Medien

Macht KI bald die Tageszeitung?

Wie häufig kommt in Medienredaktionen Künstliche Intelligenz zum Einsatz? Wo genau? Und: Wozu führt das? Gemeinsam mit dem Magazin journalist sammeln wir Ihre Erfahrungen.

von Anette Dowideit, Sebastian Haupt

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Illustration: Ivo Mayr / CORRECTIV (KI-generiert)

Künstliche Intelligenz ist überall – auch in Medienhäusern hält sie Einzug. Redaktionen nutzen KI-Anwendungen bereits, um große Datensätze für Recherchen zu durchforsten, Illustrationen für Texte zu erstellen oder – wie etwa die ARD kürzlich ankündigte – um Wetter- und Verkehrsnachrichten per KI-Stimme vorlesen zu lassen.

Stellenweise wird darüber berichtet – bislang allerdings vor allem dann, wenn der Ansatz weniger gut durchdacht ist oder sich für Redakteurinnen und Redakteure negativ auswirkt: Die Kölner Mediengruppe DuMont etwa erlebte eine Welle negativer Presse, nachdem 2023 bekannt wurde, dass eine per KI kreierte künstliche Person namens „Klara Indernach“ Artikel für die Boulevardzeitung Express schrieb – begleitet von einem KI-generierten Foto einer blonden Frau. Die Frauenzeitschrift Lisa kassierte 2023 eine Rüge des Deutschen Presserates, weil sie in einem „Extraheft Lisa Kochen & Backen“ Rezepte und Bilder von Pasta-Gerichten komplett von Künstlicher Intelligenz erstellen ließ und dies nicht entsprechend kennzeichnete.

Und in der Schweiz verkündete das Medienhaus Tamedia Ende Januar den geplanten Abbau von 25 bis 30 Vollzeitstellen – unter anderem, weil es stärker auf den Einsatz von KI setzen wolle. In Deutschland wurde über solches Vorgehen von Verlagsspitzen bislang vor allem spekuliert: Der Axel Springer-Verlag etwa teilte bereits vor rund drei Jahren mit, bei der Bild-Zeitung Stellen abzubauen – unter anderem, weil Arbeit von Redakteuren künftig von KI erledigt werden könne. Etwa jene von Blattmachern, die die Zeitungsseiten layouten. Ob sich der geplante Abbau in dem Fall indes wirklich den KI-Plänen des Verlags zurechnen ließ, daran zweifelten Branchenkollegen, die darüber berichteten.

Erste strukturierte Untersuchung

Ob die KI Fluch oder Segen ist, ob sie Redakteurinnen und Reportern also die Arbeit erleichtert oder ob sie bereits Arbeitsplätze ersetzt, ist bislang aber nicht flächendeckend untersucht. Das wollen wir ändern:

CORRECTIV und das Magazin journalist wollen gemeinsam einen möglichst umfassenden Überblick verschaffen, wie ausgeprägt Künstliche Intelligenz bereits in Redaktionen zum Einsatz kommt:

  • Wo unterstützt sie Redaktionen bei deren Arbeit?
  • Wo wurden KI-Anwendungen ausprobiert, haben sich aber nicht bewährt?
  • Wo ersetzt die KI redaktionelle Arbeitsplätze?
  • Und wo kommt KI auf eine Weise zum Einsatz, die Sie als ethisch fragwürdig empfinden?

Unterstützen Sie uns bei der Recherche

Wenn Sie in der Redaktion eines Medienhauses arbeiten, können Sie uns unterstützen, indem Sie an unserer der Umfrage in unserem CrowdNewsroom teilnehmen. Sie können dort Ihre Antworten anonym abgeben. Oder sie können freiwillig Ihre Kontaktdaten angeben, damit wir Sie für Rückfragen gegebenenfalls kontaktieren können.

Wir sammeln Ihre Antworten bis zum Spätsommer. Im Herbst veröffentlichen wir das Ergebnis der Recherche auf correctiv.org und beim journalist.

Zur Teilnahme geht es hier – oder per Klick aufs Bild:

Thumbnail KI in Redaktionen
Thumbnail KI in Redaktionen

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