und der Botschaftsmitarbeiter soll ihr Verbindungsmann nach Moskau gewesen sein. Deshalb muss er nun Deutschland verlassen. 

Jetzt geht die Geschichte aber noch weiter:
In einer weiteren, eben frisch veröffentlichten Recherche können wir (zusammen mit dem russischen Investigativmedium iStories) zeigen: Russland hat offenbar mindestens einen weiteren Top-Agenten nach Deutschland geschickt.

Mindestens zwei zuletzt im Militärattachéstab der russischen Botschaft tätige Diplomaten sind in Wahrheit GRU-Agenten. Nach außen hin treten sie unter anderem auf Gedenkveranstaltungen auf, wie hier im April 2025 in Torgau. Foto: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Foto: Picture Alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Unser Reporterteam mit Schwerpunkt Russland (Silvia Stöber und Alexej Hock) hat herausgefunden: Der Chef des Mannes, um den es gestern ging, hat dieselbe hochkarätige Ausbildung beim russischen Geheimdienst durchlaufen wie sein Mitarbeiter. Und er war zuvor in den Niederlanden tätig, als dort eine Reihe von GRU-Operationen aufgeflogen waren.

Das wiederum sind ziemlich klare Indizien dafür, dass auch er zu Spionagezwecken nach Deutschland geschickt worden sein könnte – auch, wenn unsere Sicherheitsbehörden ihm aktuell keine konkrete Spionage vorwerfen.

Weshalb das so relevant ist:
Es zeigt, dass Deutschland ein Hot-Spot für russische Spionagetätigkeit ist. 

Und es zeigt auch, dass unsere Bundesregierung bisher offenbar nicht ganz so erfolgreich dabei ist, die folgende Ansage von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) umzusetzen:

„Geheimdienstliche Tätigkeiten in Deutschland sind völlig inakzeptabel, insbesondere unter dem Deckmantel der Diplomatie.“

Teile kritischer Infrastruktur nun in den Händen eines US-Konzerns 
Der größte Tanklagerbetreiber Deutschlands, Tanquid, wurde vom US-Ölkonzern Sunoco übernommen. Bereits seit letztem Jahr wurde das Geschäft zwischen den beiden internationalen Konzernen von der Bundesregierung überprüft (CORRECTIV berichtete). Nun stimmte die Regierung zu. 
t-online.de / correctiv.org  

Fazit im EU-Sondergipfel – Merz: „Geschlossenheit kann etwas bewirken“
Auf dem EU-Sondergipfel haben sich die EU-Staaten zum Grönlandstreit und zur künftigen Ausgestaltung der Beziehung zu den USA beraten. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonen, dass Europa als eine Einheit reagieren müsse, um sich Respekt zu verschaffen. EU-Ratspräsident António Costa erklärte zudem, dass die EU sich weiterhin gegen jede Form von Erpressung verteidigen werde.
deutschlandfunk.de

Der Rechtsextremist Martin Sellner und die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré sitzen auf einer Bühne und reden.

Sellner und Kotré: Vortragsabend zu verfassungsfeindlichen Ideen
Die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat trotz großem Protest, auch aus der eigenen Partei, mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner diskutiert. Was sie besprochen haben – eine Einordnung.
correctiv.org

Symbolbild Leserfrage der Woche

Wir haben bei der EU-Kommission nachgefragt: Sowohl Meta als auch Apple haben zunächst Berufung gegen die Entscheidung der Kommission eingelegt. Die Fälle werden nun gerichtlich geprüft. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärt jedoch: „Meta hat eine vorläufige Zahlung geleistet und Apple hat finanzielle Garantien gestellt, sodass die finanziellen Interessen der Union gewahrt sind.“ 

Denn wenn ein Unternehmen Berufung einlegt, müsse dieses „entweder eine finanzielle Sicherheit oder eine vorläufige Zahlung der Geldbuße leisten“. Sobald die Entscheidung des Gerichts rechtskräftig wird, fließt der Betrag dann in den EU-Haushalt. Überwacht wird dieser Vorgang von der Kommission selbst.

Wenn die Zahlung eines Bußgeldes verweigert wird, kann die Kommission „den Betrag gemäß Artikel 299 AEUV unter Verwendung derselben Standardmechanismen, die für alle Schuldner der Kommission gelten, einziehen“. Es fallen also Verzugszinsen an. Darüber hinaus können Zwangsgelder von der Kommission verhängt werden, um die Vorschriften durchzusetzen. 

David Schraven über „Die CORRECTIV-Story“, Soest
Was macht das Medienhaus CORRECTIV so besonders und wieso verbindet CORRECTIV Journalismus mit Medienbildung und Technologie? Darüber und über die Idee und Geschichte von CORRECTIV spricht Gründer und Publisher David Schraven am 27. Januar in Soest.
Ticket

Schild zum Eingang des Landesverfassungsschutz in Baden-Würtemmberg
Foto: Marijan Murat / DPA / Picture Alliance

So geht’s auch
Umweltaktivisten haben im letzten Jahr 25 Millionen Kilo Plastikmüll aus dem Meer entfernt. Das Ziel der gemeinnützigen Organisation Ocean Cleanup: Bis 2040 sollen die Weltmeere von 90 Prozent des Plastikmülls befreit werden. Dafür forschen die Aktivistinnen und Aktivisten zur Sauberkeit der Meere und stellen auf dieser Grundlage Forderungen an die Politik. 
golem.de 

Fundstück
„House burping“ ist das neue Ding in den USA. Auf Tiktok werden Tipps geteilt, die Washington Post befragt Fachleute zur Wissenschaft des wörtlich übersetzten  „Haus-Rülpsens“. Dahinter steckt – manche mögen es ahnen – das einfache Stoßlüften: Fenster auf, dreckige Luft raus und Frischluft rein, ungeachtet der Wetterlage. Letzteres scheint dabei für die USA, in denen Klimaanlagen in Häusern der Standard ist, besonders ungewöhnlich zu sein. Und hat laut Washington Post sogar zum Ende so mancher Beziehung geführt. 
washintonpost.com 


Nun haben Journalistinnen des Bayerischen Rundfunks aufbauend auf unserer Recherche von damals die Situation in Bayern erneut analysiert. Mit einem erschreckenden Ergebnis: Fast zwei Drittel der Frauenhäuser dort sind durchgehend voll belegt. 

Diese Recherchen zeigen, wie viel Unterstützung noch immer für Frauen fehlt, die häusliche Gewalt erleben. Denn betroffene Frauen brauchen schnell Hilfe. Ein Platz im Frauenhaus kann Leben retten – 2024 kamen 308 Frauen und Mädchen durch Gewalt ums Leben. In 191 Fällen waren Partner, Ex-Partner oder Angehörige die Täter.

Es gibt Hoffnung, dass sich daran in Zukunft etwas ändert: Vor knapp einem Jahr wurde ein politischer Meilenstein verabschiedet. Das deutschlandweit geltende Gewalthilfegesetz stellt erstmals sicher, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, einen kostenfreien Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung haben. Allerdings erst ab 2032. Bis dahin sollen die Bundesländer ihre Hilfesysteme ausbauen.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Ulrich Kraetzer, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.