Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters
Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern ging es im Thema des Tages darum, wie schlecht es um die Ausstattung von Kindertagesstätten bestellt ist: Kinder werden dort wegen Personalmangels manchmal eher verwahrt als erzogen und gefördert – wenn sie überhaupt einen Kita-Platz haben.

Heute zeigt unser Bildungsteam in einer neuen Recherche, welche Auswirkung das auf die Schulen im Land hat: Immer mehr Erstklässlerinnen und Erstklässler sind so schlecht auf die Einschulung vorbereitet, dass sie die erste Klasse wiederholen müssen. Eine enorme Belastung fürs Bildungssystem. Mehr steht im Thema des Tages. 

In der heutigen Grafik zeigt unser Grafik-Magier und SPOTLIGHT-Chef Sebastian Haupt: So hat sich die Zahl der Großspenden an Parteien entwickelt (und so gut schneidet dabei ausgerechnet die AfD ab).

Und nun bitte ich Sie um Ihre Stimme. Wir bereiten die nächste Cartoon-Arena vor – und Sie wählen wieder das Thema. Diesmal steht zur Auswahl: 

  • Wie faul sind die Deutschen laut einigen Politikern? (Krankentage, Teilzeit etc.)
  • So dreckig sind unsere Flüsse (passend zu einer Recherche, die wir kommende Woche veröffentlichen)
  • Wohnungsnot in Großstädten

Stimmen Sie hier ab oder per Klick aufs Bild:

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Schreiben Sie mir gern, welche Themen Sie bewegen und welche Sie sich im SPOTLIGHT oder in CORRECTIV-Recherchen wünschen: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: Das Sitzenbleiber-Problem

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Leserfrage der Woche: Gibt es Regeln, wie lange eine Baustelle in Frankfurt brach liegen darf?

CORRECTIV Events: Wahlkampf, der sich um die wirklichen Probleme dreht

Faktencheck: Wer psychisch erkrankt ist, bekommt keine bedingungslose Rente

Gute Sache(n): Urteil gegen Diskriminierung bei Wohnungssuche • Schutz von queeren Menschen • Auswilderung von Wisenten

CORRECTIV ganz persönlich: Melden Sie sich bei mir, wenn Ihr Unternehmen kürzlich auf Rüstungsproduktion umgestellt hat

Grafik des Tages: AfD bekommt plötzlich Millionen an Großspenden

Ausführlich können Sie das in unserem Text auf correctiv.org nachlesen:

Erstklässler laufen mit einem Ranzen auf dem Rücken.
Viele Kinder haben in der ersten Klasse große Probleme. Foto: Baho Kara / picture alliance

Das Wichtigste in Kürze:
Besonders hoch ist die Zahl der Wiederholer in sozialen Brennpunkten. Dort gibt es Schulen, an denen bis zu 90 Prozent der Erstklässler die erste Klasse wiederholen müssen.

Im Durchschnitt sind an Brennpunktschulen ein Viertel der Kinder betroffen.

Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Wiederholer innerhalb eines Jahres von 20.836 auf 22.894. Damit betrifft das inzwischen sechs Prozent aller Grundschüler in der Schuleingangsphase.

Auch in anderen Bundesländern wuchs die Zahl. In Schleswig-Holstein beispielsweise sind etwa sieben Prozent der Kinder betroffen.

Wie wir recherchiert haben:
Wir haben die Zahlen in den Kultusministerien der Bundesländer abgefragt. Zusätzlich haben wir eine Studie der „Wübben Stiftung Bildung“ unter 226 Grundschulleitungen in sozialen Brennpunkten ausgewertet. 

Woran der Anstieg liegt:
Einer der wichtigsten Faktoren: Bundesweit steigt die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund, die im Jahr vor der Einschulung keine Kita besuchen. Laut den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes gingen im Jahr 2023 von den Kindern mit Migrationshintergrund knapp ein Viertel nicht in eine Kita. 

Das wiederum führt dazu, dass viele Kinder bei der Einschulung sehr schlecht Deutsch sprechen – und entsprechend nicht im Unterricht mitkommen.

Weshalb die steigende Wiederholerzahl ein Problem ist:
Wenn immer mehr Kinder in die erste Klasse kommen, ohne das Rüstzeug dafür zu besitzen, bedeutet dies eine steigende Belastung für Lehrerinnen und Lehrer – und für die Schulleitungen. Sie müssen die hohe Widerholerzahl irgendwie auffangen.

Gibt es Lösungsansätze?
Ja: die sogenannte vorschulische Förderung – allerdings bisher nur in manchen Bundesländern.

Vorbild ist dabei Hamburg: Das ist das einzige Bundesland, wo es schon seit 20 Jahren Vorschulklassen an Grundschulen im letzten Jahr vor der Grundschule gibt. Für Kinder, bei denen bei der Vorstellung mit viereinhalb Jahren sprachliche Defizite festgestellt werden, ist der Besuch verpflichtend. 

CDU-Frauen wollen Frauen zum Ausfüllen des Wehrdienst-Fragebogens verpflichten 
Die Frauen-Union fordert, den neuen Wehrdienst-Fragebogen der Bundeswehr auszuweiten. Bislang müssen diesen nur junge Männer ausfüllen, nun sollen die jungen Frauen ebenfalls verpflichtet werden. So soll es in einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag stehen. Zudem sprechen sich die CDU-Frauen für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr aus. 
deutschlandfunk.de

Rückgang der Stahlproduktion in Deutschland: Thyssen will Tausende Stellen streichen 
Die Thyssenkrupp-Aktionäre haben sich heute zu einer Hauptversammlung in Bochum getroffen. Dort hat der CEO Miguel López für den anstehenden Umbau des Konzerns geworben. Dieser plant, Tausende Jobs zu streichen und die Stahlsparte zu verkaufen. Währenddessen demonstrierten Hunderte Beschäftigte vor dem Versammlungsort. 
tagesspiegel.de

Symbolbild Leserfrage der Woche

Wir haben bei der Stadt Frankfurt nachgefragt: Wenn eine Baustelle ohne triftigen Grund zu lange still liegt, kann die Anordnung der Baustelle von der Verkehrsbehörde widerrufen werden. „In diesem Fall liegt eine unerlaubte Sondernutzung des öffentlichen Raums vor, die Buß- oder Zwangsgelder nach sich ziehen kann“, heißt es in der Antwort der Stadt Frankfurt. Solche Sondernutzungsgebühren steigen mit zunehmender Baustellendauer deutlich an – als finanzieller Anreiz, Bauvorhaben zügig fertigzustellen.

David Schraven über „Die CORRECTIV-Story“, Wiesbaden
Wie wurde CORRECTIV zum größten gemeinwohlorientierten Medienhaus im deutschsprachigen Raum und wieso verbindet es Journalismus mit Medienbildung und Technologie? Darüber und über die Geschichte von CORRECTIV spricht Gründer und Publisher David Schraven auf der Lesetour am 4. Februar.
Ticket

Ein Tiktok-Video stellt falsche Behauptungen über eine bedingungslose Rente bei psychischen Erkrankungen auf und wird mehr als 1,7 Millionen Mal gesehen
Symbolbild: Caro / Sorge / Picture Alliance

So geht’s auch
Mit großer Mehrheit hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats für ein Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen gestimmt. Dagegen votierten vor allem Abgeordnete der AfD und ihre europäischen Verbündeten. Mit diesen „Behandlungen“ sollen queeren Menschen ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität ausgetrieben werden. Das hat allerdings kein wissenschaftliches Fundament. Im Gegenteil: Betroffene berichten von psychischem Missbrauch durch die pseudowissenschaftlichen Methoden. Verbindlich ist der Beschluss des EU-Gremiums allerdings nicht, sondern hat zunächst empfehlenden Charakter. 
n-tv.de / queer.de 

Fundstück 
Ungewöhnliches Auswilderungsprojekt: Es war eine lange Reise für Wisente aus Wittgenstein (NRW) und Berlin. Gemeinsam wurden sie in einem Nationalpark in Aserbaidschan ausgewildert, um dort laut einem WWF-Sprecher den „überlebensfähigen Wisent-Bestand im Süd-Kaukasus aufzubauen“.
wp.de


Mich treibt diese Zahl um. Vor allem interessiert mich, was sich dadurch für die Mitarbeitenden in all den Unternehmen ändert, die vorher zum Beispiel jahrelang Auto- und jetzt Waffenteile produzieren sollen. Rechtlich, aber auch ganz persönlich. 

Verstehen Sie das hier deshalb gerne als einen Aufruf: Falls Sie in einem Unternehmen arbeiten, das seine Produktion kürzlich umgestellt hat oder dies plant, melden Sie sich gerne bei mir. Ich möchte ins vertrauliche Gespräch mit Ihnen gehen und verstehen, was das mit Ihnen und dem Unternehmen macht. Und falls Sie Menschen kennen, die das betrifft: Leiten Sie das gerne weiter. 

Ich bin jederzeit über Mail (till.eckert@correctiv.org) oder via Signal (tilleckert.90) zu erreichen. 

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.