Klima vor Ort: Die CORRECTIV Dialogwerkstatt

Wie berichtet Lokaljournalismus über den Klimawandel – und erreicht damit möglichst viele Menschen? CORRECTIV bringt 25 Lokaljournalistinnen und -journalisten zusammen, die neue Formate und Strategien für konstruktive Klimaberichterstattung entwickeln und in ihren Redaktionen testen.

Über das Projekt

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – und Lokaljournalismus spielt eine entscheidende Rolle dabei, Menschen vor Ort zu erreichen und zu informieren. Doch wie gelingt eine Berichterstattung, die weder überfordert noch abstumpft? Die Klimakrise ist keine ferne Bedrohung, sondern verändert bereits heute Städte, Dörfer und Lebensrealitäten. Lokale Medien können diese Veränderungen sichtbar machen – wenn sie die richtigen Formate und Ansätze finden.

CORRECTIV bringt deshalb rund 25 Lokaljournalistinnen und -journalisten aus ganz Deutschland zusammen: in einer Dialogwerkstatt, die Raum für Austausch, Entwicklung und Experimente schafft. Konzipiert und begleitet wird die Werkstatt von CORRECTIV.Klima. Die Reporterinnen der Klimaredaktion bringen ihre inhaltliche Expertise ein und stehen den Teilnehmenden über den gesamten Prozess als fachlicher Anker zur Seite.

Gemeinsam erproben die Teilnehmenden neue Wege, um Klimathemen zielgruppengerecht, konstruktiv sowie investigativ aufzubereiten und tragen ihre Erkenntnisse zurück in ihre Redaktionen. Was dabei entsteht, wird am Ende des Prozesses in einem digitalen Playbook zusammengetragen: ein praxisorientiertes Handbuch für alle Lokalredaktionen, die Klimathemen neu denken wollen.

Die Dialogwerkstatt wird gefördert durch die Stiftung Mercator.

Mitmachen

Lokaljournalistinnen und -journalisten aus dem Netzwerk CORRECTIV.Lokal und darüber hinaus können sich über eine öffentliche Ausschreibung für die Dialogwerkstatt bewerben.

Wir suchen Menschen mit Interesse an konstruktiver Klimaberichterstattung und der Bereitschaft, neue Formate auszuprobieren. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Redaktionserfahrungen ein und entwickeln gemeinsam Ansätze, die sie direkt vor Ort in ihren Redaktionen umsetzen können.

Der Ablauf

Die Dialogwerkstatt gliedert sich in drei Phasen. Das Projekt startet im Herbst 2026 und läuft bis Frühjahr 2028.

Der Auftakt im Barcamp

Den Auftakt bildet ein zweitägiges Werkstattevent für alle rund 25 Teilnehmenden im Barcamp-Format. Das Treffen wird im Rahmen der CORRECTIV Lokalkonferenz vom 16. bis zum 18. Oktober 2026 in Magdeburg stattfinden. Ein Tag ist als Barcamp organisiert, ein weiterer Tag bietet die Möglichkeit, an der Lokalkonferenz teilzunehmen, die unter anderem einen eigenen Klima-Track umfasst.

Im Barcamp pitchen die Journalistinnen und Journalisten ihre Themen selbst. Wer eine Best Practice aus der eigenen Redaktion teilen möchte, eine Methode ausprobiert hat oder eine Frage mitbringt, die alle beschäftigt, kann eine Session vorschlagen. Gemeinsam entscheidet die Gruppe, welche Themen auf den Stundenplan kommen. Sie bringen Wissen von außen ein, das die Diskussionen bereichert und neue Perspektiven eröffnet.

Darüber hinaus können die Teilnehmenden aus dem vielfältigen Programm der Lokalkonferenz wählen. In Workshops und Sessions mit Expertinnen und Experten werden unterschiedliche Themen vertieft – vom Klimajournalismus bis hin zu weiteren Herausforderungen und Chancen des Lokaljournalismus.

Am Ende der beiden Tage haben die Teilnehmenden nicht nur voneinander gelernt, sondern auch neue Kontakte geknüpft und erste konkrete Ideen für Formate und Recherchen entwickelt, die sie in der folgenden Praxis- und Entwicklungsphase in ihren Redaktionen ausprobieren.

Praxis- und Entwicklungsphase

In dieser Phase arbeiten die Journalistinnen und Journalisten einzeln oder in Kleingruppen an konkreten Projekten – neue Beteiligungsformate, investigative Klimageschichten, innovative Darstellungsweisen.

Begleitet werden sie durch regelmäßige digitale Treffen, kollegiale Fallberatungen und einen kontinuierlichen Austausch im Netzwerk. Ergänzt wird der Austausch durch gezielte Inputs von eingeladenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Medien.

Ergebnisse sichern und weitergeben

Beim eintägigen Abschlusstreffen stellen alle Teilnehmenden ihre Learnings vor. Anschließend werden die Erkenntnisse in einem digitalen Playbook aufbereitet.

Fragen & Antworten

Die Ausschreibung richtet sich an Journalistinnen und Journalisten aus Lokal- und Regionalmedien sowie freie – sowohl aus dem CORRECTIV.Lokal-Netzwerk als auch außerhalb. Voraussetzung ist die Bereitschaft, neue Formate in der eigenen Redaktion zu erproben und Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Bewerbungen sind bis zum 15. August 2026 unter diesem Link möglich. 

Wir wollen die Innovationskraft von Lokalredaktionen stärken. Die Teilnehmenden entwickeln Strategien und Formate, mit denen Klimathemen konstruktiv, verständlich und für lokale Zielgruppen relevant aufbereitet werden können. 

Die entwickelten Formate und Erkenntnisse werden in einem Playbook gesichert. Über das CORRECTIV.Lokal-Netzwerk mit Redaktionen aus ganz Deutschland erreichen die Ergebnisse auch Medien, die nicht direkt an der Werkstatt beteiligt waren. Mit dem Playbook soll ein praxisorientiertes digitales Handbuch entstehen, das die Erkenntnisse aus der Dialogwerkstatt bündelt. Es enthält erprobte Formate, Recherche-Ansätze und Empfehlungen für Lokalredaktionen – kostenlos zugänglich für alle, die über Klimawandel berichten wollen.

Ein Barcamp ist eine offene Konferenz, bei der die Teilnehmenden das Programm selbst gestalten. Statt vorab festgelegter Vorträge gibt es Sessions, die erst vor Ort gesammelt und gemeinsam priorisiert werden. Wer ein Thema einbringen möchte, pitcht es kurz zu Beginn – und alle stimmen ab, welche Sessions stattfinden. So entsteht ein Programm, das wirklich die Fragen und Erfahrungen der Anwesenden widerspiegelt. Das Prinzip: Alle sind gleichzeitig Teilnehmende und Gestalter.

CORRECTIV.Lokal ist das Netzwerk von CORRECTIV für unabhängige Lokaljournalistinnen und -journalisten in Deutschland. Es bringt Redaktionen zusammen, die vor Ort recherchieren und berichten – und unterstützt sie mit gemeinsamen Rechercheprojekten, Werkzeugen und Wissenstransfer. Über das Netzwerk können lokale Medien überregionale Themen aufgreifen und gleichzeitig ihre eigene Perspektive einbringen. So entsteht Journalismus, der nah dran ist – an den Menschen, an den Orten, an den Themen, die das Leben vor Ort wirklich bewegen.

Einmal im Jahr organisiert CORRECTIV.Lokal eine Konferenz für Lokaljournalisten und Lokaljournalistinnen. In diesem Jahr treffen sich über 300 Medienschaffende in Magdeburg. Es entsteht ein Raum für Austausch, Weiterbildung und Innovation im Lokaljournalismus.

CORRECTIV.Klima ist die Klimaredaktion von CORRECTIV. Sie recherchiert zu den Ursachen und Folgen der Klimakrise – mit einem besonderen Fokus auf lokale Auswirkungen und die Menschen, die von ihnen betroffen sind. CORRECTIV.Klima verbindet investigativen Journalismus mit Formaten, die Bürgerinnen und Bürger aktiv einbeziehen. Ob Wärmewende, Extremwetter oder kommunale Klimapolitik: Die Redaktion macht sichtbar, was der Klimawandel konkret bedeutet – für Nachbarschaften, Gemeinden und den Alltag der Menschen.

Team & Kontakt

Sie haben Fragen zur Dialogwerkstatt oder möchten mehr über eine Teilnahme erfahren? Schreiben Sie uns.

Mirjam Schnell
Mirjam Schnell

Projektmanagement
mirjam.schnell@correctiv.org

Katarina Huth
Katarina Huth

Klimajournalistin
katarina.huth@correctiv.org

Elena Kolb
Elena Kolb

Klimajournalistin
elena.kolb@correctiv.org

Anka Steger
Anka Steger

Werkstudentin
anka.steger@correctiv.org