CORRECTIV-Geschäftsführung zu Gehaltsstrukturen und Organisationsentwicklung
Aktuell thematisieren die Journalistengewerkschaften DJV und dju bei CORRECTIV Gehaltsstrukturen und fordern im Rahmen einer auf CORRECTIV zugeschnittenen Mitgliederwerbungskampagne einen Haustarifvertrag.

Statt eines Haustarifs setzt CORRECTIV seit 2021 auf ein eigenes, fünfstufiges Gehaltsmodell. Es verbindet Berufserfahrung mit gezielter Kompetenzentwicklung und ist offen für unterschiedliche Berufswege.
Seit knapp einem Jahr wird CORRECTIV erstmals von einer dreiköpfigen Geschäftsführung geleitet. Gründer und Publisher David Schraven, Florence Wild als Chief Development Officer für nachhaltige Finanzierung und strategische Positionierung sowie Saadet Andirinli als Chief Operating Officer für interne Prozesse, Finanzwesen und Personalstrukturen, bilden seit April 2025 die Führungsspitze. „Mit der erweiterten Geschäftsführung wurde dem Personalbereich noch einmal mehr Gewicht und Kapazität innerhalb der Führungsstruktur verliehen“, betont Florence Wild. „Durch die neuen Strukturen können wir die typischen Herausforderungen einer neu gegründeten Organisation Schritt für Schritt hinter uns lassen und uns langfristig stabil aufstellen.“
Die Gehälter bei CORRECTIV orientieren sich – mit Blick auf andere gemeinnützige Organisationen und Medien-Start-ups – an branchenüblichen Standards. „Eine der ersten Maßnahmen der neuen Geschäftsführung war die Umsetzung einer strukturellen Gehaltserhöhung – die deutlich über dem letzten Tarifabschluss der Gewerkschaften lag“, sagt David Schraven. CORRECTIV finanziert sich mittlerweile zu über 60 Prozent aus diesen Spenden von einzelnen Menschen. Ausgaben gehen zu einem Großteil direkt in die Gehälter der vielen Beschäftigten. Ein traditioneller Tarifvertrag würde auf das Finanzierungsmodell erheblichen Druck ausüben und passt aus Sicht der Geschäftsführung nicht zu der agilen Organisationsform.
CORRECTIV setzt auf eine zeitgemäße Arbeitskultur, die Gestaltungsfreiräume und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, nachhaltige Entwicklungsperspektiven, Weiterbildungsangebote, 30 Tage Jahresurlaub, Arbeitgeberzuschuss für betriebliche Altersvorsorge und viele weitere Benefits. „Bei CORRECTIV arbeiten wir stetig daran, unsere Personal- und Vergütungsprozesse gemeinsam mit unseren Führungskräften und dem Betriebsrat zu verbessern“, sagt Saadet Andirinli. „Uns geht es darum, faire und transparente Arbeitsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig die Innovationskraft unserer Organisation zu sichern und zu stärken. Ein Haustarif würde unsere Flexibilität einschränken.”
Gerade diese Eigenschaften sind aus Sicht von CORRECTIV entscheidend, um schnell auf sich wandelnde Herausforderungen im Sektor reagieren und auch neue Talente gewinnen zu können. Gleichzeitig ist zu beachten, dass CORRECTIV als gemeinnütziges Unternehmen keine Gewinne ausschütten darf: Spenden werden unmittelbar und vollständig in die Arbeit investiert, weshalb es keine Profite gibt, die verteilt werden könnten.