Vogtlandkreis: Keine Hinweise, dass weißer Transporter Kindern nachstelle – es handele sich laut Polizei um einen Schrottsammler

In einem Facebook-Beitrag wird suggeriert, ein weißer Transporter spiele in Mühltroff im sächsischen Vogtlandkreis „Eismann-Musik“ und stelle Kindern nach. Die Polizei widerspricht der Darstellung nach Ermittlungen: Es handele sich um einen Schrottsammler.

von Till Eckert

Verkehrskontrolle der Polizei
Ein Beamter der Verkehrspolizei Dresden hält einen Bus an. Im Netz kursieren Behauptungen, wonach ein solcher im Vogtlandkreis Kindern nachstelle – dafür gibt es keine Belege. (Symbolbild: Tino Plunert / Picture Alliance / DPA)
Behauptung
Ein weißer Transporter spiele in Mühltroff im sächsischen Vogtlandkreis „Eismann-Musik“ und stelle Kindern nach.
Bewertung
Falscher Kontext
Über diese Bewertung
Falscher Kontext. Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass es sich um einen Schrottsammler handelt, der mit Musik potenzielle Kunden anlocken wolle.

Im sächsischen Vogtlandkreis sei angeblich ein weißer Transporter unterwegs, der „Eismann-Musik“ spiele und „langsam an drei kleinen Mädels“ vorbeigefahren sei. Das wird in einem Facebook-Beitrag vom 3. Juli 2021 behauptet. In dem Beitrag ist auch ein Foto von einem weißen Transporter zu sehen. Suggeriert wird, der Fahrer des Wagens habe den Kindern nachgestellt. Der Beitrag wurde bisher mehr als 2.100 Mal geteilt. 

Wir haben die zuständige Polizei zum Thema befragt. Laut dieser habe es mehrere Anrufe und Hinweise diesbezüglich gegeben, die Polizei habe unmittelbar Ermittlungen durchgeführt. Dabei sei der Sachverhalt „abschließend geklärt“ worden. Ein Sprecher schrieb uns per E-Mail am 13. Juli, dass es sich beim Fahrer um einen Schrottsammler handle, welcher mit Musik auf sich aufmerksam machen wollte. 

Polizei: Schrottsammler wollte mit Musik auf sich aufmerksam machen

Die Polizei veröffentlichte am 9. Juli außerdem eine Pressemitteilung zum Thema. Demnach hätten mehrere Bürger gemeldet, dass der Fahrer des Transporters angeblich Kinder angesprochen habe. Die Polizei schreibt dazu jedoch: „Er konnte glaubhaft darlegen, dass er gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern lediglich seiner Leidenschaft nachging – dem Schrottsammeln. Das Abspielen der Musik diente dem Sammler lediglich dazu, um auf sich aufmerksam zu machen.“

Demnach gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass der Fahrer des Transporters tatsächlich Kindern nachgestellt habe.

Redigatur: Sarah Thust, Steffen Kutzner