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Arbeiter und Arbeitslose
In Sachsen-Anhalt haben am vergangenen Sonntag 24,2 Prozent der Wähler die AfD gewählt. Unter den Erwerbslosen lag ihr Anteil mit 37 Prozent aber noch deutlich höher.
In Baden-Württemberg kam die AfD auf 15,1 Prozent aller Stimmen, bei den Arbeitern aber kam sie auf 30 Prozent und bei Arbeitslosen sogar 32 Prozent.
Auch in Rheinland-Pfalz, wo die AfD auf mehr als 12 Prozent kam, sammelte sie überdurchschnittlich viele Stimmen bei Arbeitern und Arbeitslosen.
Trotz einer wachsenden Wirtschaft sind die Reallöhne nach der Jahrtausendwende eingebrochen, erst seit kurzem steigen sie wieder an, Arm und Reich driften auseinander. Viele nehmen den politischen Eliten die Wohlstands-Versprechen nicht mehr ab. „Bei Arbeitslosen und Arbeitern ist die Verachtung und Frustration über die etablierte Politik groß“, sagt Robert Pausch vom Göttinger Institut für Demokratieforschung.
Tatsächlich gibt die übergroße Mehrheit der AfD-Wählerschaft an, mit dem Funktionieren der Demokratie nicht zufrieden zu sein. Rund zwei Drittel machten ihr Kreuz bei der AfD aus Enttäuschung über die anderen Parteien.
Das Paradoxe: Wird die Politik der AfD umgesetzt, so wie sie in dem nun gekannt gewordenen Programmentwurf der AfD skizziert ist, bedeutet das materielle Verschlechterungen vor alle für Arbeiter und einfache Beschäftigte.
Gebildete und Ungebildete

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Nicht nur Menschen mit niedriger, sondern auch mit hoher Bildung haben die AfD gewählt. In Rheinland-Pfalz sind die Anteile beider Gruppen nahezu gleich groß. Die AfD ist nicht nur eine Partei für Abgehängte und Verlierer. „Gebildete AfD-Wähler haben Angst vor dem Abstieg. Sie sind in der Gesellschaft nicht ganz unten, fürchten aber, nach unten abzurutschen“, erklärt Pausch.
Viele Männer, wenig Frauen
Bei keiner anderen Partei beeinflusste die Geschlechtszugehörigkeit die Wahlentscheidung so sehr wie bei der AfD. Erhebungen von infratest-dimap zeigen: Vorwiegend Männer wählen die Rechtspopulisten. Das zeigte sich besonders in Sachsen-Anhalt. Dort haben 27 Prozent aller Männer AfD gewählt, bei den Frauen lag der Anteil bei 18 Prozent. „Der Grund dafür ist nicht endgültig geklärt“, sagt Pausch. „Ich vermute, dass die brachiale Rhetorik und die Freund-Feind-Logik bei Männern eher verfängt.“ Carsten Koschmieder, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, glaubt: „Männern fällt es leichter, eine tabuisierte Partei zu wählen.“
Eher Junge als Alte
Die AfD punktet in fast allen Altersgruppen. Die stärksten Zustimmungsraten finden sich aber nicht bei den Erstwählern, sondern bei den 25- bis 44-Jährigen. Unter den über 60-Jährigen hingegen schneidet die Partei unterdurchschnittlich ab. „Bei Rentnern funktionieren noch die Integrationsmechanismen der Volksparteien. Anders als bei jüngeren Menschen wirken hier noch die langfristigen Parteibindungen“, sagt Pausch.
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