Autonome Waffen made in Germany

Immer mehr deutsche Firmen entwickeln KI fürs Militär. Das sind die Trends – und Risiken.

Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

ich übernehme heute von meiner Kollegin Anette Dowideit und begrüße Sie herzlich zu dieser Ausgabe des SPOTLIGHT. 

Im Thema des Tages geht es um eine Recherche, an der ich in den letzten Wochen gearbeitet habe und die wir heute veröffentlicht haben. Ich habe mich mit den deutschen Firmen befasst, die Künstliche Intelligenz (KI) fürs Militär entwickeln.  Und mit dem Einsatz solcher Technologien in kriegerischen Konflikten.

Außerdem geht es bei uns heute um die Polizeiliche Kriminalstatistik, mit der sich unser Faktencheck-Team befasst hat. Und: Meine Kollegin Gesa Steeger beschreibt in der Kategorie Ganz Persönlich einen brisanten Vorstoß der EU-Kommission bei der sogenannten Wasserrahmenrichtlinie.

Thema des Tages: Autonome Waffen made in Germany

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Fun Facts – der satirische Blick auf die Nachrichtenlage: Demokratie aus der Sicht der Jugendlichen

Cartoon-Arena: Wählen Sie Ihren Favoriten

CORRECTIV Events: Die Veranstaltungstipps

Faktencheck: Was die Polizeiliche Kriminalstatistik aussagt – und was nicht

Gute Sache(n): Das denken Jugendliche über ein Social-Media-Verbot • Neue E-Auto-Prämie rückwirkend ab Januar 2026 • Was blüht dort eigentlich?

CORRECTIV ganz persönlich: Ein Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie der EU

Grafik des Tages: Die meisten Waffen aus der Schweiz gehen nach …

Bei Fachleuten gelten die Technologien und ihr Einsatz im Militär weitgehend als Blackbox: Für die Öffentlichkeit sei nur sehr schwer nachvollziehbar, wie sie entwickelt und überprüft werden. Deshalb haben wir genauer hingeschaut, was da hinter verschlossenen Türen ausgetüftelt wird.

Was sind die Trends in Sachen militärischer KI? 
Die Entwicklungen der Firmen decken die ganze militärische Bandbreite ab und werden zunehmend eingesetzt: Es geht um die Feldaufklärung, um Entscheidungshilfe für die Gefechtsführung, aber auch um autonome Fahrzeuge und Angriffswaffen. Einige haben bereits Verträge mit der Bundeswehr abgeschlossen. 

München und sein direktes Umland sind in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg der Entwicklung rund um KI-gestützte Drohnen aus Deutschland geworden. Mindestens 13 überwiegend junge Unternehmen liefern sich dort ein Rennen um die heißeste Technologie, die sie der Bundeswehr anbieten.

München ist ein Zentrum neuer Entwicklungen der Rüstungsindustrie: Dort wird an autonomen Waffensystemen getüftelt. (Collage: Ivo Mayr / CORRECTIV)

Das Thema ist hochrelevant: Erst kürzlich wurde bekannt, dass das ukrainische Militär eine russische Stellung ganz ohne Menschen einnahm, mittels Drohnen und Robotern. 

Viele Militärs setzen zunehmend auf das Konzept des sogenannten „Precision Mass Warfare“ – die Verbindung von hochpräzisen Waffensystemen – wie Drohnen – mit der Fähigkeit, sie massenhaft einzusetzen. 

Im Hintergrund müssen dafür mehrere Systeme zusammenwirken: Aufklärung, Sensorik, Big-Data-Analyse, Entscheidungshilfe bei der Zielerkennung, Vernetzung von IT-Systemen und mehr. Deutsche Firmen decken diese Bandbreite mittlerweile fast gänzlich ab, teils kooperieren sie, um Rückstände in einzelnen Bereichen auszugleichen. 

Welche Risiken sehen Fachleute?
Die Experten, mit denen wir für die Recherche sprachen, nennen gleich mehrere Problemfelder mit diesen neuen Technologien. Grundsätzlich ist es schwierig, nachzuvollziehen, auf welcher Basis sie entwickelt wurden. Wer programmiert sie, nach welchen Regeln? Welche Daten beziehen die Systeme – und woher? Hinzu kommt die Frage nach Verantwortlichkeit, wenn es zu Fehlern kommt. 

Justizministerin: Pornografische Deepfakes sollen strafbar werden 
Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt vorgelegt. Er sieht vor,  das Erstellen und Verbreiten von pornografischen Deepfakes künftig unter Strafe zu stellen.
zeit.de

Gutverdiener sollen mehr für die Krankenkasse zahlen
Gesundheitsministerin Warken setzt auf eine stärkere Belastung von Gutverdienern, um die Finanzlage der Krankenkassen zu sichern. An den geplanten Maßnahmen der Reform gibt es vielfach Kritik.
deutschlandfunk.de / merkur.de

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Polizeibeamte der Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) der Polizei Berlin legen am Kottbusser Tor in Kreuzberg einem mutmaßlichen Drogen-Dealer Handfesseln an - Symbolbild zur Polizeilichen Kriminalstatistik
Symbolbild: Bernd von Jutrczenka / DPA / Picture Alliance

So geht’s auch
Der Bundestag hat heute den Weg für eine neue E-Auto-Prämie freigemacht, die rückwirkend ab Januar 2026 gelten soll. Beantragen lässt sich der staatliche Zuschuss ab Mai. Allerdings gibt es auch Kritik, denn auch Hybrid-Modelle werden gefördert, die teils mit Benzin betrieben werden.  
wnoz.de

Fundstück
Der Frühling zeigt sich am kommenden Wochenende von seiner warmen, aber durchwachsenen Seite. Wer sich beim Spaziergang fragt, welche Blumen dort am Wegesrand blühen, findet online Hilfe. Etwa über verschiedene Apps: 
chip.de


Aus Sicht der EU ergibt das politisch durchaus Sinn: Der Druck, kritische Rohstoffe wie Lithium, Kupfer oder seltene Erden stärker innerhalb Europas zu fördern, wächst – um Abhängigkeiten von Importen aus Drittstaaten zu verringern und Lieferketten für die Energiewende und Industrie abzusichern.

Doch aus Umweltsicht ist der Vorstoß brisant. Umweltverbände warnen, dass hier Ausnahmen ausgeweitet werden könnten, etwa um Genehmigungen für Infrastruktur- und Rohstoffprojekte zu erleichtern – auf Kosten der Umwelt und des Schutzes von Flüssen und Seen.

Und diese brauchen tatsächlich eher mehr Schutz, nicht weniger. Laut einem Bericht der EU erreichen nur 39,5 Prozent der Gewässer in Europa einen „guten ökologischen Zustand“, und nur 26,8 Prozent einen guten chemischen Zustand.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Sebastian Haupt, Pamela Kaethner und Elena Müller.