Gerüchtekiller #13: Hilft Spucke gegen juckende Mückenstiche?
Spucke kann gegen juckende Mückenstiche kaum etwas ausrichten – aber in der Not verschafft sie zumindest etwas Linderung. Warum das so ist.
In unserer Rubrik „Gerüchtekiller“ gehen wir hartnäckigem Halbwissen und nicht totzukriegenden Gerüchten nach. Das hier ist Nummer 13.
Sie versauen einem im Sommer jeden Waldspaziergang und jeden Grillabend: Culex pipiens molestus – die Gemeine Stechmücke. Dass die surrenden Plagegeister kein süßes Blut bevorzugen, haben wir schon in Gerüchtekiller Nummer 6 erklärt. Aber was ist damit, dass menschlicher Speichel angeblich gegen das Jucken der Mückenstiche hilft?
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft vermittelte uns auf Nachfrage an Martin Metz, Professor für Dermatologie an der Berliner Charité. Metz erklärt: Zunächst seien die Stiche der Mücke eigentlich Bisse. Und bei den Bissen werde Speichel der Mücke auf uns übertragen. „Im Speichel sind verschiedene Eiweiße wie zum Beispiel Histamin, welches neben einer vermehrten Durchblutung (damit die Mücke mehr Nahrung erhält) auch zu einer Aktivierung von sensorischen Nerven und damit zu Juckreiz führt.“ Manche Menschen seien auch allergisch dagegen, dann jucke es sogar noch mehr.
Hitze und Kälte reduzieren das Jucken von Mückenstichen
Kurzfristig könne eine Linderung durch Kühlung erreicht werden, schreibt Metz, etwa durch Eis oder kalte Gegenstände. Kühlung könne auch als Verdunstungskälte durch aufgetragenen Speichel entstehen. Speichel kann also kurzfristig Linderung verschaffen, einen starken Effekt hat er allerdings laut Metz nicht. Das bestätigen auch weitere Experten.
Besser ist laut Metz Hitze, da sie zu einem Schmerzreiz führe. Der Schmerzreiz sorge dafür, dass der Juckreiz kurzfristig weniger wahrgenommen wird. Hitze nutzen etwa elektrische Stichheiler, die man auf Mückenstiche drückt.
Mit Verdunstungskälte dagegen funktionierten etwa Gele. Einige enthalten ein Antihistamin. Laut Metz ist jedoch unklar, ob dieser Wirkstoff überhaupt tief genug in die Haut eindringt und etwas bewirkt.
Wer sich nicht mit Behandlungsmöglichkeiten gegen Mückenstiche herumschlagen will, kann statt der Symptome die Ursache bekämpfen: Gezielt ausgerichtete Ventilatoren helfen ebenso, Mücken zu vertreiben, wie lange Kleidung und Mückenabwehrprodukte Stiche verhindern können. Letztere gibt es wahlweise mit Diethyltoluamid oder Icaridin. Je höher die Konzentration, desto besser. Alternativ helfen laut Apotheken-Umschau ätherische Öle wie Zitronen-Eukalyptus-Öl, sie wirken allerdings schwächer.
Redigatur: Paulina Thom, Sarah Thust
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