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Pflege

Video-Anleitung: Der CORRECTIV Pflege-Wegweiser

Im Pflege-Wegweiser von CORRECTIV findet Ihr Daten zu 13.000 Heimen in Deutschland. In einer Videoanleitung erklären wir, wie Ihr die Daten am sinnvollsten nutzen könnt und wie Ihr weitere Informationen bekommt.

von Christian Ruffus , Daniel Drepper , Jonathan Sachse

Wer für sich oder Angehörige das richtige Heim sucht, kann unseren Pflege-Wegweiser nutzen. Die Bedienung ist ganz einfach.

  1. Gebt in der Suche einen Ort oder eine Polstleitzahl ein.
  2. Ihr bekommt eine Liste mit Heimen angezeigt, die in einem Radius von 30 Kilometer rund um das eingegebene Ziel liegen. Davon wählt Ihr ein Heim aus.
  3. Jedes Pflegeheim hat eine eigene Seite mit individuellen Daten. Dort findet Ihr detaillierte Informationen.

In diesem Artikel erklären wir Euch ausführlich die Methodik hinter den Daten: Was sagen diese Daten aus – und was nicht? Die Informationen in unserer Datenbank stammen aus den Prüfberichten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). In unserer Video-Anleitung führen wir Euch von oben nach unten durch die Seite.

Helft uns, weitere Prüfberichte anzufragen

Wir hoffen, dass durch unsere Arbeit eine Diskussion angeregt wird. Was muss sich ändern? Und wie kann die Pflege transparenter werden? Es wird frühestens in drei Jahren einen neuen Pflege-TÜV geben. Erst dann werden die Pflegenoten abgeschafft, erst dann soll es angeblich mehr Transparenz geben. Solange müssen wir das Maximale herausholen, was mit den verfügbaren Informationen möglich ist. Ihr könnt dabei helfen. 

CORRECTIV ist spendenfinanziert!

CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist eine aufgeklärte Gesellschaft. Denn nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger können auf demokratischem Weg Probleme lösen und Verbesserungen herbeiführen. Diese Recherche wurde mit der Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert. Jetzt unterstützen!

Eine Möglichkeit sich über die öffentlichen Transparenzberichte des MDK hinaus Informationen zu besorgen, sind die zusätzlichen Prüfberichte, die von der Heimaufsicht erstellt werden. Auf der Seite jedes Heims sagen wir Euch, welche Behörde, welche Heimaufsicht für dafür verantwortlich ist, das jeweilige Heim zu prüfen. Wir von CORRECTIV haben zum Start Berichte aus acht Bundesländern auf der Seite zur Verfügung gestellt. Aber wir können diese häufig bislang unveröffentlichten Berichte nicht für 13.000 Pflegeheime einzeln abfragen. Das geht nur mit Eurer Unterstützung. Deswegen findet Ihr unter der für die Prüfung zuständigen Behörde einen Link zu FragDenStaat.de.

Auf der Seite unseres Kooperationspartners könnt Ihr die Prüfberichte automatisiert anfragen. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Menschen mitmachen und Ihr Berichte für Heime anfragt, die Euch besonders interessieren. Die ersten Nutzer haben bereits Berichte angefragt. Alle eingegangen Berichte stellen wir im Pflege-Wegweiser online.

Daten verbessern

Für unseren Pflege-Wegweiser nutzen wir die Daten aus den Prüfberichten des MDK. Diese Daten hat uns der Bundesverband der AOK zur Verfügung gestellt. Die Daten sind vom 7. April 2016. Wir wissen, dass sich in den Daten der AOK Fehler befinden können. Wir können die Quelldaten jedoch nicht selber ändern, das kann nur die AOK. Deshalb freuen wir uns über jeden, der uns hilft, die AOK auf Fehler hinzuweisen. Ihr könnt die AOK direkt per Mail erreichen.


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Flucht & Migration

Aussortiert

Manche Flüchtlinge leben ohne gültige Papiere in Deutschland, bei anderen wird der Asylantrag abgelehnt. Wer nicht freiwillig ausreist, landet schnell in einem Abschiebegefängnis. Eines der größten liegt in Büren, Westfalen. Hier sitzen zur Zeit knapp 50 Menschen ein. Was denken sie dort kurz vor der Abschiebung?

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von Christian Ruffus , Benedict Wermter

In einem Wald bei Paderborn steht ein ehemaliges Gefängnis. Offiziell hat es den sperrigen Titel: Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige Büren, viele nennen es einen Abschiebeknast. Er ist einer der größten der Republik. Hierher werden jene Flüchtlinge gebracht, die Deutschland nicht da haben will. Weil sie ohne Papiere – unsichtbar – hier gelebt haben. Weil ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Manche auch weil sie straffällig wurden. Vor allem Männer sitzen hier ein, durchschnittlich zwei Wochen lang. Wer im Bus zurück auf den Balkan muss, wartet nicht so lange wie jemand, der im Flugzeug nach Westafrika gebracht wird. Einige kommen kurz vor knapp wieder frei, etwa weil sie in Büren erst einnen Asylantrag gestellt haben.

Knapp 20.000 Menschen sind im vergangenen Jahr aus Deutschland abgeschoben worden, doppelt so viele wie in 2014. Die Bundeskanzlerin, ihr Innenminister, der SPD-Justizminister und viele andere finden, es seien immer noch zu wenige gewesen. „Die Zahl der Menschen, die wir zurückgeführt haben mit einem abgelehnten Asylbescheid, war viel zu gering“, sagt Angela Merkel.

Was sind das für Menschen, die die Politik gerne abschieben will? Was denken die Betroffenen kurz vor ihrer Abschiebung? Wen werden sie vermissen? Wer wird sie daheim in den Arm nehmen? Was ist ihre Botschaft an uns? Und wie gerecht finden Sie Abschiebungen?

CORRECTIV hat mehrere Insassen in Büren kurz vor ihrer Abschiebung mit der Kamera interviewt. Es war ein schwieriges Projekt, dem ein monatelanges Ringen mit den örtlichen Behörden vorausging. Abschiebungen sind ein brisantes Thema – das unser Land noch lange begleiten wird.

Fünf Abschiebehäftlinge haben uns ihre Geschichte erzählt:

Azar, 26, aus Azerbaidschan

Die Kämpfe zwischen Azerbaidschan und Armenien um den Berg Karabach sind kürzlich wieder entfacht. Für den 26-jährigen Azar aus Azerbaidschan war der schwelende Konflikt vor einem Jahr der Grund für die Flucht. Er sagt, er habe schlimme Dinge erlebt, er sei verfolgt worden, er habe Dokumente, die das beweisen. In Deutschland habe er sich fast ein Jahr mit einer falschen Identität als Paketzusteller durchgeschlagen. Dann kam die Polizei. Jetzt soll er zurück nach Azerbaidschan. Er sagt, er schlafe sehr schlecht.

Azar ist unmittelbar nach unserem Interview entlassen worden. Seine Ausreisepflicht wurde aufgehoben.

Yunus, 32, aus der Türkei

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CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist eine aufgeklärte Gesellschaft. Denn nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger können auf demokratischem Weg Probleme lösen und Verbesserungen herbeiführen. Diese Recherche wurde mit der Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert. Jetzt unterstützen!

Yunus kommt aus dem Osten der Türkei. Er habe als Kurde gegen den IS gekämpft, erzählt er, zusammen mit der Miliz YPG, bevor er vor über zwei Jahren habe fliehen müssen. In Deutschland lebte er unter bulgarischer Identität. Für Menschen, die ebenfalls nach Deutschland fliehen, hat Yunus eine deutliche Botschaft.

Aboubacar, 29, aus Guinea

Abdolaye heißt eigentlich Aboubacar und kommt aus Mali, sagt er. Er ist vor acht Jahren nach Westdeutschland gekommen, hat sich als Guineer ausgegeben und seinen Pass versteckt, wie so viele Westafrikaner. Aboubacar wurde geduldet, doch nun hat es ihn erwischt: Bei einer Vorführung habe der guineeische Botschafter ihn als Landsmann ausgewiesen – obwohl er aus Mali komme. Jetzt sei sein Leben zerstört, Aboubacar rechnet mit dem Schlimmsten.

Andis, 27, aus Albanien

Andis aus Albanien befindet sich wie viele Geflüchtete vom Balkan im europäischen Verschiebe-Kreislauf: Von Albanien ging es über Schweden nach Deutschland. Dann wurde er zurück nach Schweden überstellt und von dort an den Anfang, nach Albanien abgeschoben. Mit falschem Namen war er noch einmal in Westdeutschland unterwegs – samt Frau und Sohn. Nun muss die Familie zurück nach Albanien. „Nicht normal“, findet Andis.

Farhan, 28, aus Pakistan

„Fanny“ aus Pakistan hat drei Jahre in Westdeutschland Asyl gesucht. Die Liebe aber zog ihn in den Norden. Seinen Papierkram im Westen hat er schleifen lassen – als er doch einmal seine Duldung verlängern wollte, hat man schon auf ihn gewartet. Jetzt steht seine Liebe auf dem Spiel.

Wir danken dem Team der UfA Büren. Zu den Betroffenen kann benedict.wermter@CORRECTIV ggf. Kontakt herstellen.

Kamera: Carl Gierstorfer
Übersetzung: Serkan Deniz