Mafia

Zwei ranghohe Camorristi festgenommen

In Caserta sind gestern morgen zwei mutmaßliche Mitglieder der Camorra festgenommen worden, Dionigi P. und Giuseppe B., beide gebürtig in Casal di Principe, der Heimatstadt des Casalesi-Clans. Die Antimafia-Staatsanwaltschaft aus Neapel wirft den beiden vor, eine Schutzgeld-Erpressung vorbereitet zu haben zum Schaden zweier Unternehmer, die eine Baufirma und eine Käserei betreiben.

von David Schraven

In Caserta sind gestern morgen zwei mutmaßliche Mitglieder der Camorra festgenommen worden, Dionigi P. und Giuseppe B., beide gebürtig in Casal di Principe, der Heimatstadt des Casalesi-Clans. Die Antimafia-Staatsanwaltschaft aus Neapel wirft den beiden vor, eine Schutzgeld-Erpressung vorbereitet zu haben zum Schaden zweier Unternehmer, die eine Baufirma und eine Käserei betreiben.

Sie stellten sich dort als Vertreter des Casalesi-Clans vor und forderten Geld aus Anlass eines anstehenden Wohnungsbauprojekts der Unternehmer. Die beiden Erpressten erklärten, dass der Bau doch noch gar nicht begonnen habe und weigerten sich zu bezahlen.

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Dionigi P. ist laut neuen Ermittlungsergebnissen der Chef des Zweigs der Bidognetti-Familie des Casalesi-Clans. Er hat mehrere Vorstrafen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und anderer gravierender Delikte. 2013 waren 18 Mitglieder des Casalesi-Clans verhaftet worden, im vergangenen Monat ebenfalls drei. Die Gruppe steht im Zentrum des berühmten Mafia-Buches Gomorrha von Roberto Saviano. Carmine Schiavone, einst ein Boss des Clans, dann Kronzeuge, hatte im vergangenen Jahr den Clan wieder in die Schlagzeilen gebracht, weil die Geheimhaltung einer Aussage von ihm vor einem italienischen Parlamentsausschuss ablief. Darin klärt Schiavone über hochgiftige Abfälle auf, die in der Gegend von Caserta vergraben worden seien. Schiavone ist sich sicher, dass auch hochradioaktive Abfälle aus Deutschland darunter sind. Sein Clan habe sie mit Mitgliedern der Familie Bidognetti vergraben. Schiavone sagt, er habe damals mit deutschen Ermittlern über das Gift gesprochen.

Sandro Mattioli