Folge 8: Im Todeshaus
Sie ist keine Strafe, sie ist das letzte Mittel: In der Sicherungsverwahrung werden Täter weggesperrt, die zu gefährlich für ein Leben draußen sind. Ob sie jemals entlassen werden, wissen sie nicht. Doch Steffen hofft.
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Sie ist keine Strafe, sie ist das letzte Mittel: In der Sicherungsverwahrung werden Täter weggesperrt, die zu gefährlich für ein Leben draußen sind. Ob sie jemals entlassen werden, wissen sie nicht. Doch Steffen hofft.
Etwa ein Drittel der Häftlinge ist drogenkrank. Die Anstalten haben die Pflicht, sie angemessen zu behandeln – aber oft müssen Süchtige hinter Gittern leiden. Mark liebt Kraftsport hat sich jahrelang gedopt. Im Knast bräuchte er eine Therapie.
Übergriffe und Gewalt gehören in Gefängnissen zum Alltag. Es gilt das Recht des Stärkeren - und manche stehen von Anfang an in der Hierarchie ganz unten. Julian, der Mörder, hat seine eigenen Erfahrungen damit gemacht.
Gefängnisse sind mit Stacheldraht, Mauern und Wachen abgeschirmt. Aber Suchtkranke und Dealer, Drogenschmuggel und Handel mit Verbotenem gibt es drinnen genauso wie draußen. Scholle weiß, wie die Geschäfte hinter Gittern laufen.
Häftlinge sind öfter krank als andere Menschen. Die medizinische Versorgung muss genauso gut sein wie draußen – eigentlich. In der Realität sieht das oft anders aus. Thomas aber, 52 Jahre alt und herzkrank, erhält hier endlich die nötige Betreuung.
Im Gefängnis sitzen die Häftlinge - aber auch Freunde und Familie sind miteingesperrt. Weil die Anstalten misstrauisch sind und Insassen ebenso wie ihre Angehörigen bis ins Intimste kontrolliert werden. Moritz hat Glück. Seine Eltern halten trotz allem zu ihm.
Alles in Haft ist klar geregelt. Nicht nur vom Staat, nicht nur von den Wärtern. Auch unter den Gefangenen. Es herrscht eine strenge Hierarchie und die perfekte Kontrolle. Es gibt die kleinen Diebe und die großen Verbrecher, und die einen haben das Sagen und die andern müssen sich fügen. Emil, der Russe, kennt sich aus im Gefüge. Er hat sechs Jahre gesessen.
Wie leben Menschen hinter Gittern? Wir haben acht Männer nach ihrem Alltag im Knast befragt. Wir begleiten sie bei der Aufnahme und spüren ihre Einsamkeit und ihr Ausgeliefertsein. Sie berichten von den Hierarchien unter Gefangenen, von Gangs, Gewalt, Drogen und der medizinische Versorgung. Täglich veröffentlichen wir eine neue Geschichte. In der ersten Folge: Ankommen im Strafvollzug. Das Beispiel Karl.